MÄRKTE EUROPA/DAX schwach - Rheinmetall-Kursdesaster belastet

24.06.2026 / 13:28 Uhr

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich am Mittwochmittag im Minus. Der DAX enttäuscht dabei mit einem Abschlag von 1,1 Prozent auf 24.625 Punkte. Er wird belastet vom Kurseinbruch der Rheinmetall-Aktie um 17,5 Prozent. Für den Euro-Stoxx-50 geht es dagegen nur um 0,3 Prozent auf 6.211 Punkte nach unten, der eher defensiv aufgestellte SMI legt sogar um 1 Prozent zu und notiert auf einem Allzeithoch. Die Nachrichtenlage um den Nahostkonflikt ist derweil ruhig, was eher positiv interpretiert wird. Die Ölpreise fallen weiter, aktuell verbilligt sich Brent-Öl um 2 Prozent auf 75,55 Dollar.

Die Rheinmetall-Aktie fällt mit dem aktuellen Kursrutsch bei 959 Euro und damit wieder unter der 1.000er Marke. Sie hat seit dem Hoch über 50 Prozent an Wert verloren. Grund für den Einbruch ist, dass Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius laut übereinstimmenden Medienberichten das Marine-Projekt zum Bau von F126-Fregatten beendet hat. Wie zuerst der Spiegel berichtete, sollen statt der sechs geplanten Kriegsschiffe nun acht der kleineren Fregatten des Typs "Meko-200" des deutschen Herstellers TKMS angeschafft werden. TKMS steigen daraufhin um 11,5 Prozent. Die Analysten von JP Morgan sehen nun diverse Ziele von Rheinmetall für das laufende Jahr als gefährdet oder kaum mehr erreichbar an. MWB sieht in der Streichung des F126-Fregattenprogramms einen deutlichen Rückschlag für Rheinmetall, da der Auftrag als zentrales Argument für die Übernahme der NVL-Werft und die langfristigen Wachstumsziele im Marinegeschäft gegolten habe.

In der Breite geben Rüstungsaktien europaweit nach. Händler erklären das mit dem ins Rollen kommenden Börsengang des Panzerherstellers KNDS. Mit Blick darauf würden Umschichtungen aus anderen Rüstungswerten erwartet, um Liquidität zu schaffen. Hensoldt und Renk notieren 5,4 Prozent und 6,5 Prozent im Minus, in Mailand verlieren Leonardo 4,6 Prozent und in Paris Thales 2,3 Prozent.

Bei den am Vortag stark unter Druck stehenden Chipaktien kommt es zu leichten Erholungen. So ziehen ASML um 0,5 oder STMicro um 1,3 Prozent an. Im Hinblick auf die jüngst ins Straucheln geratene KI-Rally sind die Blicke bereits auf den Abend gerichtet, wenn nach US-Börsenschluss Micron Technology seine Bücher öffnet. Der Spezialist für Hochleistungs-Speicherlösungen war vor einigen Wochen in den Club der mit über 1 Billion Dollar bewerteten Unternehmen aufgestiegen.

Im SDAX geben Init Innovation um 3,1 Prozent nach. Das Unternehmen hat eine Kapitalerhöhung im Schnellverfahren angekündigt. Die Berenberg-Analysten gehen davon aus, dass diese vor allem der Finanzierung eines kürzlich gewonnenen Großauftrags in Australien dienen soll. Das Projekt zur Modernisierung des Ticketsystems im öffentlichen Nahverkehr von Sydney habe ein Volumen von rund 150 Millionen Euro. Aus der Kapitalerhöhung erwarten die Analysten einen Nettoerlös von rund 45 Millionen Euro.

Für die Analysten von JP Morgan liefern die Viertquartalszahlen von Fedex eine positive Indikation für DHL (-0,4%). Die Analysten sehen die International-Priority-Entwicklung von Fedex kurzfristig als unterstützenden Indikator für DHL Express. Das internationale Express-Geschäft von Fedex liefere insbesondere einen Vergleichswert für DHL Express, das rund 50 Prozent zum EBIT 2025 der DHL Group beigetragen haben.

In London schießen Segro um 18,4 Prozent nach oben. Das US-Immobilienunternehmen Prologis ist mit einem milliardenschweren Übernahmeangebot für den kleineren Konkurrenten zunächst gescheitert. Segro hat die Offerte über 12,6 Milliarden Pfund abgelehnt. Das schürt Spekulationen über ein höheres Gebot.

Steigender Ifo-Index gibt Hoffnung

Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft bei Union Investment, wertet den Ifo-Anstieg im Juni als ein Hoffnungssignal. Er liefere aber noch keinen konjunkturellen Befreiungsschlag. Die Aussicht auf eine Entspannung im Iran-Konflikt mit einer raschen Normalisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus dürfte zur besseren Stimmung beigetragen haben. Nach der erzielten Grundsatzvereinbarung der USA mit dem Iran könnten die Unternehmen nun optimistischer in die Zukunft blicken. Denn das Risiko höherer Ölpreise und Engpässe bei Energieprodukten und kritischen Vorleistungen sei spürbar gesunken. Das schaffe mehr Planungssicherheit für Unternehmen. Für die deutsche Industrie könnte dies den Weg für eine beginnende Erholung der Produktion ebnen.

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INDEX                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.210,69   -0,3     -19,86        6.230,55        7,2 
Stoxx-50                5.328,10   +0,1       3,87        5.324,23        8,3 
DAX                    24.625,15   -1,1    -268,43       24.893,58        0,6 
MDAX                   31.774,89   -1,1    -354,21       27.039,42        3,8 
TecDAX                  3.873,11   -0,8     -30,75        3.091,28        6,9 
SDAX                   17.897,05   -1,4    -259,95       13.062,07        4,2 
FTSE                   10.435,25   +0,1       6,40       10.428,85        5,1 
CAC                     8.356,83   +0,2      16,12        8.340,71        2,5 
SMI                    14.044,90   +1,0     134,20       13.910,70        5,9 
ATX                     6.469,05   -1,2     -76,80        6.545,85       21,5 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Di, 17:02 
EUR/USD                   1,1340   -0,4    -0,0041          1,1381     1,1382 
EUR/JPY                   183,37   -0,3    -0,4800          183,85   183,8600 
EUR/CHF                   0,9217   +0,0     0,0002          0,9215     0,9213 
EUR/GBP                    0,862   +0,0     0,0001          0,8619     0,8622 
USD/JPY                    161,7   +0,1     0,1300          161,57   161,5500 
GBP/USD                   1,3153   -0,4    -0,0050          1,3203     1,3198 
USD/CNY                   6,8106   +0,3     0,0206          6,7900     6,7894 
USD/CNH                   6,8173   +0,3     0,0227          6,7946     6,7938 
AUS/USD                   0,6888   -0,4    -0,0026          0,6914     0,6931 
Bitcoin/USD            62.293,93   -0,2     -95,12       62.389,05  62.410,49 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  71,83   -1,9      -1,38           73,21 
Brent/ICE                  75,55   -2,0      -1,53           77,08 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.037,49   -1,7     -70,86        4.108,35 
Silber                     59,84   -3,5      -2,18           62,03 
Platin                  1.605,85   -2,8     -45,95        1.651,80 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 24, 2026 07:27 ET (11:27 GMT)

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