MÄRKTE USA/Dow mit nächstem Rekordhoch - Ford-Aktie weiter gesucht
22.05.2026 / 22:13 Uhr
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Die Hoffnung auf Forschritte bei den Bemühuingen um einen Frieden im Nahost-Konflikt hat am Freitag an den US-Börsen für eine freundliche Tendenz gesorgt. Die Nachrichtenlage war gleichwohl verworren. Einem Bericht zufolge sind die USA bereit, dem Iran signifikante finanzielle Zugeständnisse zu gewähren, wenn die Führung in Teheran die Straße von Hormus öffnet und formell für immer auf den Besitz von Atomwaffen verzichtet. Zu hören war auch, dass iranische Vermittler auf eine Einigung drängten, um drohende US- und israelische Angriffe abzuwenden. In beiden Fällen sollen aber wohl schwierige Fragen zunächst aufgeschoben werden.
Bei den Ölpreisen ging es auf jeden Fall ruhiger zu. Das Barrel Brent kostete zuletzt rund 103,50 Dollar. Vor diesem Hintergrund sanken am US-Anleihemarkt die Renditen weiter, im Zehnjahresbereich um 3 Basispunkte auf 4,56 Prozent. Zuvor in der Woche hatte sie schon auf einem Mehrjahreshoch von 4,68 Prozent gelegen. Der Handel am Anleihemarkt endete bereits um 19.00 Uhr MESZ wegen des verlängerten Wochenendes durch den am Montag anstehenden Feiertag "Memorial Day". Dann ruht das Geschäft an den US-Finanzmärkten komplett. Beim Dollar tat sich wenig, der Goldpreis gab etwas nach.
Der Dow-Jones-Index schloss nach einem Plus von 0,6 Prozent auf 50.580 Punkte erneut mit einem Rekordhoch. Der S&P-500 gewannt 0,4 Prozent, die Nasdaq-Indizes stiegen um bis zu 0,4 Prozent. Nach ersten Zählungen gab es an der Nyse 1.596 (Donnerstag: 1.438) Kursgewinner und 1.166 (1.307) Kursverlierer. Unverändert schlossen 54 (67) Titel.
Konjunkturseitig wurde der Index der Verbraucherstimmung im Mai deutlich unter der Erwartung gemeldet. Er ging im aktuellen Umfeld aber unter. Auch die Vereidigung des neuen Notenbankchefs Kevin Warsh war für die Kursfindung wenig relevant. Der Kandidat von US-Präsident Donald Trump gilt eher als geldpolitische Taube, anders als sein Vorgänger Jerome Powell, der im Board der US-Notenbank bleibt.
Am Aktienmarkt ging die KI-Rally bei den Chipaktien weiter. Intel, Arm und AMD gewannen zwischen 1,1 und 4,0 Prozent. Nvidia gaben um weitere 1,9 Prozent nach. Die Aktie hatte am Vortag trotz Rekordzahlen bereits um knapp 2 Prozent nachgegeben. Sie liegt aber nur knapp unter ihrem Rekordhoch.
IBM stiegen um weitere 0,3 Prozent, einen Tag nachdem der Kurs um über 12 Prozent nach oben geschnellt war. IBM hatte am Donnerstag mitgeteilt, eine neue, eigenständige Quantenfabrik namens Anderon zu gründen. In diese wollen IBM und das Handelsministerium jeweils eine Milliarde Dollar investieren.
Starke Erstquartalszahlen hievten die Workday-Aktie um 5,2 Prozent nach oben. Der Einsatz von KI beginne sich auszuzahlen, so die Erklärung des Unternehmens für die gute Geschäftsentwicklung. Auch Zoom Communications berichtete dank des Einsatzes von KI von einer starken Auftaktperiode und hob zudem die Ziele an. Für den Kurs ging es um 9,2 Prozent nach oben.
Der Kurs von Take-Two Interactive Software büßte 4,4 Prozent ein. Der Videospielehersteller meldete zwar einen unerwartet geringen Verlust für das vierte Quartal des Geschäftsjahres, gab jedoch einen schwachen Ausblick für die Buchungen ab.
Merck verbesserten sich um 5,6 Prozent, nachdem vielversprechende Studienergebnisse für eine experimentelle Kombinationstherapie gegen Krebs durch einen chinesischen Partner veröffentlicht worden waren.
Ford bauten die jüngsten Gewinne um 9,2 Prozent aus. Auslöser des Kursanstiegs war die Ankündigung vom 11. Mai, wonach der Autobauer Batteriespeichersysteme für Versorgungsunternehmen, Rechenzentren sowie große Industrie- und Geschäftskunden in den USA verkaufen will. Die gleichen Lithium-Ionen-Batterien, die Elektrofahrzeuge antreiben, können auch zur Speicherung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen verwendet werden, was dazu beiträgt, dass Solar- und Windkraftanlagen zuverlässiger werden.
Ross Stores erhöhte nach einem Umsatzanstieg im ersten Quartal die Jahresprognose. Die Aktie des Einzelhändlers verteuerte sich um gut 8 Prozent. Imax haussierten um 15,5 Prozent. Der Kinotechnikanbieter prüft laut Wall Street Journal einen Verkauf und hat Unterhaltungsunternehmen als potenzielle Käufer angesprochen.
Estee Lauder legten um knapp 12 Prozent zu. Gut kam im Handel an, dass das Kosmetikunternehmen Verhandlungen über ein Zusammengehen mit dem spanischen Luxusartikelhersteller Puig abgebrochen hat.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 50.579,70 +0,6 +294,04 50.285,66 S&P-500 7.473,47 +0,4 +27,75 7.445,72 NASDAQ Comp 26.343,97 +0,2 +50,87 26.293,10 NASDAQ 100 29.481,64 +0,4 +124,37 29.357,27 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,12 +0,04 4,14 4,05 5 Jahre 4,26 +0,00 4,28 4,20 10 Jahre 4,56 -0,03 4,59 4,53 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:29 EUR/USD 1,1603 -0,1 -0,0015 1,1618 1,1593 EUR/JPY 184,71 +0,0 0,0400 184,67 184,5100 EUR/CHF 0,9108 -0,3 -0,0030 0,9138 0,9146 EUR/GBP 0,8631 -0,2 -0,0017 0,8648 0,8646 USD/JPY 159,16 +0,1 0,2000 158,96 159,1400 GBP/USD 1,3441 +0,1 0,0012 1,3429 1,3406 USD/CNY 6,7945 -0,1 -0,0080 6,8025 6,8025 USD/CNH 6,7964 -0,1 -0,0032 6,7996 6,8032 AUS/USD 0,7129 -0,3 -0,0018 0,7147 0,7136 Bitcoin/USD 75.831,71 -2,3 -1.814,62 77.646,33 77.124,77 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 96,44 +0,1 0,09 96,35 Brent/ICE 103,53 +0,9 0,95 102,58 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.504,89 -0,8 -36,61 4.541,50 Silber 75,44 -1,6 -1,26 76,70 Platin 1.921,78 -2,2 -44,13 1.965,91 (Angaben ohne Gewähr)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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