XETRA-SCHLUSS/Fest mit Aussicht auf Ende des Iran-Kriegs
15.06.2026 / 17:53 Uhr
DOW JONES--Mit Aufschlägen hat der deutsche Aktienmarkt am Montag das Rahmenabkommen zur Beendigung des mittlerweile fast viermonatigen Iran-Kriegs begrüßt. Die Unterzeichnung ist für Freitag geplant. Noch fehlen alle Details, das Abkommen soll aber die sofortige Öffnung der Straße von Hormus umfassen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann Verhandlungen über das iranische Atomprogramm geführt werden. Der in den vergangenen Tagen bereits stark gefallene Ölpreis gab weiter nach. Brent verbilligte sich bis Börsenschluss um weitere 5,1 Prozent auf rund 82,92 Dollar das Fass. Der DAX gewann 1,1 Prozent auf 24.894 Punkte, im Tageshoch stand der Index bei 25.086 Zählern. Im Handel hielt man einen baldigen Test des Allzeithochs für möglich.
In dem Abkommen sind wichtige Fragen allerdings ungelöst, wie die Commerzbank anmerkte. "Wir erwarten in den nächsten zwei Monaten eine Achterbahnfahrt aus guten und schlechten Nachrichten", hieß es. So könne beispielsweise die Hisbollah den Beschuss Nordisraels wieder aufnehmen und eine energische israelische Reaktion könnte den Iran dann veranlassen, die Straße von Hormus erneut zu schließen. Die positive Marktreaktion über Nacht bedeute jedoch, dass die bisherigen Erwartungen, der Ölpreis werde um die Marke von 100 Dollar schwanken, gesenkt werden könnten. Das Abkommen begrenze die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft, obwohl in diesem Jahr nur ein mageres Wachstum von jeweils 0,6 Prozent für Deutschland und die Eurozone erwartet werde, hieß es.
Mit dem fallenden Ölpreis lag der Luftfahrtsektor gut im Markt. Lufthansa gewannen 4,5 Prozent, MTU Aero 4,2 Prozent, Airbus 2,5 Prozent oder Fraport 4,1 Prozent. Für das Touristikpapier Tui ging es 3,5 Prozent nach oben. Auch Bauwerte waren gesucht: Im DAX stiegen Heidelberg Materials um 2,3 Prozent. Die gefallenen Renditen an den Anleihemärkten und die gesunkenen Zinserhöhungsfantasien am Markt taten Immobilienaktien gut: Vonovia gewannen 1,8 Prozent oder LEG 1,3 Prozent.
Keinen guten Tag hatten hingegen Rüstungswerte angesichts eines möglichen Kriegsende im Nahen Osten. Auch die sich mehrenden diplomatischen Avancen im Ukrainekrieg drücken auf die Sektorstimmung. Rheinmetall fielen 4,6 Prozent und Hensoldt 5,1 Prozent. Auch andere defensive Titel wurden gegeben: Deutsche Telekom büßten 1,7 Prozent ein, RWE 2,2 Prozent und Eon 1 Prozent.
Mit Aufschlägen von 17,4 Prozent begrüßten Aktionäre vorläufige Geschäftszahlen von Redcare Pharmacy für die ersten beiden Monate des zweiten Quartals und die Anhebung der Prognose für das laufende Jahr. Die Online-Apotheke strebt nun ein Umsatzwachstum von 15 bis 17 Prozent an nach bislang 13 bis 15 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge soll nun zwischen 2,5 bis 3,0 Prozent liegen nach zuvor über 2,5 Prozent. Dem stehen Schätzungen von MWB von 12,4 Prozent bzw. 2,5 Prozent entgegen. Docmorris stiegen im Fahrwasser um 1,2 Prozent.
=== Index zuletzt* +/- % +/- % YTD DAX 24.894 +1,1 1,7 DAX-Future 24.935 +1,0 -0,2 XDAX 24.920 +1,0 1,4 MDAX 32.583 +1,6 6,6 TecDAX 3.998 +0,5 10,5 SDAX 18.534 +0,9 7,9 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 126,36 +46,0 *gerundet ===
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