MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
29.06.2026 / 07:34 Uhr
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+++++ TAGESTHEMA +++++
Die USA und der Iran haben eine Einstellung der jüngsten Gefechte rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus vereinbart und wollen die Friedensgespräche wieder aufnehmen. Die tagelange Gewalt hatte den wichtigen Seeweg für den weltweiten Ölhandel stark beeinträchtigt, auf dem sich Schiffe nun wieder frei bewegen können. Ein mögliches Gipfeltreffen zur Beilegung des Konflikts und des iranischen Atomprogramms könnte bereits am Dienstag in Doha stattfinden, wie Regierungsbeamte beteiligter Länder bestätigten.
+++++ TAGESTHEMA +++++
China hat Handelsbeschränkungen gegen Dutzende japanische Unternehmen und Forschungsinstitute verhängt und damit die Spannungen zwischen den beiden asiatischen Nachbarn weiter verschärft. Das chinesische Handelsministerium hat am Montag 20 japanische Einheiten, darunter auch einige Rüstungsunternehmen, auf seine Exportkontrollliste gesetzt. Damit ist es lokalen Exporteuren untersagt, Dual-Use-Produkte an diese Unternehmen zu liefern. Zu den Betroffenen gehören mehrere Tochtergesellschaften der Mitsubishi-Gruppe sowie Forschungseinrichtungen, darunter das Nationale Institut für Verteidigungsstudien. Bereits Anfang des Jahres hatte China den Export von kritischen Mineralien und anderen Gütern mit potenziellem militärischem Nutzen an mehrere große japanische Unternehmen verboten. Damit erhöhte Peking den Druck auf Tokio wegen Äußerungen von Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:00 NL/Prosus NV, Jahresergebnis
07:30 DE/Symrise AG, Pre-Close Aide-Mémoire 2Q
10:00 DE/Nagarro SE, HV
12:01 US/Honeywell Aerospace Inc, Abspaltung der Luftfahrttechniksparte von Honeywell International
17:30 DE/Siemens AG, Pre-Close Call 3Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Dermapharm 0,88 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- ES
09:00 HVPI und Verbraucherpreise (vorläufig) Juni
HVPI
PROGNOSE: +3,4% gg Vj
zuvor: +3,6% gg Vj
- EU
10:00 EZB, Geldmenge M3 und Kreditvergabe Mai
Geldmenge M3
PROGNOSE: +2,7% gg Vj
zuvor: +2,7% gg Vj
11:00 Index Wirtschaftsstimmung Juni
Wirtschaftsstimmung Eurozone
PROGNOSE: 94,5
zuvor: 93,5
Industrievertrauen Eurozone
PROGNOSE: -7,6
zuvor: -8,0
Verbrauchervertrauen Eurozone
PROGNOSE: -17,7
Vorabschätzung: -17,7
zuvor: -19,0
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 24.901,00 +0,3 E-Mini-Future S&P-500 7.443,75 +0,6 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.542,00 +0,6 Topix (Tokio) 3.951,23 -0,3 Hang-Seng (Hongk.) 23.096,19 +1,9 Shanghai-Comp. 4.019,33 -0,2 Freitag: INDEX zuletzt +/- % DAX 24.671,22 -1,3 DAX-Future 24.830,00 -1,3 XDAX 24.663,14 -0,0 MDAX 31.588,65 -1,2 TecDAX 3.860,16 -0,8 SDAX 17.767,77 -0,5 Euro-Stoxx-50 6.221,55 -0,7 Stoxx-50 5.342,32 -0,6 Dow-Jones 51.876,11 -0,1 S&P-500 7.354,02 -0,1 Nasdaq Composite 25.297,62 -0,2
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Nach dem Rücksetzer zum Wochenschluss werden die europäischen Aktienmärkte zunächst etwas höher erwartet. Bundesanleihen starten einen Tick tiefer in den Tag, während der Euro seitwärts knapp unter 1,14 Dollar gehandelt wird. Brent kostet am Morgen 73,90 Dollar und ist damit etwas teurer. Damit kehren einige Investoren in der Sommerpause an den Aktienmarkt zurück, nachdem sich die USA und der Iran darauf geeinigt haben, die tagelangen gegenseitigen Kämpfe um die Straße von Hormus zu beenden und die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Ein US-Beamter sagte, Schiffe würden sich nun wieder in der Straße von Hormus bewegen. Der scharfe Wettbewerb im Bereich der KI droht die Investitionsausgaben auf ein exzessives Niveau zu treiben. Dies gefährdet die Profitabilität führender Unternehmen und birgt das Risiko eines abrupten Einbruchs, der einige Volkswirtschaften in die Rezession stürzen könnte, erklärte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.
Rückblick: Leichter - Vor allem Verluste im Energie- und Technologiesektor zogen die Börsen nach unten. Der Energiesektor büßte mit den weiter gesunkenen Ölpreisen 2 Prozent ein. In London reduzierten sich BP um 2,4 Prozent, während Shell um 0,9 Prozent nachgaben. Repsol fielen in Madrid um 0,9 Prozent und die italienische Eni um 1,3 Prozent. Der Technologie-Index fiel um 1,3 Prozent. Die Aktien von Infineon gaben im DAX um 4,5 Prozent nach. Für die Papiere von Aixtron und Suss Microtec ging es um 1,5 bzw 5,5 Prozent nach unten. In Europa fielen ASML um 1 Prozent und STMicro um 3,8 Prozent. Der Markt sei besorgt über die sprunghaft steigenden Kosten für Speicherchips. Der massive KI-Ausbau entwickele sich zu einem neuen Katalysator für die Inflation, hieß es.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwächer - Größter Verlierer im DAX waren Zalando, die um 6,3 Prozent nachgaben. Grund war die Prüfung der Bafin des Konzernabschlusses für das vergangene Jahr. Es gebe konkrete Anhaltspunkte dafür, dass man darin gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen habe, hieß es von der Bafin. VW verloren 3,9 Prozent. Einem Bericht des Manager Magazins zufolge will der Konzern in den kommenden Jahren bis zu 100.000 der aktuell etwa 657.000 Arbeitsplätze abbauen. Evonik legten dagegen um 0,4 Prozent zu. Das Unternehmen hatte seine Gewinnerwartungen für 2026 nach einer unerwartet starken Geschäftsentwicklung für das von Lieferengpässen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg geprägten zweiten Quartal angehoben.
USA - AKTIEN
Knapp behauptet - Überraschend gut ausgefallene Daten zur Verbraucherstimmung ließen die Kurse ihre zunächst deutlicheren Verluste verringern. Gekauft wurden vor allem Aktien der Hersteller von Konsumgütern und der Gesundheitsbranche. Der Technologiesektor neigte jedoch weiter zur Schwäche. Hier belastete ein Bericht, wonach das KI-Startup OpenAI seinen geplanten Börsengang auf 2027 verschieben könnte. Überdies ging erneut die Sorge um, ob sich die hohen KI-Investitionen wirklich rechneten. Genährt worden waren diese Zweifel schon am Donnerstag von Apple. Der Konzern erhöht aufgrund der stark gestiegenen Speicherchipkosten die Verkaufspreise. Nachdem Apple am Vortag um gut 6 Prozent abgestürzt waren, erholte sich der Kurs um 2,2 Prozent. Die Kurse von Speichertiteln wie Micron Technology und Sandisk gaben um 6,7 bzw. 10,4 Prozent nach, Seagate büßten 12,2 Prozent ein. Händler sprachen von Sorgen, KI-Hyperscaler könnten ihre Ausgaben aufgrund der hohen Kosten für Speichermedien zurückschrauben. Ebenfalls im Technologiesegment brachen ON Semiconductor um rund 24 Prozent ein. Der Halbleiterkonzern übernimmt Synaptics (-3,7%). Moderna machten einen Satz von 12,6 Prozent. Der Pharmakonzern will sich neben Covid-Impfungen ein weiteres Standbein schaffen und Therapien zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten entwickeln.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,09 -0,04 4,13 4,07 5 Jahre 4,13 -0,03 4,17 4,12 10 Jahre 4,37 -0,02 4,41 4,37
Die deutlich gesunkenen Ölpreise dämpften Zinserhöhungserwartungen. Marktteilnehmer verwiesen überdies auf die am Vortag veröffentlichten, günstig ausgefallenen PCE-Inflationsdaten. Das wiederum ließ die Anleiherenditen etwas zurückkommen.
+++++ DEVISENMARKT +++++
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:20 Uhr EUR/USD 1,1382 -0,0 -0,0001 1,1383 1,1402 EUR/JPY 184,18 +0,0 0,0700 184,1100 184,3500 EUR/CHF 0,9218 0,0 0,0000 0,9217 0,9217 EUR/GBP 0,8622 -0,0 -0,0003 0,8625 0,8630 USD/JPY 161,8 +0,0 0,0700 161,7300 161,6700 GBP/USD 1,3198 -0,0 -0,0003 1,3201 1,3209 USD/CNY 6,7984 +0,0 0,0004 6,7980 6,7980 USD/CNH 6,8018 -0,0 -0,0030 6,8048 6,8015 AUS/USD 0,6888 -0,1 -0,0009 0,6897 0,6903 Bitcoin/USD 59.753,34 +0,3 175,52 59.577,82 59.883,66
Der Dollar wertete im Sog gesunkener Marktzinsen etwas ab. Der Dollarindex sank um 0,1 Prozent.
Euro und Dollar bewegen sich am Morgen kaum. "Die erneute Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende verstärkt die risikoscheue Stimmung", urteilen die OCBC-Analysten. Dies könnte dem Greenback etwas Zulauf bescheren.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.049,15 -1,0 -39,09 4.088,23 Silber 58,17 -1,7 -0,99 59,16 Platin 1.602,36 -0,7 -11,93 1.614,29
Gefallene Marktzinsen und die Dollar-Schwäche machten Gold attraktiver, die Feinunze verteuerte sich um 1,0 Prozent auf 4.066 Dollar.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 70 +1,1 0,77 69,23 Brent/ICE 72,45 +0,6 0,46 71,99
Spekulationen auf ein steigendes Angebot drückten die Ölpreise. Brent verbilligte sich um 4,7 Prozent auf 71,73 Dollar je Fass. Der Preis für WTI fiel um 3,8 Prozent auf 69,18 Dollar. Der iranische Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus vom Donnerstag änderte nach Angaben von Beobachtern nichts an der Erwartung, dass die Ölflüsse aus der Region wieder zunehmen werden.
Nach den wechselseitigen Angriffen am Wochenende zwischen den USA und dem Iran steigen die Ölpreise am Morgen etwas.
+++++ MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR +++++
GELDPOLITI USA
Der Präsident der Federal Reserve von Minneanapolis, Neel Kashkari, geht von einer Zinserhöhung in diesem Jahr aus. Bei einer Diskussionsrunde beim Aspen Ideas Festival sagte er, er sei einer von neun Fed-Entscheidungsträgern, die in der jüngsten Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen, die die Zentralbank vergangene Woche zum Abschluss ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni veröffentlicht hat, davon ausgehen, dass die Fed die Zinssätze bis Ende des Jahres anheben muss. Dies markierte eine Abkehr von seiner vorherigen Prognose. Zuvor hatte Kashkari gesagt, er habe auf der geldpolitischen Sitzung der Fed im März eine Zinssenkung bis zum Jahresende prognostiziert.
ZOLLPOLITIK USA / EU
US-Präsident Donald Trump will neue Steuern in Europa für US-Tech-Konzerne mit Zöllen vergelten. Er drohte europäischen Ländern auf seiner Plattform Truth Social, die Steuern für digitale Dienstleistungen erheben, mit Zöllen von 100 Prozent.
RATING USA
Die Ratingagentur Standard & Poor's Global Ratings (S&PGR) stuft die Bonität der USA unverändert mit der Note AA+ ein. Der Ausblick sei nach wie vor stabil, teilte S&PGR mit.
KONJUNKTUR JAPAN
Einzelhandelsumsatz Mai +5,3% gg Vorjahr
Einzelhandelsumsatz Supermärkte Mai +5,0% gg Vj
FINANZMARKT
Nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich braut sich etwas zusammen an den Finanzmärkten: Rekordhohe Staatsschulden treffen auf einen fragilen Bondmarkt, riskant agierende Hedgefonds und heikle KI-Finanzierungen. Die Ökonomen der Bank der Zentralbanken rufen eindringlich zu einer Regulierung der Schattenbanken auf. Der Anleihemarkt laufe auf eine Situation zu, wie sie vom Ausmaß her zuletzt in der Finanzkrise bestanden hatte, warnt die BIZ in ihren neuen Jahresbericht. (Börsen-Zeitung)
GÜTERTRANSPORT DEUTSCHLAND
Die hohen Temperaturen werden nach Einschätzung der Speditionsbranche zunehmend zu einem Risiko für den Güterverkehr. "Die andauernde Extremhitze führt die Verkehrsinfrastrukturen teilweise bereits an Belastungsgrenzen und beeinträchtigt auch die Güterlogistik", sagte Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik, dem Handelsblatt. Auf einigen Autobahnen sei der Straßenbelag bereits so stark beschädigt, dass Strecken gesperrt worden seien. "Auch Schienen, Oberleitungen, Weichen und Stellwerke sind betroffen, sodass der Schienengüterverkehr zusätzlich gestört wird." Sorgen bereitet der Branche auch die Entwicklung auf den Wasserstraßen. (Handelsblatt)
ABWANDERUNG INDUSTRIE
In den nächsten vier Jahren werden deutsche Unternehmen ihre Geschäfte zunehmend in Wachstumsregionen verlagern, außerhalb von Deutschland und Europa. Ganz oben auf der Strategieagenda stehen rigorose Kostensenkungen am Heimatstandort. 60 Prozent der Firmen planen daher für Deutschland mit fortschreitendem Stellenabbau. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft Horvath unter 1.000 Unternehmen. (Handelsblatt)
AIRLINES
Langstreckenfluggesellschaften stellen sich auf zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe ein, da ein drohender Mangel an CO2-Zertifikaten die Preise für die zum Ausgleich ihrer Emissionen erforderlichen Genehmigungen in die Höhe treiben könnte. Laut einer Untersuchung des Datenanbieters MSCI Carbon Markets könnten die Kosten für Zertifikate bis 2035 fast auf das Achtfache steigen und 100 US-Dollar pro Tonne erreichen, weil die Nachfrage der Fluggesellschaften das Angebot übersteigt. (Financial Times)
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HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/cln/flf
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June 29, 2026 01:33 ET (05:33 GMT)
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29.06.2026 @ 10:10:57


