MÄRKTE USA/Erneute Rekordjagd - Dow erstmals über 51.000 Punkten
29.05.2026 / 22:17 Uhr
DOW JONES--Zum Wochenausklang hat sich die Rekordjagd an der Wall Street fortgesetzt. Der Dow-Jones-Index stieg erstmals über die Marke von 51.000 Punkten und markierte bei 51.094 Punkten ein neues Allzeithoch. Der marktbreite S&P-500 beendete die neunte Gewinnwoche in Folge. Der Markt befindet sich seit Ende März im Aufwärtstrend. Die Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen den USA und dem Iran stützte erneut. Laut US-Finanzminister Scott Bessent stehen die USA und der Iran kurz vor einer Einigung. Gleichwohl warteten die Anleger hier auf konkrete Entscheidungen.
Der Dow-Jones-Index erhöhte sich um ß.7 Prozent auf 51.032 Punkte. Der breitere S&P-500 und der technologielastige Nasdaq-Composite legten um jeweils 0,2 Prozent zu. Nach ersten Zählungen gab es an der Nyse 1.160 (Donnerstag: 1.610) Kursgewinner und 1.614 (1.164) Kursverlierer. Unverändert schlossen 58 (80) Titel.
Bei einer Einigung dürfte die Blockade der Straße von Hormus als Belastungsthema für die Börsen wegfallen. Mit dann womöglich sinkenden Ölpreisen könnte das Narrativ vom nur temporären Inflationsschock wieder greifen und die Aktienkurse stützen. Passend zu den Hoffnungen am Markt fielen die Ölpreise zum Wochenschluss. Der Iran werde die Kontrolle über die Straße von Hormus wahrscheinlich nicht aufgeben, da die Wasserstraße bei allen künftigen Atomverhandlungen mit Washington eine wichtige strategische Trumpfkarte bleibe, meinte SEB-Analyst Bjarne Schieldrop.
Stützend für die Marktstimmung wirkten auch euphorisch aufgenommene Geschäftszahlen von Dell - der Kurs haussierte um 32,8 Prozent. Der Computerhardware-Hersteller sprach von einem rasanten Wachstum bei KI-Servern für Rechenzentren. Zudem trieben Details zu einem neuen Vertrag mit dem US-Militär im Wert von 9,7 Milliarden US-Dollar. Dell befinde sich in der Frühphase eines Superzyklus der KI-Infrastruktur, urteilte Marktstratege James Thorn von Wellington Altus.
Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben leicht nach - bei zehnjährigen Titeln um 2,0 Basispunkte auf 4,44 Prozent. Sollten sich die Kriegsparteien auf ein Abkommen verständigen, dürften die Inflationssorgen über dann wohl nachgebende Ölpreise zurückgehen. Allerdings sei die Unsicherheit groß, weswegen die Renditen nur leicht gesunken seien, hieß es im Handel.
Gestützt wurde die Stimmung auch von einem deutlich besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanager-Index Chicago. Dieser stieg im Mai auf 62,7 Punkte, nach 49,2 Punkten im April. Es ist damit der höchste Stand seit Januar 2022. Die Neuaufträge sprangen ebenfalls auf das höchste Niveau seit Januar 2022.
Der Dollar-Index gab leicht nach - der Dollar-Index fiel um 0,1 Prozent. Das Abwärtspotenzial des Dollar sei jedoch begrenzt, selbst wenn die USA und der Iran eine Einigung über eine Verlängerung ihres Waffenstillstands und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielen, so XM-Analyst Charalampos Pissouros. "Dennoch deutet die Tatsache, dass die Anleger weiterhin mit steigenden Zinsen rechnen, darauf hin, dass sie nach wie vor über die Inflation besorgt sind", sagte Pissouros. Selbst wenn eine Vereinbarung unterzeichnet werde, dürften die Ölpreise höher bleiben als vor einem Jahr, so dass es einige Zeit dauern könnte, bis die Inflation wieder auf das 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank zurückfalle, ergänzte er.
Der Ölpreis für die Sorte Brent reduzierte sich um 1,8 Prozent auf 91,99 Dollar und verzeichnete damit auf Monatssicht ein Minus von rund 19 Prozent mit den Hoffnungen auf ein Kriegsende in Nahost.
Der Goldpreise stieg mit der Spekulation auf eine via Ölpreis sinkende Inflation. Die Feinunze erhöhte sich um 1,2 Prozent auf 4.546 Dollar.
Am Aktienmarkt brachen American Eagle Outfitters um 11,8 Prozent ein. Die Kernmarke des Modekonzerns schnitt nicht so positiv ab, wie von der Geschäftsführung gewünscht. Die Umsätze dieses Segments im ersten Quartal sind rückläufig. Die Wettbewerberpapiere von Gap stürzten um 15,4 Prozent ab, nachdem der Bekleidungshändler seine Umsatzprognose gesenkt und einen Umsatzrückgang bei seiner Old Navy-Kette gemeldet hat.
Autodesk übernimmt MaintainX für 3,6 Milliarden US-Dollar, die Titel gaben 4,0 Prozent ab. Die angehobene Prognose stützte nicht. Okta meldete im ersten Quartal einen höheren Gewinn und hob die Prognose für das Gesamtjahr an - der Kurs sprang um 30,1 Prozent nach oben.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 51.032,46 +0,7 +363,49 50.668,97 S&P-500 7.580,06 +0,2 +16,43 7.563,63 NASDAQ Comp 26.972,62 +0,2 +55,15 26.917,47 NASDAQ 100 30.333,18 +0,4 +109,29 30.223,89 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,00 -0,03 4,04 3,99 5 Jahre 4,14 -0,02 4,17 4,12 10 Jahre 4,44 -0,02 4,46 4,43 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 19:29 EUR/USD 1,1664 +0,1 0,0013 1,1651 1,1651 EUR/JPY 185,77 +0,1 0,2600 185,51 185,5300 EUR/CHF 0,9101 -0,3 -0,0031 0,9132 0,9132 EUR/GBP 0,8659 -0,1 -0,0005 0,8664 0,8667 USD/JPY 159,26 +0,0 0,0300 159,23 159,2100 GBP/USD 1,3464 +0,2 0,0021 1,3443 1,3440 USD/CNY 6,7662 -0,2 -0,0134 6,7796 6,7796 USD/CNH 6,7649 -0,1 -0,0077 6,7726 6,7726 AUS/USD 0,7186 +0,3 0,0023 0,7163 0,7164 Bitcoin/USD 73.442,69 -0,0 -29,99 73.472,68 73.277,82 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 88,08 -0,9 -0,82 88,9 Brent/ICE 91,99 -1,8 -1,72 93,71 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.546,09 +1,2 54,16 4.491,93 Silber 75,57 -0,1 -0,07 75,64 Platin 1.923,70 +0,0 0,95 1.922,75 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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