MÄRKTE USA/Börsen nach verlängertem Wochenende freundlich erwartet

26.05.2026 / 13:41 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die Wall Street wird mit einem freundlichen Start in die am Dienstag mit einem Tag Verspätung beginnende Börsenwoche erwartet. Nach dem Feiertag "Memorial Day" am Montag hat sich eine Art Nachholbedarf aufgebaut im Hinblick auf am Wochenende genährte Hoffnungen auf ein baldiges Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Iran. Darauf waren die Ölpreise stark gefallen. Von der US-Regierung hatte es geheißen, man stehe sehr nah vor einem Rahmenabkommen, das eine Verlängerung der Feuerpause und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus vorsehe.

Inzwischen hat sich die Nachrichtenlage zum Nahostkonflikt zumindest wieder leicht eingetrübt, denn die USA haben iranische Raketenstellungen angegriffen, ebenso Boote, die Minen im Meer legten. Die Maßnahmen würden als defensiv ausgerichtet bezeichnet und stellten keine Beeinträchigung für den Friedensfindungsprozess dar, so US-Militärs.

Zwar steigen die Ölpreise nun wieder und Brent-Öl verteuert sich um 2,5 Prozent auf rund 98,50 Dollar. Das ist aber immer noch deutlicher weniger als am Freitag im US-Handel. Entsprechend gedämpft werden damit Inflationssorgen, worauf es mit den Renditen der US-Anleihen deutlich abwärts geht. Die Zehnjahresrendite fällt um 9 Basispunkte auf 4,48 Prozent. Der Dollar gibt ganz leicht nach, der Euro kostet 1,1642 Dollar.

Das zweite zentrale Thema für den Aktienmarkt ist die weiterlaufende KI-Rally vor dem Hintergrund jüngster starker Unternehmensergebnisse aus der Branche und immer neuer Hinweise auf eine andauernd hohe Nachfrage nach Chips für KI-Server und -Beschleuniger.

Die Marktexperten von Montis Financial warnen derweil: "Der S&P 500 reitet immer noch auf einer Welle der Euphorie nach einer herausragenden Berichtssaison im ersten Quartal, aber nun, da die Berichtssaison für die nächsten Monate vorbei ist, ist die Wahrscheinlichkeit eines Sommer-Abverkaufs hoch." Datenseitig dürften viele Akteure bereits den Donnerstag im Blick haben mit dem bevorzugten Inflationsindikator der US-Notenbank. Am Zinsterminmarkt wird inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von fast 60 Prozent für eine Zinserhöhung gesehen.

Vorbörslich zeigen sich auf Nasdaq.com Chipwerte wie Nvidia, Intel und AMD mit Gewinnen von 1,4 bis 2,9 Prozent. Für Marvell Technology geht es um 5 Prozent nordwärts, für Micron Technology um fast 6 Prozent.

Dell Technologies werden gut 4 Prozent höher gesehen auf Nasdaq.com, nachdem sie am Freitag um 17 Prozent zugelegt hatten. Analysten erwarten, dass der Computerbauer bei der Bekanntgabe der Ergebnisse am Donnerstag die Erwartungen übertreffen wird.

Aktien von Raketen- und Satellitenunternehmen sind ebenfalls weiter gesucht. Für Fantasie sorgt, dass das Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX von Elon Musk Unterlagen bei der Börsenaufsicht für seinen geplanten Börsengang vorgelegt hat. Zu hören ist von einer Unternehmensbewertung zwischen 1,5 und 2 Billionen Dollar. Redwire schießen in der Vorbörse um 15 Prozent nach oben, MDA Space ebenfalls. Firefly Aerospace und Intuitive Machines steigen um über 8 Prozent. kräftig aufwärts geht es auch mit den Kursen von AST SpaceMobile, York Space Systems, Voyager Technologies, Satellogic oder EchoStar.

Der Pharmakonzern Eli Lilly hat die Übernahme von drei Impfstoffentwicklern vereinbart mit einem Transaktionsvolumen von fast 4 Milliarden Dollar. Die Aktie steigt um 1,3 Prozent.

AutoZone hat im dritten Geschäftsquartal beim Gewinn die Erwartungen übertroffen, beim Umsatz knapp verfehlt. Die Aktie des Ersatzteilehändlers verbilligt sich um gut 3 Prozent.

Akari Therapeutics knicken um 21 Prozent ein. Das Unternehmen hat mitgeteilt, ein Paket privat platzierter Akari-Aktien zu kaufen.

US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             4,05  -0,07       4,08            4,05 
5 Jahre             4,18  -0,09       4,21            4,18 
10 Jahre            4,48  -0,09       4,52            4,49 
 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 19:01 
EUR/USD           1,1643    0,0     0,0000          1,1643     1,1640 
EUR/JPY           185,29   +0,2     0,2800          185,01   184,9700 
EUR/CHF           0,9132   +0,2     0,0020          0,9112     0,9113 
EUR/GBP           0,8632   +0,2     0,0013          0,8619     0,8618 
USD/JPY           159,12   +0,1     0,2300          158,89   158,8900 
GBP/USD           1,3486   -0,1    -0,0015          1,3501     1,3500 
USD/CNY            6,785   +0,0     0,0008          6,7842     6,7842 
USD/CNH           6,7825   -0,0    -0,0012          6,7837     6,7826 
AUS/USD           0,7167   -0,1    -0,0006          0,7173     0,7172 
Bitcoin/USD    77.238,40   +0,0      31,29       77.207,11  77.718,04 
 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          92,26   -4,5      -4,34            96,6 
Brent/ICE          98,42   +2,4       2,28           96,14 
 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.531,62   -0,9     -38,94        4.570,56 
Silber             76,25   -2,3      -1,83           78,08 
Platin          1.948,00   -1,0     -19,62        1.967,62 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos/cln

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