MÄRKTE EUROPA/Leichte Abgaben zum Großen Verfall
19.06.2026 / 18:35 Uhr
DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Freitag mit leichten Abgaben geschlossen. Aus den USA fehlten die Impulse, weil dort wegen eines Feiertages nicht gehandelt wurde. Der Große Verfalltag an den internationalen Terminmärkten sorgte ebenfalls nicht für größere Bewegungen. Fundamental verhinderten die Schlagzeilen zum Iran-Krieg das Aufkommen von Kauflaune. US-Vizepräsident J.D. Vance hatte auf einen Flug in die Schweiz verzichtet, wo er zum Verhandlungsstart mit dem Iran hätte eintreffen sollen. Die für Freitag geplanten Gespräche zwischen Iran und USA wurden später abgesagt.
Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 24.986 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,5 Prozent nach unten. Der Euro legte leicht auf 1,1464 Dollar zu, an den Anleihemärkten blieb es ruhig. Gold tat sich weiter schwer, das Edelmetall verbilligte sich um weitere 1,4 Prozent die Feinunze. Der Ölpreis drehte im späten europäischen Handel ins Plus, laut Berichten soll der Iran die Straße von Hormus erneut geschlossen haben. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 0,9 Prozent und notierte knapp über der 80-Dollar-Marke.
Übergeordnet war die Stimmung seit den positiv aufgenommenen Aussagen des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh sehr gut. Warsh hatte überrascht mit einem klaren Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung. Dies hatte Unsicherheit vor allem aus den langlaufenden Anleihen genommen, deren gesunkene Renditen sorgten dann für eine Rally der Technologiewerte in den USA. Allerdings gab es auch skeptische Stimmen: "Wir sind an diesem Punkt noch lange nicht über den Berg", sagte Mark Malek, Chief Investment Officer bei Siebert Financial: "Die Fed wird für uns nur noch schwieriger zu beurteilen sein. Es besteht immer noch ein größeres Risiko, dass das Friedensabkommen nicht gut ausgeht. Wenn diese ganze Freude nur darauf basiert, könnten wir in den nächsten 60 Tagen eine heftige Neubewertung erleben."
Am Aktienmarkt erholten sich Evonik kräftig vom Kursrutsch am Vortag und stiegen um 5,2 Prozent dank einer positiven Studie der Deutschen Bank. Der Markt hatte am Vortag noch negativ reagiert auf die drastischen Sparpläne des Spezialchemiekonzerns. Bis zu 3.200 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Die Analysten erwarten bei den Quartalszahlen Anfang August ein EBITDA von bis zu 22 Prozent über Vorjahr, was deutlich über den Konsensschätzungen und der hauseigenen Evonik-Schätzung liegt. Eine kräftige Erleichterungsrally von 8,7 Prozent Plus zeigten auch Lanxess. Der Verkaufsdruck nach der erfolgreichen Platzierung einer Unternehmensanleihe vom Mittwochnachmittag war ausgelaufen.
Im Fokus standen Commerzbank (-0,03%) und Unicredit (-0,7%). Die Italiener haben ihre Beteiligung an der Commerzbank mit dem Übernahmeangebot deutlich ausgebaut. Wie die italienische Bank mitteilte, wurden ihr bis Dienstag 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Die Unicredit hält bisher 26,77 Prozent an der Frankfurter Bank direkt. Das Angebot, das die Unicredit am 5. Mai gestartet hatte, sah vor, dass die Aktionäre pro angedientem Commerzbank-Anteilsschein 0,485 Unicredit-Aktien bekommen sollen. Aktionäre, die das Angebot in der regulären Frist nicht angenommen haben, können dies im Rahmen einer "weiteren Annahmefrist" tun. Diese läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli.
Bei ASML ging es um 1,1 Prozent tiefer. Den Technologietitel belasteten US-Sorgen über den Verkauf seiner Maschinen nach China. Gesucht waren Rüstungswerte nach der jüngsten Korrektur. Das Umfeld blieb angesichts der geopolitischen Entspannungssignale aber schwierig. So stiegen Rheinmetall 2 Prozent, während es für die Leonardo-Aktie um 1,7 Prozent nach oben ging.
Bei den Nebenwerten wurden die Geschäftszahlen der Baumarktkette Hornbach (+3%) im Handel als im Rahmen der Prognosen liegend bezeichnet. Positiv sei die Ausweitung von Marktanteilen, die wegen gestiegener Kosten aber etwas auf die Marge drücke.
VW fielen nur optisch um 4,3 Prozent, hier wurden 5,26 Euro Dividende je Vorzugsaktie ausgeschüttet. Der überraschende Abgang der ehemaligen Rüstungsmanagerin Susanne Wiegand aus dem Aufsichtsrat nach knapp einem Jahr hatte am Vortag das Papier belastet. Umstufungen schlugen ebenfalls durch: So sanken FMC nach einer Abstufung durch Metzler um 1,4 Prozent.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.293 -0,5 +9,2 Stoxx-50 5.326 -0,3 +8,6 Stoxx-600 636 -0,2 +7,6 DAX 24.986 -0,2 +2,2 FTSE-100 London 10.400 -0,4 +4,7 CAC-40 Paris 8.468 -0,6 +3,9 AEX Amsterdam 1.081 -0,3 +13,7 ATHEX-20 Athen 6.285 +0,1 +17,5 BEL-20 Brüssel 5.649 -0,0 +11,2 BUX Budapest 138.406 -0,6 +24,7 OMXH-25 Helsinki 6.324 -1,4 +10,9 OMXC-20 Kopenhagen 1.501 +2,5 -6,6 PSI 20 Lissabon 9.040 +0,7 +9,4 IBEX-35 Madrid 19.404 -0,3 +12,1 FTSE-MIB Mailand 52.688 +0,3 +17,2 OBX Oslo 1.873 +1,1 +17,2 PX Prag 2.554 +0,4 -4,9 OMXS-30 Stockholm 3.161 +0,6 +9,7 WIG-20 Warschau 138.854 +0,2 +18,2 ATX Wien 6.527 0,0 +22,6 SMI Zürich 13.766 +0,1 +3,8 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:30 EUR/USD 1,1465 +0,1 0,0009 1,1456 1,1477 EUR/JPY 184,96 +0,0 0,0700 184,89 184,7700 EUR/CHF 0,9258 +0,4 0,0039 0,9219 0,9217 EUR/GBP 0,867 -0,0 -0,0003 0,8673 0,8670 USD/JPY 161,31 -0,0 -0,0600 161,37 160,9800 GBP/USD 1,3217 +0,1 0,0015 1,3202 1,3236 USD/CNY 6,7686 +0,2 0,0109 6,7686 6,7710 USD/CNH 6,7842 +0,1 0,0066 6,7776 6,7712 AUS/USD 0,7008 -0,1 -0,0006 0,7014 0,7026 Bitcoin/USD 63.057,77 +0,1 40,07 63.017,70 63.165,11 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 77,47 +1,1 0,87 76,6 Brent/ICE 80,6 +0,9 0,75 79,85 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.145,69 -1,5 -62,90 4.208,59 Silber 64,34 -2,2 -1,48 65,82 Platin 1.660,43 -2,1 -35,18 1.695,61 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/flf/sha
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