Bank of England lässt Leitzins bei 3,75 Prozent

18.06.2026 / 13:21 Uhr

Von Paul Hannon

DOW JONES--Die Bank of England (BoE) hat ihren Leitzins stabil gehalten und reagierte damit ebenso wie andere Zentralbanken vorsichtig auf Anzeichen dafür, dass die Straße von Hormus bald wieder geöffnet werden könnte. Der Leitzins verharrte bei 3,75 Prozent, dem Stand, auf dem er seit Dezember liegt.

Die Öl- und Erdgaspreise sind gesunken, seit der Iran und die USA bekanntgegeben haben, dass sie sich auf ein vorläufiges Abkommen geeinigt haben, liegen jedoch weiterhin über dem Vorkriegsniveau.

Viele Details des endgültigen Abkommens müssen noch geklärt werden, und es ist unklar, wie schnell die Energielieferungen, die durch die Straße von Hormus transportiert werden, wieder das Vorkriegsniveau erreichen werden.

Für den geldpolitischen Ausschuss der BoE bedeutet das potenzielle Friedensabkommen, dass das Risiko eines anhaltenden Inflationsanstiegs zwar verringert, aber nicht vollständig beseitigt wurde. Auch wenn es den meisten Notenbankern weniger wahrscheinlich erscheint, dass sie die Zinsen in diesem Jahr anheben müssen, haben sie dies dennoch nicht ausgeschlossen.

Andere Zentralbanken haben angesichts der Aussicht auf ein dauerhaftes Friedensabkommen einen ähnlich vorsichtigen Kurs eingeschlagen. Die Bank of Japan warnte, dass sie ihren Leitzins möglicherweise erneut anheben werde, nachdem sie die Zinsen bereits auf den höchsten Stand seit 31 Jahren erhöht hatte, während der Chefökonom der Europäischen Zentralbank erklärte, die Zinsen in der Eurozone könnten erneut angehoben werden.

"Ich würde umgehend auf alle Anzeichen reagieren, dass ein länger anhaltender Anstieg der Energiepreise zu stärkeren möglichen Zweitrundeneffekten führen könnte", sagte BoE-Gouverneur Andrew Bailey.

Tatsächlich stimmten zwei der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (MPC) für eine Anhebung des Leitzinses auf 4,00 Prozent und argumentierten, dass eine straffere Geldpolitik erforderlich sei, um den Inflationsdruck einzudämmen, der sich seit Kriegsbeginn Ende Februar bereits aufgebaut habe.

"Angesichts der bevorstehenden Wiedereröffnung der Meerenge liegt die Vermutung nahe, dass der globale Zinserhöhungszyklus bereits vorbei ist", sagte Dario Perkins, Ökonom bei TS Lombard. "Diese Einschätzung scheint aber falsch zu sein. Die Kerninflation ist nach wie vor zu hoch, und das Wachstum dürfte wieder an Fahrt gewinnen."

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

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June 18, 2026 07:20 ET (11:20 GMT)

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