MÄRKTE EUROPA/Gespräche USA/Iran stützen - Starmer-Rücktritt belastet nicht

22.06.2026 / 18:08 Uhr

DOW JONES--Mit leichten Gewinnen haben die europäischen Aktienmärkte zu Wochenbeginn den Handel beendet. Der DAX konnte dabei zwischenzeitliche leichte Verluste wieder aufholen und schloss deutlicher über der Marke von 25.000 Punkten. Auch der holprige Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat die Hoffnung der Anleger auf Frieden im Nahen Osten und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus nicht getrübt. Stützend wirkte in diesem Zusammenhang auch der deutliche Rückgang der Ölpreise - der Preis für ein Barrel der Sorte Brent rutschte unter die Marke von 78 Dollar. Der DAX verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 25.140 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,3 Prozent auf 6.311 Punkte nach oben.

Keine negativen Auswirkungen hatte der erwartete Rücktritt des britischen Premierministers Keir Starmer. Das Pfund Sterling und britische Staatsanleihen, oder Gilts, erholten sich von früheren Verlusten. In einer auf X veröffentlichten Erklärung sagte der ehemalige Gesundheitsminister Wes Streeting, Starmer habe die "richtige Entscheidung" getroffen, und sprach sich für Andy Burnham als nächsten Premierminister aus. Burnham gilt als Favorit für die Nachfolge von Starmer. Obwohl Streeting eine Kandidatur für den Parteivorsitz faktisch ausschloss, wird er als potenzieller nächster Schatzkanzler gehandelt. Die Renditen zehnjähriger Gilts fielen um 3 Basispunkte auf 4,811 Prozent. Der FTSE-100 schloss 0,7 Prozent im Plus.

Abseits der Iran-Thematik war die Nachrichtenlage dünn. Zu den Tagesfavoriten gehörten wieder einmal Halbleiteraktien. Sie wurden angeführt von Infineon mit einem Plus von 4,8 Prozent auf 85,94 Euro. Die Analysten bei Bernstein haben das Kursziel auf 102 von 74 Euro erhöht. Infineon sei ein Hauptprofiteur von Leistungshalbleitern, hieß es von den Analysten zur Begründung. BE Semiconductor und STMicro stiegen um bis zu 3,4 Prozent. Unter dem Verlierern fanden sich wieder Aktien von Softwareunternehmen mit den andauernden Sorgen über negative Auswirkungen von KI-Anwendungen auf das Software-Geschäft. SAP verbilligten sich um 1,4 Prozent, Capgemini um 1,9 Prozent oder Scout24 um 3,0 Prozent.

Nordex hat eine erste Tranche größerer US-Aufträge erhalten. Obwohl die Namen der drei Kunden nicht genannt wurden, werteten die Jefferies-Analysten die Aufträge als ein positives Signal für den Markteintritt des Windenergieanlagen-Herstellers in den USA. Die Aktie verteuerte sich um 2,4 Prozent.

OHB gaben um 1,5 Prozent nach auf 399,50 Euro. Das Raumfahrtunternehmen bietet im Rahmen der geplanten Kapitalerhöhung neue Aktien zum Stückpreis von 300 Euro an. Der Bruttoerlös könnte sich damit auf bis zu 510,7 Millionen Euro belaufen. OHB hatte vor einer Woche angekündigt, über eine Kapitalerhöhung rund 500 Millionen Euro für den Ausbau der eigenen Produktionskapazitäten einzusammeln. Zudem bietet der Investor KKR bis zu knapp 1,23 Millionen bestehende Aktien an.

In Paris legten Danone um 2,4 Prozent zu. Das Unternehmen verstärkt sich mit der Übernahme des in Australien ansässigen Herstellers von gesunden Lebensmitteln Made Group. Finanzielle Details wurden allerdings nicht genannt.

Hochtief ersetzen Porsche Holding im DAX

Die am Berichtstag wirksam gewordenen Änderungen in den Indizes bewegten die Kurse der betreffenden Aktien, auch wenn etwaige Anpassungen meist schon zuvor vorgenommen wurden. Erstmals wurden Hochtief als DAX-Aktie gehandelt, wofür im Gegenzug Porsche Automobil Holding im MDAX wiederzufinden sind. Auch in der zweiten und dritten Reihe, dem MDAX und dem SDAX, wurden diverse Änderungen umgesetzt. Hochtief stiegen um 3,1 Prozent, Porsche Holding gaben dagegen um 1,1 Prozent nach.

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INDEX                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.311,32   +0,3      18,19        6.293,13        9,2 
Stoxx-50                5.353,11   +0,5      27,32        5.325,79        9,0 
DAX                    25.139,69   +0,6     153,87       24.985,82        2,7 
MDAX                   32.574,46   -0,2     -63,96       27.039,42        6,4 
TecDAX                  3.970,95   +0,4      16,81        3.091,28        9,7 
SDAX                   18.395,47   -0,6    -115,78       13.062,07        7,1 
FTSE                   10.437,85   +0,7      74,58       10.363,27        5,2 
CAC                     8.400,11   -0,3     -21,03        8.421,14        3,1 
SMI                    13.848,51   +0,5      74,49       13.774,02        4,3 
ATX                     6.594,82   +1,0      67,23        6.527,59       23,8 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Fr, 18:13 
EUR/USD                   1,1431   -0,3    -0,0037          1,1468     1,1463 
EUR/JPY                    184,6   -0,2    -0,4200          185,02   184,9300 
EUR/CHF                   0,9247   -0,1    -0,0006          0,9253     0,9259 
EUR/GBP                   0,8627   -0,4    -0,0034          0,8661     0,8669 
USD/JPY                   161,46   +0,1     0,1800          161,28   161,3100 
GBP/USD                   1,3247   +0,1     0,0015          1,3232     1,3218 
USD/CNY                   6,7745   +0,1     0,0059          6,7686     6,7686 
USD/CNH                   6,7776   -0,1    -0,0051          6,7827     6,7845 
AUS/USD                   0,6999   -0,2    -0,0012          0,7011     0,7008 
Bitcoin/USD            64.754,42   +1,6     986,64       63.767,78  63.245,49 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  73,39   -3,2      -2,46           75,85 
Brent/ICE                  77,72   -3,5      -2,85           80,57 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.184,39   +0,6      24,39        4.160,00 
Silber                     65,46   +0,8       0,55           64,91 
Platin                  1.671,59   +0,5       7,53        1.664,06 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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