MÄRKTE EUROPA/Börsen kaum verändert nach US-Notenbanksitzung

18.06.2026 / 13:36 Uhr

DOW JONES---Wenig verändert präsentieren sich Europas Börsen am Donnerstagmittag. Trotz des eher falkenhaften Tons der US-Notenbanksitzung setzt sich am Markt zunehmend eine positive Bewertung des ersten Auftritts von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef durch. Er habe sich zur Preisstabilität bekannt, was vor allem im langfristigen Anleihebereich für Vertrauen sorgt. Dazu drückt das Iran-US-Abkommen den Ölpreis um mehr als 1 Prozent, was positiv für die Wirtschaftsaussichten ist. Die Absichtserklärung wurde zwei Tage vor der geplanten Zeit unterschrieben.

Dass der Iran-Krieg Spuren hinterlassen wird, zeigt die neue Wachsumsprognose des Ifo-Instituts. Danach wird die deutsche Wirtschaft in diesem und im nächsten Jahr voraussichtlich um 0,8 Prozent wachsen. Zuvor hatte das in München ansässige Forschungsinstitut für dieses Jahr ein Wachstum von 0,8 Prozent und für 2027 von 1,2 Prozent prognostiziert. "Die Prognose basiert auf der Annahme, dass der Konflikt in den kommenden Wochen deeskaliert und die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Die Energiepreise werden dann voraussichtlich allmählich sinken..."

Der DAX steht kaum verändert bei 24.934 Punkten, der Euro-Stoxx-50 tritt mit 6.301 Punkten ebenfalls auf der Stelle. Am Devisenmarkt wertet der Euro deutlich auf etwa 1,1460 Dollar ab, an den Anleihemärkten steigen die Renditen. Die US-Notenbank hat wie allgemein erwartet ihre Zinspause verlängert, die Entscheidung fiel einstimmig. Das verkürzte geldpolitische Statement enthielt keine sogenannte Forward Guidance mehr. Neun von 19 Ratsmitgliedern - von denen nicht alle stimmberechtigt sind - gehen laut dem "Dot Plot" (Zinsprojektionen) davon aus, dass bis zum Jahresende mindestens eine Zinserhöhung gerechtfertigt ist. Im März hatte noch niemand diese Prognose abgegeben.

Überdies haben Marktteilnehmer mit der Abwicklung der Großen Verfalltage an den internationalen Terminbörsen zu tun. Denn wegen des US-Feiertages am Freitag findet er an Wall Street schon heute statt. In Europa ist er regulär erst für Freitag angesetzt, dürfte wegen der US-Vorlagen aber ebenfalls vorgezogen werden.

Hauptgewinner sind die Aktien der Fluglinien, Verlierer die Rohstoff- und Minenwerte mit der Aussicht auf steigende US-Zinsen. So geht es bei Air France-KLM um 2,6 Prozent und bei Lufthansa um 1,8 Prozent höher. Dagegen verlieren BP 1,7 Prozent, Rio Tinto 2,3 Prozent oder Repsol 0,6 Prozent.

Autoaktien werden weiter gemieden nach der massiven Gewinnwarnung von BMW am Vortag. BMW setzen den Südkurs weiter fort und fallen um 5,3 Prozent, Mercedes-Benz um 5,6 Prozent. Auch Zulieferer stehen unter Druck, so fallen Schaeffler um 8,4 Prozent und Valeo um 4,7 Prozent.

VW geben um 3,1 Prozent nach, sie stehen mit der Hauptversammlung des Konzerns im Fokus. "Die nächsten Jahre entscheiden", sagte CEO Oliver Blume auf der Hauptversammlung. "Die Lage bleibt anspruchsvoll. Trotzdem haben wir es selbst in der Hand." Als Hoffnungsträger gilt der neue Elektro-Polo, von dem ein "Golf-1-Moment" erwartet wird. Dieser hatte VW in den 70er-Jahren aus einer ähnlichen Krise gerettet.

Talanx legen um 0,2 Prozent zu nach einer Hochstufung auf "Outperform" durch Exane BNP. Evonik verlieren 3,3 Prozent, der Spezialchemiekonzern hat verschärfte Sparmaßnahmen ankündigen müssen.

Für die Tesco-Aktie geht es nach Erstquartalszahlen 2,1 Prozent nach unten. Das flächenbereinigte Wachstum von 1,8 Prozent auf dem britischen Heimatmarkt liegt laut Bernstein nur am unteren Ende der Spanne der Konsensschätzungen. Auch verweisen die Analysten auf die andauernde Schwäche bei Booker.

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INDEX                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.300,84   +0,0       0,77        6.300,07        8,8 
Stoxx-50                5.342,17   -0,3     -14,93        5.357,10        8,6 
DAX                    24.933,69    0,0      -0,98       24.934,67        1,8 
MDAX                   32.547,61   -0,9    -308,21       27.039,42        6,3 
TecDAX                  3.932,54   -0,4     -15,84        3.091,28        8,6 
SDAX                   18.300,34   -1,0    -174,92       13.062,07        6,6 
FTSE                   10.399,18   -1,0    -109,43       10.508,61        4,7 
CAC                     8.422,29   -0,1      -8,50        8.430,79        3,3 
SMI                    13.749,37   -0,5     -65,87       13.815,24        3,6 
ATX                     6.514,58   -0,8     -54,10        6.568,68       22,3 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 18:24 
EUR/USD                   1,1463   -0,3    -0,0036          1,1499     1,1590 
EUR/JPY                   184,44   -0,2    -0,3100          184,75   185,7100 
EUR/CHF                   0,9214   +0,2     0,0017          0,9197     0,9192 
EUR/GBP                   0,8669   +0,2     0,0018          0,8651     0,8653 
USD/JPY                   160,89   +0,2     0,2600          160,63   160,2200 
GBP/USD                    1,322   -0,5    -0,0071          1,3291     1,3391 
USD/CNY                    6,771   +0,2     0,0133          6,7577     6,7577 
USD/CNH                   6,7744   -0,0    -0,0016          6,7760     6,7594 
AUS/USD                   0,7005   -0,1    -0,0009          0,7014     0,7069 
Bitcoin/USD            63.987,96   -0,6    -374,16       64.362,12  65.847,36 
 
ROHOEL                   zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  75,52   -1,7      -1,27           76,79 
Brent/ICE                  78,44   -1,4      -1,11           79,55 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.247,91   -0,2      -9,77        4.257,68 
Silber                     67,31   -1,0      -0,68           67,99 
Platin                  1.700,69   -2,1     -36,12        1.736,81 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 18, 2026 07:35 ET (11:35 GMT)

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