MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

11.06.2026 / 07:34 Uhr

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

FREITAG: In Russland bleiben die Börsen wegen des Nationalfeiertags geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA I +++++

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte am Donnerstag beschließen, seinen Leitzins um 25 Basispunkte anzuheben. Grund sind zunehmende Sorgen, dass der Nahost-Krieg eine Ausbreitung der hohen Energiepreise auf weitere Bereiche der Wirtschaft wahrscheinlich macht. Inflation und Kerninflation sind zuletzt weiter gestiegen, ebenso die Inflationserwartungen der Verbraucher und die Preiserwartungen der Unternehmen. Auch die EZB-Kommunikation lässt vermuten, dass es nun zur ersten Zinserhöhung seit 2023 kommt.

+++++ TAGESTHEMA II +++++

Das Management von Hugo Boss ist beim Übernahmeangebot seines Großaktionärs Frasers nicht ins Boot geholt worden. "Dieses Übernahmeangebot ist nicht mit der Gesellschaft abgestimmt", teilte der Modekonzern als Reaktion auf die Ankündigung der Briten vom Mittwochabend mit. Frasers bietet 38 Euro je Hugo-Boss-Aktie in bar, wodurch der MDAX-Konzern mit knapp 2,7 Milliarden Euro bewertet wird. Der Angebotspreis entspreche einer Prämie von 4 Prozent, so Hugo Boss. Man werde das Angebot nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage prüfen und eine begründete Stellungnahme abgeben. Derzeit halten die Briten 26,1 Prozent direkt an Hugo Boss, außerdem signifikante Optionen auf weitere Aktien. Frasers hat sich nach eigenen Angaben dazu entschieden, das Übernahmeangebot zu lancieren, um weitere Investitionen in den Konzern zu erleichtern. Bei Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent wäre ein Pflichtangebot fällig geworden.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

09:00 DE/Evotec SE, HV

10:00 DE/Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), HV

19:00 US/Honeywell International Inc, Investorentag

22:05 US/Adobe Inc, Ergebnis 2Q

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Unternehmen              Dividende 
Bremer Lagerhausges.     0,50 EUR 
Hawesko                  1,00 EUR 
Masterflex               0,30 EUR 
Patrizia Immobilien      0,36 EUR 
Renk                     0,58 EUR 
 

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- EU 
    14:15 EZB, Ergebnis der Ratssitzung und EZB-Stabsprojektionen 
          Einlagensatz 
          PROGNOSE: +2,25% 
          zuvor:    +2,00% 
 
- US 
    14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 
          PROGNOSE: 220.000 
          zuvor:    225.000 
 
          Erzeugerpreise Mai 
          PROGNOSE: +0,7% gg Vm 
          zuvor:    +1,4% gg Vm 
          Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) 
          PROGNOSE: +0,5% gg Vm 
          zuvor:    +1,0% gg Vm 
 

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell: 
                            zuletzt  +/- % 
DAX Futures               24.154,00   -0,4 
E-Mini-Future S&P-500      7.305,75   +0,4 
E-Mini-Future Nasdaq-100  28.733,25   +0,6 
Topix (Tokio)              3.822,74   -0,7 
Hang-Seng (Hongk.)        24.197,63   -0,9 
Shanghai-Comp.             3.979,18   -0,4 
 
 
Mittwoch: 
INDEX               zuletzt  +/- % 
DAX               24.195,31   -1,0 
DAX-Future        24.083,00   -1,5 
XDAX              24.063,62   -0,5 
MDAX              31.292,79   -1,1 
TecDAX             3.979,38   -0,7 
SDAX              17.864,36   -0,9 
Euro-Stoxx-50      6.009,95   -0,7 
Stoxx-50           5.154,04   -0,0 
Dow-Jones         49.918,78   -1,9 
S&P-500            7.266,99   -1,6 
Nasdaq Composite  25.169,50   -2,0 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Mit einem leichteren Start rechnen Händler in den Donnerstag. Trotz erneuter US-Angriffe auf den Iran zeigen sich die Börsen recht widerstandsfähig, auch die ölpreissensitiven Börsen in Asien, wo die Verluste sehr moderat ausfallen. Die Märkte rechneten weiter mit einer baldigen Lösung, weil US-Präsident Trump mit den näherkommenden Zwischenwahlen unter Druck stehe, heißt es. Dazu komme die Fußball-WM: "Alle gehen davon aus, dass sich Donald Trump während der heute beginnenden WM als Friedenspräsident inszenieren will", sagt Thomas Altman von QC Partners. Deswegen fielen die Reaktionen der Börsen auf die erneuten Angriffe äußerst moderat aus. Zentrales Thema ist aber der EZB-Zinsentscheid. Die absolute Mehrheit der Analysten geht davon aus, dass die EZB die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird. "Der eigentliche Fokus des Treffens liegt darauf, welche Signale die Kommunikation bezüglich künftiger geldpolitischer Schritte senden wird", sagt Citi-Analyst Arnaud Mares.

Rückblick: Leichter - Belastend wirkten neue Gewalt-Drohungen von US-Präsident Trump gegen den Iran. Etwas Unterstützung kam dagegen von den US-Verbraucherpreisen, die zwar erhöht, aber im Rahmen der Erwartungen ausfielen, womit eine negative Überraschung ausblieb. Unter Abgabedruck standen besonders Aktien von Softwareunternehmen und Betreibern digitaler Plattformen, weiter belastet von Sorgen, dass deren Geschäftsmodelle durch KI-Anwendungen beeinträchtigt werden. Für SAP ging es 3,2 Prozent nach unten, Nemetschek verloren 1,9, Capgeminie und Scout24 je 0,9 oder Temenos 0,8 Prozent. Aber auch einige Aktien aus dem Chipsektor hatten es schwer: Aixtron verloren 2,3, Suss Microtec 2,6 und Infineon 0,7 Prozent. Der starke Liquiditätsentzug durch den 80 Milliarden schweren Börsengang von SpaceX am Freitag und die Kapitalerhöhung bei Alphabet - ebenfalls im Umfang von rund 80 Milliarden Dollar - wurden als weitere Belastungsfaktoren genannt.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Schwächer - Siemens Energy standen erneut stark unter Druck und fielen um weitere 6,5 Prozent zurück. Die Aktie des Energietechnikkonzerns war im Zuge des KI-Hypes stark gestiegen und litt wie der KI-Sektor insgesamt unter weiteren Gewinnmitnahmen. Deutsche Post gaben um 1,8 Prozent nach. Hier belastete laut Händlern die zunehmende Konkurrenz durch Amazon. Heidelberger Druckmaschinen legten um 6,0 Prozent zu, getrieben von der Ankündigung, die im abgelaufenen Geschäftsjahr verfehlte Margenverbesserung im neuen Jahr zu schaffen. Krones zeigten sich 2,7 Prozent schwächer, nachdem der Hersteller von Getränkeabfüllmaschinen die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 sowie die bis 2028 angestrebten Mittelfristziele bestätigt hatte. Das war den Anlegern offenbar nicht genug. Die am Vortag schon festeren Adidas kamen um weitere 2,8 Prozent voran, nachdem die Analysten von RBC die Aktie auf "Outperform" erhöht hatten.

XETRA-NACHBÖRSE

Hugo Boss zogen um rund 4,5 Prozent an, nachdem die Frasers Group ein Übernahmeangebot für den Modehersteller unterbreitet hatte. Für Kontron ging es ähnlich deutlich nach oben. Treibend wirkte, dass der Kontron-Großaktionär Ennoconn nach Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile ein Angebot für die ausstehenden Aktien unterbreiten muss.

USA - AKTIEN

Sehr schwach - Die Ankündigung weiterer Angriffe auf den Iran durch die USA und weitere Gewinnmitnahmen im Technologiesektor sorgten für Verluste auf breiter Front. Laut Präsident Trump hat sich der Iran für die Aushandlung eines Friedensabkommens zu viel Zeit gelassen und müsse nun "den Preis dafür bezahlen". Aktien mit KI-Bezug standen weiter unter Druck angesichts anhaltender Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms. Auch werde vor dem Mega-Börsengang von SpaceX am Freitag Liquidität aus dem Markt gezogen, hieß es aus dem Handel. Die mit Spannung erwarteten Verbraucherpreise fielen im Mai wie erwartet aus und entfalteten somit keinen stärkeren Impuls. Unter den Einzelwerten drückte eine geplante Kapitalerhöhung die Aktie von Super Micro Computer um 28 Prozent. Das Unternehmen will 7 Milliarden Dollar einnehmen, um Aufträge für KI-Server im Volumen von 39 Milliarden Dollar abarbeiten zu können. Cracker Barrel Old Country Store sprangen um 22,5 Prozent nach oben. Die Restaurantkette hatte nach einem starken dritten Geschäftsquartal die Jahresziele erhöht. Aktien von Speditionsunternehmen gerieten unter Druck, nachdem Amazon angekündigt hatte, das Transportgeschäft in den USA auszuweiten. Old Dominion Freight Line verbilligten sich um 5,1 Prozent, J.B. Hunt um 2,2 und Knight-Swift um 1,4 Prozent. Fedex und UPS fielen um 3,8 und 4,3 Prozent.

USA - ANLEIHEN

            Rendite    +/-  Tageshoch  Tagestief 
2 Jahre     4,14     +0,01       4,18       4,11 
5 Jahre     4,27     +0,02       4,29       4,23 
10 Jahre    4,55     +0,02       4,55       4,51 
 

Am Anleihemarkt zogen die Renditen leicht an, was im Handel weniger auf die neuen US-Inflationszahlen, sondern die steigenden Ölpreise zurückgeführt wurde. Die Zehnjahresrendite stieg um 2 Basispunkte auf 4,55 Prozent.

+++++ DEVISENMARKT +++++

               zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:20 
EUR/USD          1,155   +0,1    0,0015          1,1535     1,1550 
EUR/JPY         185,40   +0,1    0,2000        185,2000   185,3500 
EUR/CHF          0,922   -0,0   -0,0004          0,9224     0,9219 
EUR/GBP         0,8627   +0,0    0,0001          0,8626     0,8623 
USD/JPY         160,49   -0,0   -0,0400        160,5300   160,4600 
GBP/USD         1,3384   +0,1    0,0018          1,3366     1,3390 
USD/CNY         6,7742    0,0   -0,0003          6,7745     6,7757 
USD/CNH         6,7766   -0,1   -0,0055          6,7821     6,7786 
AUS/USD         0,7009   +0,1    0,0007          0,7002     0,7016 
Bitcoin/USD  62.574,08   +1,3    824,50       61.749,58  62.041,83 
 
 

Der Dollar zog leicht an mit anziehenden Renditen. Akzente für das Wäghrungspaar Euro/Dollar könnte nun die geldpolitische Entscheidung der EZB am Donnerstag setzen, hieß es. Allgemein wird fest erwartet, dass die Währungshüter die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben werden.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

           zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold      4.077,09   +0,1      3,63        4.073,46 
Silber       63,59   -0,2     -0,10           63,69 
Platin    1.662,79   -0,1     -1,69        1.664,48 
 

Der Goldpreis gab stark um 4,5 Prozent nach. Das Edelmetall habe unter der Erwartung steigender Zinsen gelitten, hieß es mit Blick auf die wie erwartet deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank ausgefallene US-Verbraucherpreisinflation, hieß es. Dies würde die Attraktivität des zinslos gehaltenen Goldes mindern.

ÖL

             zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex      90,76   +0,8      0,73           90,03 
Brent/ICE      94,01   +1,0      0,91           93,10 
 

Die Ölpreise zogen nach den Trump-Drohungen weiterer Angriffe auf den Iran an, weil damit Hoffnungen auf einen baldigen Frieden und damit eine Öffnung der Straße von Hormus gedämpft wurden. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg im US-Handel um 2,0 Prozent auf 93,32 Dollar. Im asiatischen Geschäft am Donnerstag geht es weiter nach oben, nachdem es in der Nacht zu erneuten gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran kam.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

IRAN-KRIEG

Die USA haben am Mittwoch eine neue Angriffswelle gegen den Iran unternommen. Das Pentagon bezeichnete die Angriffe als einen Akt der Zwangsdiplomatie, der darauf abziele, den Iran zu Zugeständnissen am Verhandlungstisch zu bewegen. "Wenn wir mit Bomben verhandeln müssen, dann verhandeln wir mit Bomben. Und wir sind sehr gut darin", sagte Kriegsminister Hegseth. US-Streitkräfte griffen Dutzende Ziele an, darunter Luftabwehr- und Radaranlagen in der Nähe der Straße von Hormus, sagte ein ranghoher US-Beamter. Iranische Staatsmedien berichteten von Explosionen im ganzen Land, darunter in der Großstadt Karadsch nordwestlich von Teheran und in Gebieten entlang der Straße von Hormus. Staatsmedien meldeten, die iranische Luftabwehr habe sich mit US-Kampfjets auseinandergesetzt. Der Iran erklärte, er habe die US-Fünfte Flotte in Bahrain mit einer Drohne angegriffen

KONTRON

Großaktionär Ennoconn muss nach Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile ein Angebot für die ausstehenden Aktien unterbreiten. Wie der österreichische IT-Konzern mitteilte, wird Ennoconn 23,50 Euro in bar bieten und damit nur wenig mehr als den Xetra-Schlusskurs von 23,40 Euro.

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HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 11, 2026 01:33 ET (05:33 GMT)

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