MÄRKTE EUROPA/Iran und neue Zolldrohungen setzen Börsen zu
03.06.2026 / 18:06 Uhr
DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Mittwoch mit Verlusten geschlossen. Die sich ausweitenden Kampfhandlungen zwischen dem Iran und den USA belasteten die Stimmung. Die USA und der Iran hatten sich am Vortag gegenseitig angegriffen, nachdem die USA einen leeren Öltanker außer Gefecht gesetzt hatten, der nach ihren Angaben versucht hatte, ihre Blockade zu durchbrechen. Die zwischen beiden Ländern vereinbarte Waffenruhe wurde damit erneut auf eine harte Probe gestellt. Über den Fortgang der Gespräche über ein Ende der Auseinandersetzungen im Nahen Osten gab es keine neuen Erkenntnisse. Die Volatilität dürfte also hoch bleiben.
Der DAX gab 1,3 Prozent auf 24.796 Punkte nach. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,9 Prozent zurück, hier stützten Aufschläge von Energietiteln angesichts wieder steigender Ölpreise. Brent legte um 2 Prozent auf knapp 98 Dollar das Fass zu und nähert sich damit wieder der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. An den Anleihenmärkten stiegen die Renditen kräftig. Für die Vonovia-Aktie im DAX ging es um 2,8 Prozent nach unten.
Daneben haben die USA neue Zölle von mindestens 10 Prozent auf Importe aus vielen ihrer Partnerländer angedroht. Grund dafür ist ein angebliches Versäumnis dieser Länder, gegen Zwangsarbeit vorzugehen. Dies ist der jüngste Schritt der Trump-Regierung, um Abgaben zu ersetzen, die Anfang des Jahres vom Obersten Gerichtshof gekippt worden waren. Europäische Erzeugerpreise setzten am Markt keine Akzente, genauso wenig wie besser als erwartet ausgefallene ADP-Arbeitsmarktdaten aus den USA. Auch der Service-ISM-Index für Mai aus den USA fiel über der Prognose aus.
Die Aktie von Akzo Nobel brach um 17,2 Prozent auf 55 Euro ein. Sherwin-Williams und Nippon Paint Holdings haben ihre Bemühungen um eine gemeinsame Übernahme des Lackherstellers eingestellt. Akzonobel hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die jüngste Offerte der beiden Konzerne das Unternehmen mit 73 Euro pro Aktie bewerte, was einem Gebot von 12,49 Milliarden Euro entsprach. Das Bieterduo erklärte zu diesem Zeitpunkt, man werde angesichts der Ablehnung prüfen, ob weitere Schritte ergriffen würden. In Reaktion auf die Entscheidung teilte Akzonobel mit, dass Vorstand und Aufsichtsrat weiterhin einstimmig eine Fusion unter Gleichen mit US-Konkurrent Axalta Coating Systems empfehlen.
Softwareaktien, die zuletzt ein Lebenszeichen von sich gegeben hatten, wurden verkauft. Die Erholung trägt damit zunehmend die Züge einer Bullenfalle. SAP verloren 4,3 Prozent, Nemetschek 5,2 Prozent und Atoss Software 4,7 Prozent. Die zuletzt gemiedenen Versorgeraktien wurden dagegen wieder gekauft: RWE stiegen um 3,7 Prozent und Eon um 1,7 Prozent.
Der Verkauf des Automotive-Sparte stützte die Rheinmetall-Aktie etwas. Über eine Trennung von der Sparte wurde seit langem spekuliert. Rheinmetall wird damit zum reinen Rüstungsplayer. Die Autosparte geht für 350 Millionen Euro an AEQUITA. Bereits seit der Berichterstattung für das vierte Quartal 2025 ist die Division Power Systems, die 2025 einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro erwirtschaftete, als "nicht fortgeführte Aktivität" des Konzerns klassifiziert. In diesem Zusammenhang ist für den nicht fortgeführten Geschäftsbereich eine weitere nicht zahlungswirksame Wertberichtigung in der Größenordnung von rund 200 Millionen Euro zu erfassen. Rheinmetall gewannen 0,9 Prozent.
Die Aktie von Partners Group ist auf ein Sechsjahrestief gefallen, nachdem der Schweizer Vermögensverwalter Rückzahlungen aus einem seiner Fonds gedeckelt hat. Wie Bloomberg berichtete, begründete Partners Group das Rücknahmelimit für den "Global Value SICAV"-Fonds mit einem sprunghaften Anstieg von Investoren, die ihr Geld aus dem Fonds abziehen wollen. Der Ausverkauf weitete sich auch auf andere europäische und US-Private-Equity- und Investmentgesellschaften aus. Damit kochten Sorgen über die Kreditqualität in den Portfolios wieder hoch, die den Sektor bereits zu Beginn des Jahres belastet hatten. Partners Group verloren 16,3 Prozent und EQT 6,9 Prozent. An Wall Street gerieten KKR unter Druck.
Wie vom Handel erwartet schlugen angesichts der überschaubaren Unternehmensnachrichten die Umstufungen durch Analysten kräftig durch: So fielen Ströer nach einer Abstufung auf "Sell" durch Goldman Sachs um 5 Prozent. Bei Douglas ging es umgekehrt um 2,6 Prozent aufwärts, nachdem Berenberg die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung aufgenommen hatte.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.053,57 -0,9 -54,28 6.107,85 4,7 Stoxx-50 5.152,04 -0,7 -37,41 5.189,45 4,9 DAX 24.795,94 -1,3 -328,23 25.124,17 1,3 MDAX 32.736,35 -0,6 -211,45 27.039,42 6,9 TecDAX 4.185,73 -1,2 -50,48 3.091,28 15,6 SDAX 18.769,86 -1,4 -273,80 13.062,07 0,0 FTSE 10.332,30 -0,4 -41,21 10.373,51 4,1 CAC 8.150,42 -0,7 -58,67 8.209,09 0,0 SMI 13.218,32 -0,7 -87,40 13.305,72 -0,3 ATX 6.096,17 -0,7 -43,83 6.140,00 0,0 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 21:17 EUR/USD 1,1601 -0,3 -0,0030 1,1631 1,1631 EUR/JPY 185,64 -0,2 -0,3500 185,99 185,9800 EUR/CHF 0,9177 +0,2 0,0021 0,9156 0,9155 EUR/GBP 0,8637 0,0 0,0000 0,8637 0,8633 USD/JPY 160,01 +0,1 0,1200 159,89 159,9000 GBP/USD 1,3427 -0,3 -0,0038 1,3465 1,3470 USD/CNY 6,7692 +0,1 0,0070 6,7622 6,7622 USD/CNH 6,7797 +0,3 0,0183 6,7614 6,7627 AUS/USD 0,7134 -0,6 -0,0044 0,7178 0,7180 Bitcoin/USD 65.919,63 -2,3 -1.573,01 67.492,64 67.131,64 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,87 +2,3 2,11 93,76 Brent/ICE 97,94 +2,0 1,94 96,00 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.441,39 -1,0 -43,20 4.484,59 Silber 73,39 -2,3 -1,72 75,11 Platin 1.873,75 -3,3 -63,00 1.936,75 (Angaben ohne Gewähr)
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