MÄRKTE EUROPA/Etwas fester - Börsianer zwischen Hoffen und Bangen
16.06.2026 / 18:21 Uhr
DOW JONES--Zumeist etwas freundlicher haben sich die Börsen in Europa am Dienstag gezeigt. Die Freude über das Rahmenabkommen, das die USA und der Iran am Freitag unterzeichnen wollen, ebbte zwar ab, die Ölpreise fielen mit der Aussicht auf ein Ende der Blockade der Straße von Hormus aber erneut deutlich, was Inflationssorgen milderte. Mit Blick auf die weitestgehend fehlenden Details des Abkommens bewegten sich die Akteure zwischen Hoffen und Bangen. So ist unter anderem unklar, ob die Passage durch die Straße von Hormus zukünftig mautfrei sein wird oder ob Israel auch Teil der Friedensvereinbarung ist.
Der Brent-Ölpreis fiel um weitere gut 5 Prozent auf knapp 79 Dollar. Damit liegt er nur noch rund 10 Dollar über dem Niveau von vor Ausbruch des Krieges. Am Anleihemarkt sanken die Renditen dazu passend weiter
Der DAX legte um 0,1 Prozent zu auf 24.910 Punkte, der Euro-Stoxx-50 kletterte um 0,5 Prozent auf 6.257 Zähler. Beim DAX bremste laut Händlern der Einfluss des Großen Verfalltages an den Terminbörsen am Freitag. Viele Marktteilnehmer wollten aufgrund ihrer Positionierung den DAX dann nicht über der runden Marke von 25.000 Punkten sehen.
In den Fokus rückte die US-Notenbank, die am Mittwoch erstmals unter dem neuen Chef Kevin Warsh über die Zinsen entscheidet. Weil eine Zinsänderung nicht erwartet wird, gilt das Hauptinteresse den Aussagen zur Inflationsentwicklung. Trump-Kandidat Warsh agiert im gleichen Spannungsfeld wie sein Vorgänger Powell. US-Präsident Trump fordert vehement niedrigere Zinsen, dem steht aber eine viel zu hohe Inflation entgegen.
Am Aktienmarkt sorgten die sinkenden Ölpreise weiter für Auftrieb bei Aktien der Fluggesellschaften. Für IAG und Easyjet ging es bis je 1,3 Prozent nach oben, Lufthansa kletterten um 0,9 Prozent. Gesucht waren auch Aktien von Ausrüstern der Luftfahrt wie Rolls-Royce, die um 2,9 Prozent stiegen.
DAX-Tagessieger waren Gea mit einem Plus von 5,1 Prozent, nachdem die Aktie von der Deutschen Bank auf "Buy" hochgestuft worden war. Für die Analysten spiegelt die aktuelle Aktienbewertung die fundamental gute Lage des Unternehmens nicht wider.
Siltronic fielen um 3,8 Prozent auf 94,00 Euro. Der Waferhersteller hat das Grundkapital im Schnellverfahren, also ohne Bezugsrecht der Aktionäre, um 10 Prozent erhöht. Die neuen Aktien wurden zu 91 Euro platziert. Im Handel wurde der Abschlag zwar als groß bezeichnet, allerdings sei ein Stärkezeichen, dass die Aktien so deutlich über dem Platzierungspreis aus dem Handel gingen.
Weiter im Blick stand die Entwicklung um die Commerzbank und die übernahmewillige Unicredit. Von den Analysten der Bank of America hieß es, sobald die Unicredit über 50 Prozent an den Deutschen halten, könne sie deren Gewinne in ihren eigenen Bilanzen ausweisen. Daher hoben sie ihr Kursziel auf 100 nach 92 Euro an. Erst mit dem Ende der verlängerten Angebotsfrist am 3.Juli dürfte aber klar werden, welchen Anteil die Unicredit wirklich hält. Während Unicredit um 4,2 Prozent stiegen, gingen Commerzbank 0,3 Prozent höher aus dem Tag.
Europaweit waren Finanzwerte Tagessieger mit einem Plus ihres Stoxx-Subindex von 1,3 Prozent. Einen schlechten Tag erlebten dagegen Technologieaktien. Hier ging es um 1,5 Prozent nach unten, wobei auch Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben dürften.
Bei den Nebenwerten ragten SFC Energy mit einem Plus von 7,8 Prozent hervor. Treiber war hier, dass der Hersteller von Brennstoffzellen die Energieversorgung von Militärfahrzeugen ausrüstet.
Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.257 +0,5 +7,6 Stoxx-50 5.321 +0,5 +7,7 Stoxx-600 636 +0,3 +7,1 DAX 24.910 +0,1 +1,7 FTSE-100 London 10.431 +0,6 +5,0 CAC-40 Paris 8.384 +0,8 +2,9 AEX Amsterdam 1.076 -0,5 +13,1 ATHEX-20 Athen 6.271 +0,5 +17,2 BEL-20 Brüssel 5.684 -0,3 +11,9 BUX Budapest 137.603 +0,8 +23,9 OMXH-25 Helsinki 6.313 -0,1 +10,7 OMXC-20 Kopenhagen 1.521 -1,2 -5,4 PSI 20 Lissabon 9.046 -0,3 +9,5 IBEX-35 Madrid 19.032 +0,7 +10,0 FTSE-MIB Mailand 51.836 +1,2 +15,3 OBX Oslo 1.907 -0,5 +19,4 PX Prag 2.571 +0,5 -4,3 OMXS-30 Stockholm 3.134 +0,2 +8,7 WIG-20 Warschau 139.571 +1,5 +17,3 ATX Wien 6.421 +0,4 +20,6 SMI Zürich 13.718 +0,3 +3,4 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:28 Uhr EUR/USD 1,1618 +0,2 0,0028 1,1590 1,1603 EUR/JPY 186,29 +0,3 0,4800 185,81 185,8200 EUR/CHF 0,9204 -0,0 -0,0002 0,9206 0,9203 EUR/GBP 0,8643 +0,0 0,0003 0,864 0,8634 USD/JPY 160,35 +0,0 0,0300 160,32 160,1500 GBP/USD 1,3438 +0,2 0,0026 1,3412 1,3435 USD/CNY 6,7562 -0,0 -0,0008 6,7570 6,7570 USD/CNH 6,7543 -0,1 -0,0039 6,7582 6,7583 AUS/USD 0,7078 +0,1 0,0007 0,7071 0,7083 Bitcoin/USD 65.730,18 -1,1 -751,36 66.481,54 66.647,97 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 75,94 -6,0 -4,81 80,75 Brent/ICE 79,09 -4,9 -4,08 83,17 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.344,25 +0,9 38,42 4.305,84 Silber 70,26 +0,3 0,25 70,02 Platin 1.810,18 +2,4 42,93 1.767,25 (Angaben ohne Gewähr)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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