MÄRKTE EUROPA/Börsen stecken Scharmützel im Golf weg

28.05.2026 / 10:02 Uhr

DOW JONES--Etwas leichter sind Europas Börsen am Donnerstag in den Handel gestartet. Wie schon am Morgen erwartet, werden die neuerlichen Schusswechsel am Persischen Golf vom Markt als Teil der Verhandlungsstrategien weggesteckt. Der DAX notiert nur noch 0,2 Prozent tiefer bei 25.133 Zählern. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,3 Prozent nach auf 6.055 Punkte. Wegen Konjunktur- und Inflationssorgen zeigen sich Banken und Rohstoffwerte bis zu 0,7 Prozent im Minus. Gesucht sind Technologie-Aktien mit bis zu 0,8 Prozent Plus.

Im Fokus der Börsen steht das Thema Inflation und Zinsen: So hat die Bank of Korea ihre Leitzinsen zwar unverändert gelassen, dürfte sie aber spätestens im Juli erhöhten.

Dazu kommen gleich drei Warnungen aus der US-Notenbank: So sagte Neel Kashkari, der Arbeitsmarkt sei in guter Form, daher sei Inflationsbekämpfung nun das wichtigste. Austan Goolsbee warnte vor Stagflations-Risiken durch steigende Energiepreise, und Lisa Cook ist für Zinserhöhungen, falls sich nicht schnell disinflationäre Effekte zeigen. Besonders im Marktfokus steht daher der PCE-Preis-Index, der am Nachmittag im Rahmen der Daten zu den persönlichen Ausgaben- und Einnahmen in den USA veröffentlicht wird. Hier wird mit einem Anstieg der Kosten um 3,8 Prozent gerechnet.

Auch auf die US-Neubau-Verkäufe im April wird genau geblickt: "Der US-Häusermarkt steht gerade unter massivem Druck durch explodierende Materialkosten bei den Anbietern und kaum noch tragbare Zinsen auf Käuferseite", kommentierte ein Händler. Die Folgen der Trump-Politik würden hier für die US-Wähler hautnah spürbar werden, was in Richtung Midterm-Wahlen immer wichtiger für die Meinungsbildung werde. Erwartet wird ein Rückgang der Verkäufe um 2,8 Prozent zum Vormonat.

In Europa stehen nur wenige Daten an, so das Geschäftsklima und die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone. Sowohl das Vertrauen in der Industrie als auch bei Verbrauchern wird im freien Fall erwartet. Dazu legt die EZB ihr Protokoll von der jüngsten Ratssitzung vom 29./30. April vor. Marktteilnehmer dürften es wieder auf Hinweise auf die künftige Zinspolitik durchforsten. In den USA wird noch auf den Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter und die BIP-Revision geblickt.

Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage eher dünn: Um 3,2 Prozent abwärts auf 19,06 Euro geht es mit den Aktien von Universal Music Group in Paris. Der Hauptaktionär des Medienunternehmens, die Bollore Group, hat das Kaufangebot von US-Milliardär Bill Ackman abgelehnt. Sein Investmentfonds Pershing Square Capital hatte im April für UMG geboten.

Um 2,4 Prozent höher bei 95,40 Euro zeigen sich Siltronic. Die Aktien erholen sich damit weiter von der Platzierung durch Wacker Chemie.

BASF verlieren 0,7 Prozent. Stimmungsdaten aus der Chemie-Branche zeichnen weiter ein düsteres Bild: So berichtet das Ifo-Institut von einer Verschärfung des Stimmungseinbruchs in der Branche. Das Geschäftsklima in der Chemischen Industrie habe sich im Mai weiter eingetrübt auf minus 30,2 nach zuvor minus 28,6 Punkten im April. Vor allem die Erwartungen der Unternehmen brachen ein auf minus 42,0 von minus 31,3 Zählern.

Auch Umstufungen bewegen wieder: So hat Berenberg die Aktien von L'Oreal auf "Buy" nach "Hold" erhöht, was die Aktien 1,2 Prozent anschiebt. Auch bei Aviva sprachen die Analysten ein neues "Buy" aus, hier geht es 0,7 Prozent höher.

Adidas setzen ihre Rally vom Vortag mit einem Anstieg um 1 Prozent fort. Sie waren von der Bank of America von der "Underperform"-Einstufung befreit worden und auf "Neutral" erhöht worden. Puma fallen indes um 1,2 Prozent wegen einer Abstufung auf "Underperfrom" durch die Analysten.

Bei Infineon geht es 2,3 Prozent höher dank deutlich erhöhter Kursziele von Morgan Stanley und Deutscher Bank.

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INDEX                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.055,10   -0,3     -15,44        6.070,54        4,6 
Stoxx-50                5.183,17   -0,7     -34,53        5.217,70        5,4 
DAX                    25.132,88   -0,2     -44,92       25.177,80        2,6 
MDAX                   32.972,48   -0,1     -36,97       27.039,42        0,0 
TecDAX                  4.086,59   +0,5      18,98        3.091,28       12,8 
SDAX                   18.969,24   +0,2      39,81       13.062,07        0,0 
FTSE                   10.412,13   -0,9     -92,88       10.505,01        4,8 
CAC                     8.172,99   -0,4     -34,90        8.207,89        0,3 
SMI                    13.483,89   -1,1    -143,52       13.627,41        1,6 
ATX                     6.095,97   +0,0       0,67        6.095,30       14,5 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:01 
EUR/USD                   1,1611   -0,1    -0,0013          1,1624     1,1626 
EUR/JPY                   185,18   -0,1    -0,2400          185,42   185,4600 
EUR/CHF                   0,9153   +0,0     0,0003          0,9150     0,9144 
EUR/GBP                   0,8662   +0,1     0,0006          0,8656     0,8663 
USD/JPY                   159,46   -0,0    -0,0500          159,51   159,5000 
GBP/USD                   1,3401   -0,2    -0,0026          1,3427     1,3417 
USD/CNY                   6,7799   +0,0     0,0011          6,7788     6,7782 
USD/CNH                   6,7797   +0,0     0,0013          6,7784     6,7777 
AUS/USD                    0,712   -0,2    -0,0017          0,7137     0,7128 
Bitcoin/USD            73.343,55   -2,4  -1.822,79       75.166,34  74.926,32 
 
ROHOEL                   zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  91,09   +2,7       2,41           88,68 
Brent/ICE                  97,04   +2,9       2,75           94,29 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.385,10   -1,6     -71,93        4.457,03 
Silber                     73,39   -1,6      -1,22           74,61 
Platin                  1.898,20   -1,0     -20,05        1.918,25 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
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