PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

24.06.2026 / 06:32 Uhr

Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

KI - Bislang war der Zugriff auf Hochleistungschips der begrenzende Faktor für viele Projekte. Die gewaltige Nachfrage nach Energie werde mittlerweile jedoch zur entscheidenden Frage, sagte Ex-AWS-Chef Adam Selipsky. "Die großen Technologiefirmen haben ganze Armeen von Beschäftigten, die nur versuchen, genug Strom für die Rechenzentren zu organisieren." Nicht nur die Verfügbarkeit von Strom sei ein Problem, der Manager sieht auch noch einen "zweiten fundamentalen Flaschenhals". "Der Engpass liegt bei der physischen Infrastruktur - Land, Strom, Gebäude mit Anbindung", sagte Selipsky dem Handelsblatt. Die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) sei exponentiell gestiegen, die Infrastruktur aber nicht mitgewachsen. (Handelsblatt)

RÜSTUNG - Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plant nach Informationen des Spiegel, aus dem größten Rüstungsprojekt in der Geschichte der Marine auszusteigen. Demnach beabsichtigt der Chef des Wehrressorts, das von vielen Problemen geplagte Projekt zum Bau der Fregatten von Typ F126 nicht weiter fortzusetzen. Um das Projekt zu retten, hatte das Verteidigungsministerium im vergangenen Jahr noch einen Wechsel des Generalunternehmers von der niederländischen Werft Damen zum deutschen Schiffsbauer Lürssen Naval Vessels herbeigeführt, der inzwischen vom größten deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall übernommen worden ist. Für das Projekt sind seit der Bestellung im Juni 2020 insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro geflossen. Nun will Pistorius nach Spiegel-Informationen stattdessen insgesamt acht Fregatten des Typs Meko-200 vom deutschen Hersteller TKMS kaufen. Diese Kriegsschiffe sind mit 4200 Tonnen Verdrängung und gut 120 Metern Länge deutlich kleiner als die F126. (Spiegel)

STROMNETZBETREIBER - In der Debatte über hohe Gewinne der größten Stromnetzbetreiber des Landes hat sich die Bundesnetzagentur gegen Anschuldigungen gewehrt, sie prüfe die Kosten der Unternehmen nicht genügend. "Der Vorwurf der mangelnden Kostenprüfung trifft nicht zu", schreibt die Behörde auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Die rechtlichen Vorgaben würden konsequent umgesetzt. Die Vorwürfe betreffen die größten Verteilnetzbetreiber, und sie sind gravierend. Die Unternehmen gehören angeblich zu den profitabelsten des Landes - als natürliche Monopolisten ohne jegliche Konkurrenz und auf Kosten der Stromverbraucher. Von "risikolosen Traumrenditen" ist die Rede. Zugleich gehe der fehlende Wettbewerbsdruck mit einem Mangel an "ausreichender organisatorischer und technischer Kompetenz" einher, den Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden. In den Raum gestellt hat diese Anschuldigungen vor wenigen Tagen der Bundesverband Neue Energiewirtschaft. (FAZ)

GESETZLICHE KRANKENKASSEN - Drei Institute des öffentlichen Gesundheitswesens sollen rund 77 Millionen Euro mit indirekten Anlagen bei einem Hochrisiko-Immobilienfonds verloren haben. Das geht aus einer beim Landgericht Frankfurt eingereichten Klage der Kaufmännische Krankenkasse aus Hannover (1,5 Millionen Versicherte), der Pronova BKK (600.000 Versicherte) und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Die Verluste sollen durch indirekte Investments über komplexe Verbriefungsstrukturen beim Verius-Immobilienfinanzierungsfonds entstanden sein, wie aus der Klage weiter hervorgeht. Die Kläger fordern Schadensersatz von der Depotbank Hauck Aufhäuser Lampe, dem Alternativen Investmentfondsmanager Hauck Aufhäuser Fund Services und dem Fondsberater Verius Capital. (Handelsblatt)

EU-EINREISESYSTEM - Die ersten Warnungen gab es Mitte Februar. Im Juli und August würden Wartezeiten von bis zu vier Stunden drohen, schrieb der europäische Airlineverband A4E an EU-Innenkommissar Magnus Brunner. Der Grund: das neue automatisierte Einreisesystem der EU für Bürger aus Drittstaaten, Entry-Exit-System oder kurz EES genannt. Jetzt bestätigen sich die Befürchtungen. Das Verfahren bringt Fluggäste zur Verzweiflung und die Flugpläne durcheinander. In einem Brief, den der Barig, der deutsche Verband der ausländischen Fluggesellschaften, gemeinsam mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport an das Bundesministerium des Innern geschrieben hat, heißt es, es komme zu Wartezeiten, die in Frankfurt bis zu zweieinhalb Stunden dauern. Der Brief liegt dem Handelsblatt vor. Dort heißt es weiter: "Daraus ergeben sich unmittelbare Auswirkungen auf die Stabilität des Hubsystems." (Handelsblatt)

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