MÄRKTE EUROPA/Wieder zunehmende Spannungen im Nahen Osten bremsen
28.05.2026 / 18:25 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Börsen haben am Donnerstag überwiegend mit kleinen Abgaben geschlossen. Die Anleger würden zunehmend nervös, hieß es, denn ein Friedensabkommen zwischen dem Iran und den USA lasse nicht nur auf sich warten, es werde sogar unwahrscheinlicher angesichts erneuter militärischer Scharmützel, die die Waffenruhe auf eine harte Probe stellten.
Ein Medienbericht, laut dem sich die USA und der Iran grundsätzlich auf eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage geeinigt haben sollen, um Verhandlungen über das iranische Atomprogramm aufzunehmen, stützte im späten Handel nur kurz. "Wie oft stand schon ein Kompromiss in Aussicht und wie oft wurden die Anleger enttäuscht - erst wenn die Unterschrift trocken ist, kann man über eine Neupositionierung am Aktienmarkt nachdenken", hieß es bei CMC.
Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 25.092 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,3 Prozent nach unten auf 6.055 Zähler. Der Ölpreis der Sorte Brent zog wieder an, aber n ur leicht. Zum Börsenschluss kostetet das Fass rund 94,60 Dollar, weiter deutlich weniger als bei den jüngeren Höchstständen seit Ausbruch des Irankriegs von über 120 Dollar. Das hielt Inflationssorgen im Zaum, weshalb es an den Anleihemärkten mit den Renditen weiter nach unten ging, was grundsätzlich positiv für die Stimmung am Aktienmarkt ist.
Rüstungsaktien waren mit den neuen Gewaltattacken im Nahen Osten, vor allem aber auch den jüngsten verstärkten gegenseitigen Angriffen im Krieg Russlands gegen die Ukraine gesucht. Im Handel hieß es, die fundamentale Story sei intakt, die Frage nach der Konsolidierung seit Jahresbeginn sei die des korrekten Timings für den Einstieg. Rheinmetall gewannen 4,2 Prozent. Hensoldt kamen auf ein Plus von 5,9 Prozent, Renk rückten um 5,4 Prozent vor und TKMS machten sogar einen Satz um 6,9 Prozent. Im Mailand gewannen Leonardo 5,4 und in Paris Thales 2,7 Prozent.
Für Technologiewerte ging es mit der globalen KI-Begeisterung gemessen am Stoxx-Subindex Technologie um 0,5 Prozent nach oben. Klar überdurchschnittlich liefen erneut Aktien der Chiphersteller bzw. der Chip-Anlagenbauer. In Deutschland gewannen Infineon 4,4, Suss Microtec 2,8 Prozent und Aixtron 3,5 Prozent. In Paris legten STMicroelectronics um weitere 3,2 und in Amsterdam ASML um 1,1 und BE Semiconductor um 4,1 Prozent zu.
Auf Unternehmensseite war die Nachrichtenlage dünn. Der Hauptaktionär der Universal Music Group (UMG), die Bollore Group, hat das Kaufangebot von US-Milliardär Bill Ackman abgelehnt. Sein Investmentfonds Pershing Square Capital hatte im April für UMG geboten. UMG gaben um 1,3 Prozent nach.
Mit einem Anstieg um 3,5 Prozent kam es in der Ferrari-Aktie zu einer ersten stärkeren Erholung seit dem Kursknick in Reaktion auf die Vorstellung des Luce, des ersten vollelektrischen Boliden des Sportwagenbauers. Nach den ersten negativen Reaktionen gab es nun erste positiver klingende Kommentare. "Unsere informelle Umfrage unter den Ferraristi bei der gestrigen Veranstaltung zeigte einen weniger heftigen Gegenwind vor den Probefahrten", hieß es bei Jefferies. Und Berenberg kommentierte: "Die ersten Kundenreaktionen auf die Bilder reichten von Schock bis hin zu harter Kritik.... Wir stellen jedoch fest, dass sich die Stimmung drehte, nachdem das Auto live vor Ort besichtigt wurde - insbesondere der Innenraum, der unseres Erachtens neue Maßstäbe für das Interieur von High-End-Elektrofahrzeugen setzen könnte."
Bei den deutschen Chemiewerten ging es für BASF um 0,7, für Brenntag um 1,1 und für Lanxess um 1,3 Prozent abwärts. Das Ifo-Institut hatte von einer Verschärfung des Stimmungseinbruchs in der Branche berichtet.
Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.055 -0,3 +4,8 Stoxx-50 5.186 -0,6 +6,1 Stoxx-600 625 -0,5 +6,1 DAX 25.092 -0,3 +2,8 FTSE-100 London 10.505 -0,8 +5,8 CAC-40 Paris 8.208 -0,2 +0,7 AEX Amsterdam 1.040 -0,3 +9,3 ATHEX-20 Athen 6.020 -1,0 +12,5 BEL-20 Brüssel 5.614 -0,2 +10,5 BUX Budapest 131.830 -0,3 +18,7 OMXH-25 Helsinki 6.568 -0,9 +15,2 OMXC-20 Kopenhagen 1.536 +0,2 -4,5 PSI 20 Lissabon 9.136 -0,5 +10,6 IBEX-35 Madrid 18.381 -0,6 +6,2 FTSE-MIB Mailand 49.579 +0,5 +10,3 OBX Oslo 1.953 +0,3 +22,3 PX Prag 2.562 -1,6 -4,6 OMXS-30 Stockholm 3.156 -1,0 +9,5 WIG-20 Warschau 136.224 +0,1 +16,1 ATX Wien 6.095 -0,9 +14,4 SMI Zürich 13.627 -0,9 +2,7 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:01 EUR/USD 1,1652 +0,2 0,0028 1,1624 1,1626 EUR/JPY 185,56 +0,1 0,1400 185,42 185,4600 EUR/CHF 0,9135 -0,2 -0,0015 0,9150 0,9144 EUR/GBP 0,8668 +0,1 0,0012 0,8656 0,8663 USD/JPY 159,22 -0,2 -0,2900 159,51 159,5000 GBP/USD 1,3439 +0,1 0,0012 1,3427 1,3417 USD/CNY 6,7796 +0,0 0,0008 6,7788 6,7782 USD/CNH 6,7717 -0,1 -0,0067 6,7784 6,7777 AUS/USD 0,7164 +0,4 0,0027 0,7137 0,7128 Bitcoin/USD 73.009,01 -2,9 -2.157,33 75.166,34 74.926,32 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 89,24 +0,6 0,56 88,68 Brent/ICE 94,55 +0,3 0,26 94,29 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.497,25 +0,9 40,22 4.457,03 Silber 75,40 +1,1 0,79 74,61 Platin 1.916,00 -0,1 -2,25 1.918,25 (Angaben ohne Gewähr)
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