MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

23.06.2026 / 07:34 Uhr

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+++++ TAGESTHEMA I +++++

Der Chemikalienhändler Brenntag hebt nach einem guten zweiten Quartal seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 an. Für das abgelaufene Quartal wird ein operatives EBITDA von rund 450 Millionen Euro erwartet, womit Brenntag die aktuellen Markterwartungen übertrifft. Als Treiber nennt der Konzern eine robuste Nachfrage sowie verbesserte Margen, die unter anderem aus Marktverwerfungen im Mittleren Osten resultierten. Im zweiten Quartal 2025 wies Brenntag ein operatives EBITDA von 334 Millionen Euro aus. Aufgrund dieser Entwicklung rechnet das Management für das Gesamtjahr nun mit einem operativen EBITDA zwischen 1,25 und 1,40 statt 1,15 bis 1,35 Milliarden Euro. Dessen ungeachtet bleibt Brenntag für das zweite Halbjahr vorsichtig und verweist auf andauernde Unsicherheiten sowie das Risiko einer nachlassenden Nachfrage.

+++++ TAGESTHEMA II

RWE erhöht seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion zu einem Gesamtkaufpreis von rund 3,6 Milliarden Euro. Zudem sichert sich RWE frisches Kapital in Milliardenhöhe. Insgesamt wird sich der mittelbare Anteil von RWE an der Amprion auf 55 Prozent erhöhen. RWE platziert 36.143.952 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals und 38.240.169 eigene Aktien in einem beschleunigten Platzierungsverfahren bei institutionellen Anlegern zu je 54 Euro. Damit flossen RWE brutto 4 Milliarden Euro zu. Den Xetra-Handel hatten RWE bei 55,60 Euro beendet. Als Ankerinvestoren hatten laut RWE die Qatar Investment Authority und der norwegische Staatsfonds Norges Bank bereits vorab den Kauf von Aktien im Wert von rund 1 Milliarde Euro zugesagt. Amprion betreibt einen wesentlichen Teil des deutschen Stromübertragungsnetzes, also der großen Stromtrassen, die quer durchs Land verlaufen.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

08:00 GB/Easyjet plc, Ergebnis 3Q

10:00 DE/Delivery Hero SE, HV

10:00 DE/Porsche AG, HV

22:00 US/Fedex Corp, Ergebnis 4Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

-FR 
    09:15 Einkaufsmanagerindex/PMI nicht-verarbeitendes Gewerbe 
          (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  46,0 
          zuvor:     44,3 
          Einkaufsmanagerindex gesamt (1. Veröffentlichung) 
          PROGNOSE:  46,5 
          zuvor:     44,9 
 
          Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe 
          (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  50,0 
          zuvor:     49,7 
 
-DE 
    09:30 Einkaufsmanagerindex/PMI nicht-verarbeitendes Gewerbe 
          (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  49,0 
          zuvor:     48,1 
          Einkaufsmanagerindex gesamt (1. Veröffentlichung) 
          PROGNOSE:  k.A. 
          zuvor:     48,8 
 
          Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe 
          (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  50,2 
          zuvor:     50,1 
 
-EU 
    10:00 Einkaufsmanagerindex/PMI nicht-verarbeitendes Gewerbe 
          Eurozone (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  48,6 
          zuvor:     47,7 
 
          Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe 
          Eurozone (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  51,5 
          zuvor:     51,6 
          Einkaufsmanagerindex gesamt (1. Veröffentlichung) 
          PROGNOSE:  49,2 
          zuvor:     48,5 
 
-GB 
    10:30 Einkaufsmanagerindex/PMI nicht-verarbeitendes Gewerbe 
          (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  50,0 
          zuvor:     49,3 
 
          Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe 
          (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  53,9 
          zuvor:     53,9 
 
-US 
    15:45 Einkaufsmanagerindex/PMI Service (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  51,0 
          zuvor:     50,7 
 
          Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe 
          (1. Veröffentlichung) Juni 
          PROGNOSE:  54,8 
          zuvor:     55,1 
 

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell: 
                            zuletzt  +/- % 
DAX Futures               25.052,00   -1,1 
E-Mini-Future S&P-500      7.476,75   -0,9 
E-Mini-Future Nasdaq-100  30.195,75   -1,5 
Topix (Tokio)              4.021,10   -1,8 
Hang-Seng (Hongk.)        23.434,02   -1,4 
Shanghai-Comp.             4.132,50   -0,7 
 
 
Montag: 
INDEX               zuletzt  +/- % 
DAX               25.139,69   +0,6 
DAX-Future        25.277,00   +0,3 
XDAX              25.102,73   -0,1 
MDAX              32.574,46   -0,2 
TecDAX             3.970,95   +0,4 
SDAX              18.395,47   -0,6 
Euro-Stoxx-50      6.311,32   +0,3 
Stoxx-50           5.353,11   +0,5 
Dow-Jones         51.712,71   +0,3 
S&P-500            7.472,79   -0,4 
Nasdaq Composite  26.166,60   -1,3 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Die europäischen Aktienmärkte werden zum Handelsstart am Dienstag mit roten Vorzeichen erwartet. Die Richtung geben die Wall Street, vor allem aber die asiatischen Märkte vor, wo vor allem Technologiewerte unter Druck stehen. Am Vormittag stehen die Einkaufsmanagerindizes für Juni im Fokus. Mit der Entspannung der Lage im Nahost-Konflikt werde bereits bei den Juni-Daten eine Verbesserung erwartet, heißt es.

Rückblick: Etwas fester - Auch der holprige Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran konnte der Hoffnung der Anleger auf Frieden im Nahen Osten und eine dauerhafte Wiedereröffnung der Straße von Hormus kaum etwas anhaben. Entsprechend gaben die Ölpreise deutlich nach, was die Stimmung im Handelsverlauf aufhellte. Zu den Tagesfavoriten gehörten erneut Halbleiteraktien. Sie wurden angeführt von Infineon mit einem Plus von 4,8 Prozent auf 85,94 Euro. Bernstein hatte das Kursziel auf 102 von 74 Euro erhöht. BE Semiconductor und STMicro stiegen um bis zu 3,4 Prozent. Unter dem Verlierern fanden sich wieder Aktien von Softwareunternehmen mit den andauernden Sorgen über negative Auswirkungen von KI-Anwendungen auf das Software-Geschäft. SAP fielen um 1,4 Prozent, Capgemini um 1,9 oder Scout24 um 3,0 Prozent. Danone legten um 2,4 Prozent zu. Das Unternehmen verstärkt sich mit der Übernahme des in Australien ansässigen Herstellers von gesunden Lebensmitteln Made Group. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Etwas fester - Nordex stiegen um 2,4 Prozent, nachdem das Unternehmen eine erste Tranche größerer US-Aufträge erhalten hatte. Jefferies wertete die Aufträge als positives Signal für den Markteintritt in den USA. OHB gaben um 1,5 Prozent nach auf 399,50 Euro. Das Raumfahrtunternehmen bietet im Rahmen der bereits avisierten Kapitalerhöhung neue Aktien zu je 300 Euro an. Der Bruttoerlös könnte sich auf bis zu 510,7 Millionen Euro belaufen. Nach den beschlossenen Indexänderungen wurden Hochtief erstmals als DAX-Aktie gehandelt, wofür im Gegenzug Porsche Automobil Holding im MDAX wiederzufinden sind. Auch in der zweiten und dritten Reihe, dem MDAX und dem SDAX, wurden diverse Änderungen umgesetzt. Hochtief stiegen um 3,1 Prozent, Porsche Holding gaben dagegen um 1,1 Prozent nach.

XETRA-NACHBÖRSE

Die Brenntag-Aktie legte um etwa 3,5 Prozent zu, nachdem der Chemikalienhändler nach einem guten zweiten Quartal die Jahresprognose erhöht hatte. RWE wurden dagegen nach der Kapitalerhöhung um 2 Prozent niedriger getaxt (siehe Tagesthema I und II).

USA - AKTIEN

Uneinheitlich - Berichte über Fortschritte bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran stützten nur bedingt. Einen Kurseinbruch um gut 16 Prozent erlebten SpaceX, nachdem Berichte bekannt wurden, dass das Raumfahrt- und KI-Unternehmen plant, Anleihen im Wert von mindestens 20 Milliarden Dollar zu verkaufen. Das erklärte auch das viel deutlichere Minus des Nasdaq-Composite im Vergleich zum Nasdaq-100-Index. Die SPaceX-Aktie ist in ersterem Technologieindex bereits enthalten, aber noch nicht im Nasdaq-100. Der Kurs der Google-Mutter Alphabet sackte um 5 Prozent ab. Beobachter erklärten das Minus mit dem Weggang von John Jumper. Der Forscher und Nobelpreisgewinner hatte am Freitag mitgeteilt, dass er die KI-Forschungstochter Google Deepmind verlassen und zum KI-Startup Anthropic wechseln werde. Daneben verbilligten sich Amazon um 4,8, Meta Platforms um 2,3, Microsoft um 3,2 und Nvidia um rund 1 Prozent. Apogee Therapeutics schossen um 46,7 Prozent auf 132,54 Dollar nach oben. Der US-Pharmakonzern Abbvie übernimmt das Unternehmen für 10,9 Milliarden US-Dollar bzw 135,11 Dollar je Aktie. Für die Aktien von Abbvie ging es um 6,3 Prozent nach oben.

US-ANLEIHEN

US-Treasuries            Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre                     4,23  +0,05       4,24            4,21 
5 Jahre                     4,29  +0,06       4,29            4,26 
10 Jahre                    4,51  +0,06       4,51            4,48 
 

Der falkenhafte Auftritt der US-Notenbank in der Vorwoche wirkte nach: Die Erwartung von Zinserhöhungen noch im laufenden Jahr trieb die Renditen nach oben, im Zehnjahresbereich um 6 Basispunkte auf 4,51 Prozent.

DEVISEN

               zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 17:10 
EUR/USD         1,1424   -0,0    -0,0003          1,1427     1,1446 
EUR/JPY         184,61   -0,0    -0,0600        184,6700   184,5500 
EUR/CHF         0,9241   +0,0     0,0002          0,9239     0,9242 
EUR/GBP         0,8629   +0,1     0,0005          0,8624     0,8631 
USD/JPY         161,58   +0,0     0,0400        161,5400   161,2200 
GBP/USD         1,3235   -0,1    -0,0012          1,3247     1,3260 
USD/CNY         6,7786   +0,1     0,0041          6,7745     6,7745 
USD/CNH          6,782   +0,1     0,0049          6,7771     6,7756 
AUS/USD         0,6964   -0,5    -0,0035          0,6999     0,7011 
Bitcoin/USD  63.350,34   -1,6  -1.024,59       64.374,93  64.959,44 
 
 

Der Dollar legte im Gefolge der steigenden Anleiherenditen etwas zu. Für den Dollarindex ging es um 0,2 Prozent aufwärts.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold     4.126,26   -1,5     -64,17        4.190,43 
Silber      62,69   -3,8      -2,49           65,18 
Platin   1.648,62   -1,8     -30,07        1.678,70 
 

Das Gold erholte sich von zwischenzeitlichen Verlusten. Im späten Handel notierte die Feinunze 0,7 Prozent höher bei 4.191 Dollar. Beobachter erwarten jedoch, dass der Preis des Edelmetalls weiter nachgeben wird - belastet von der Aussicht auf steigende Zinsen, die das zinslos gehaltene Gold weniger attraktiv machen. Daneben habe die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs das Interesse an "sicheren Häfen" gemindert, hieß es.

ÖL

             zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex      73,61   -0,3      -0,25           73,86 
Brent/ICE      77,56   -0,4      -0,34           77,90 
 

Berichte über Fortschritte bei den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran ließen den Ölpreis deutlicher nachgeben. Dazu trug bei, dass die USA die Sanktionen gegen den Iran für die Dauer von zwei Monaten gelockert haben und dem Land den Verkauf von Öl - auch an US-Abnehmer - gegen US-Dollar gestatten. Das Barrel Brent verbilligte sich um 3,3 Prozent auf 77,90 Dollar.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

IRAN-KRIEG

Die USA haben den Weg für die ersten Ölverkäufe des Iran in US-Dollar seit Jahrzehnten freigemacht, auch an die USA. Das US-Finanzministerium setzte Sanktionen auf diese Verkäufe für zwei Monate aus, während die Gespräche zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Behandlung der Fragen des iranischen Atomprogramms sowie weiterer Sanktionserleichterungen voranschreiten. Seit Jahren nutzt der Iran unter Sanktionen ein undurchsichtiges Netzwerk von Tankern, um sein Rohöl hauptsächlich an China zu verkaufen. Vizepräsident JD Vance sagte, dass Teheran sich bereiterklärt habe, dass Nuklearinspektoren bereits diese Woche in den Iran zurückkehren dürften. Der Iran bestätigte den Schritt nicht. Vance räumte ein, dass die Bedingungen für diesen Zugang noch ausgehandelt werden müssen.

AUTOMARKT EUROPA

Europas Automarkt hat im Mai ein leichtes Absatzplus verzeichnet und damit den positiven Trend des bisherigen Jahres fortgesetzt. Laut dem Herstellerverband Acea stiegen die Pkw-Neuzulassungen (EU, EFTA und GB) im Berichtsmonat um 3,6 Prozent auf gut 1,15 Millionen Fahrzeuge. In den ersten fünf Monaten des Jahres legten die Verkäufe in der Gesamtregion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent auf rund 5,82 Millionen Einheiten zu. Bei den Antriebsarten erzielten batterieelektrische Autos (BEV) einen deutlichen Zuwachs von 39,1 Prozent. Hybridelektrofahrzeuge behaupteten sich mit einem Plus von 8,2 Prozent. Im Gegensatz dazu war der Absatz von Modellen mit traditionellen Verbrennungsmotoren mit 19,1 Prozent bei Benzinern und 19,0 Prozent bei Dieselfahrzeugen weiter spürbar rückläufig.

DEUTSCHE TELEKOM

Fitch hat das Rating von BBB+ auf A- angehoben. Der Ausblick ist stabil.

ROCHE

Die japanische Regierung hat in einer weltweit ersten Zulassung dieser Art ein Medikament zur therapeutischen Behandlung von Neurofibromatose Typ 2 (NF2) zugelassen. Dabei handelt es sich um eine unheilbare Erkrankung, die die Hörnerven betrifft. Das zuständige Ministerium genehmigte die erweiterte Anwendung von Avastin - einem Krebsmedikament mit dem generischen Namen Bevacizumab - zur Behandlung von NF2, wie die japanische Zeitung Yomiuri unter Berufung auf die Roche-Tochter Chugai Pharmaceutical Co berichtet.

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HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/cln/gos

(END) Dow Jones Newswires

June 23, 2026 01:33 ET (05:33 GMT)

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