KONJUNKTUR IM BLICK/Der Preis ist heiß

29.05.2026 / 15:49 Uhr

Von Hans Bentzien

DOW JONES--Wir wissen nicht, welche Temperaturen in der vor uns liegenden Woche herrschen werden, und wir wissen auch nicht, welche Wendung der Konflikt am Golf genommen haben wird, aber eins wissen wir: Der Preis ist heiß. Äußerungen von Zentralbankoffiziellen von dies- und jenseits des Atlantik deuten darauf hin, dass das Durchschlagen der Energiepreise auf andere Produktkategorien für Sorgenfalten sorgt. Im Mai ist, wie aktuelle Daten zeigen, die Inflation in Deutschland etwas zurückgegangen, aber in Frankreich, Italien und Spanien gestiegen. In den USA erhöhte sich die am Kern-PCE-Deflator gemessene Inflation ebenfalls (von 3,2 auf 3,3 Prozent). Weitere Datenpunkte in Sachen Inflation stehen in der Woche an, außerdem solche zu den Arbeitsmärkten.

Steigen die Inflationserwartungen der Konsumenten weiter?

Der Anstieg der Inflationserwartungen führt in der Europäischen Zentralbank (EZB) nach Aussage von EZB-Direktorin Isabel Schnabel zu Beunruhigung. Im März hatte die Inflationserwartung auf Sicht von zwölf Monaten auf 4,0 (Februar: 2,5) Prozent angezogen, und angesichts der Entwicklung der Energiepreise würde ein weiterer Anstieg nicht verwundern. Auf Sicht von drei und fünf Jahren war die Erwartung auf 3,0 (2,5) gestiegen und auf Sicht von fünf Jahren auf 2,4 (2,3) Prozent. Die EZB veröffentlicht die Daten am Montag (10.00 Uhr).

Inflationsdruck im Euroraum nimmt zu

Auch der tatsächliche Inflationsdruck im Euroraum dürfte im Mai erneut zugenommen haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen sind und um 3,2 (April: 3,0) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen. Für die Kernverbraucherpreise wird eine Jahresteuerung von 2,4 (2,2) Prozent prognostiziert. Die Daten kommen am Dienstag (11.00 Uhr).

Daneben kommen Arbeitsmarktdaten: Am Montag (11.00 Uhr) die aus dem Euroraum für April und am Freitag (14.30 Uhr) US-Daten für Mai.

US-Beschäftigung steigt im Mai um 100.000

Der Stellenaufbau in der US-Wirtschaft dürfte sich im Mai wieder etwas abgeschwächt haben. Analysten rechnen laut Factset-Konsens damit, dass die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft um 100.000 zugenommen hat, nachdem sie im April um 115.000 gestiegen war - doppelt so stark wie erwartet. Für die Arbeitslosenquote werden unverändert 4,3 Prozent erwartet und für die Stundenlöhne ein monatlicher Anstieg von 0,3 (0,2) Prozent. Der Fokus der US-Notenbank hatte bis zuletzt auf der Stützung des Arbeitsmarkts gelegen. Angesichts anhaltend hoher und steigender Inflationsraten stellen Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) diesen Ansatz zunehmend in Frage.

Ein auf den amtlichen Arbeitsmarktbericht hinführender Bericht ist der des Datendienstleisters ADP zur Entwicklung der privaten Beschäftigung im Mai (Mittwoch, 14.15 Uhr). Am Dienstag (16.00 Uhr) kommt der Job Openings and Labor Turnover Summary (Jolts) des US-Arbeitsministeriums, der genauere Einblicke ins Verhältnis zu Angebot und Nachfrage nach Arbeit bringen wird.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo/cbr

(END) Dow Jones Newswires

May 29, 2026 09:48 ET (13:48 GMT)

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