MÄRKTE USA/Schwäche im Technologiesektor dürfte anhalten

26.06.2026 / 14:09 Uhr

DOW JONES--An der Wall Street bahnen sich am Freitag Abgaben an. Vor allem der Technologiesektor dürfte zur Schwäche neigen. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen leichteren Handelsbeginn am breiteren Kassamarkt schließen, die technologielastigen Nasdaq-Indizes dürften aber deutlich schwächer in die Sitzung gehen. Denn vor allem in Asien standen Technologietitel aus dem Halbleitersektor gehörig unter Druck. Nachdem Apple am Vortag in Reaktion auf gestiegene Speicherchip-Kosten Preiserhöhungen angekündigt hat, kochen am Markt wieder die Sorgen hoch, ob sich die KI-Investitionen wirklich rechneten.

"Wenn einer der Hyperscaler beginnt, seine Ausgaben zurückzufahren und wenn dessen Aktie dafür belohnt wird - was wahrscheinlich ist -, wird das einen neuen Trend auslösen, KI-Ausgaben zu kürzen. Wir sind noch nicht an diesem Punkt, aber wir nähern uns. Wir würden derzeit keine Big-Tech- oder KI-Aktien kaufen, da ihre Dominanz zu bröckeln beginnt", warnt Marktstratege Richard Reyle von Questar Capital Partners vor einem Ende des KI-Halbleiterbooms an der Börse. Für zusätzliches Unbehagen im Sektor sorgt ein Bericht der New York Times, wonach OpenAI den Börsengang möglicherweise ins Jahr 2027 verschieben könnte.

Nachdem Apple am Vortag mit den Preiserhöhungen um gut 6 Prozent abgestürzt sind, erholt sich der Kurs zum Wochenschluss vorbörslich nun um 0,6 Prozent. Die Kurse von Speichertiteln wie Micron Technology und Sandisk geben um 5,7 bzw. 5,6 Prozent nach, Seagate Technology büßen 3,8 Prozent ein. Händler sprechen von Sorgen, KI-Hyperscaler könnten ihre Ausgaben aufgrund der hohen Kosten für Speichermedien zurückschrauben. Ebenfalls im Technologiesegment brechen ON Semiconductor um 14,5 Prozent ein. Der Halbleiterkonzern übernimmt Synaptics (+3,9%) für rund 7 Milliarden Dollar in einer rein auf Aktien fußenden Transaktion.

Die Ölpreise geben deutlicher nach, als sie am Vortag mit den Schlagzeilen über einen iranischen Angriff auf ein unter der Flagge Singapurs fahrendes Frachtschiff in der Wasserstraße von Hormus geklettert waren. "Der jüngste Angriff auf ein Schiff wird den Verkehr wahrscheinlich verlangsamen. Da sich der breitere Markt jedoch auf eine Erholung der Ölflüsse aus der Region konzentriert, scheint die Preisdynamik weiterhin abwärts gerichtet zu sein", befinden die ING-Analysten. Erdöl der Sorte Brent verbilligt sich um 3,2 Prozent je Fass. Die Rohölpreise bewegen sich praktisch auf Vorkriegsniveau im Nahen Osten.

Am Anleihemarkt fallen die Renditen, die zehnjähriger US-Staatsanleihen um 1 Tick auf 4,38 Prozent - begünstigt durch niedrige Ölpreise. Mit den niedrigeren Marktzinsen neigt der Dollar zur Schwäche, der Dollar-Index gibt 0,2 Prozent ab. Die Märkte schraubten ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank zurück, heißt es mit Blick auf die jüngsten PCE-Inflationsdaten. Dies erkläre sinkende Renditen und die Dollar-Schäche. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, hält den derzeitigen geldpolitischen Kurs für angemessen, um die Inflation wieder auf das 2-Prozentziel der US-Notenbank zu bringen. Er dämpft damit Zinserhöhungsspekulationen. Fallende Marktzinsen und die Dollar-Schwäche machen Gold attraktiver, die Feinunze verteuert sich um 0,6 Prozent.

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US-Treasuries            Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre                     4,09  -0,03       4,13            4,08 
5 Jahre                     4,14  -0,03       4,17            4,13 
10 Jahre                    4,38  -0,01       4,40            4,37 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 17:30 Uhr 
EUR/USD                   1,1400   +0,3     0,0031          1,1369         1,1386 
EUR/JPY                   184,26   +0,2     0,3200          183,94       184,0600 
EUR/CHF                   0,9216   +0,1     0,0005          0,9211         0,9215 
EUR/GBP                   0,8624   +0,1     0,0008          0,8616         0,8615 
USD/JPY                   161,62   -0,1    -0,1600          161,78       161,6300 
GBP/USD                   1,3216   +0,2     0,0025          1,3191         1,3212 
USD/CNY                    6,798   +0,0     0,0004          6,7976         6,7976 
USD/CNH                    6,804   +0,1     0,0034          6,8006         6,7994 
AUS/USD                   0,6902   -0,1    -0,0006          0,6908         0,6918 
Bitcoin/USD            59.402,60   +0,1      36,40       59.366,20      59.203,17 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  69,94   -2,8      -1,98           71,92 
Brent/ICE                  72,82   -3,2      -2,44           75,26 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.049,30   +0,6      23,30        4.026,00 
Silber                     58,21   +0,6       0,34           57,87 
Platin                  1.619,30   +1,1      18,26        1.601,04 
(Angaben ohne Gewähr) 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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