MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Software des Anlegers neuer Liebling

19.05.2026 / 13:41 Uhr

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte tendieren am Dienstag freundlich. Die Aussagen von US-Präsident Donald Trump, ein für Dienstag geplanter Angriff auf den Iran sei zunächst ausgesetzt, werden als Hinweis gedeutet, dass die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA weitergehen. "Ob es hinter den Kulissen tatsächlich Annäherungen (...) gibt, darüber kann nur spekuliert werden. Und solange hier vieles unklar bleibt, solange werden die Kursschwankungen in allen Assetklassen hoch bleiben", glaubt QC Partners. Ein Blick auf Brent zeigt, dass es 1,0 Prozent tiefer bei 111 Dollar notiert.

Der DAX gewinnt 1,2 Prozent auf 24.603 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 kommt auf ein Plus von 0,6 Prozent. Unternehmensnachrichten sind rar, größere Akzente könnten am Mittwoch die mit großer Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia setzen. Sie gelten als Benchmark für den gesamten KI-Sektor. Anleihen notieren nach dem Abverkauf der vergangenen Tage stabil. Der jüngste Renditeanstieg auf Mehrjahreshochs hat nicht nur neue Stagflationsängste geschürt, sondern auch Sorgen über die Tragfähigkeit der hohen Staatsschulden ausgelöst. Die Verwerfungen an den Anleihemärkten dürften neben den geopolitschen Unsicherheiten Thema des am Vortag begonnenen Treffen der G7-Finanzminister und Zentralbank-Gouverneure in Paris sein.

Positive Wirtschaftsdaten kamen bereits aus Japan. Die dortigen BIP-Daten für das erste Quartal stützen die Ansicht, dass sich das Wachstum erholt. Gleichzeitig nehmen jedoch die Risiken zu, da die Dynamik des Welthandels nachlässt und ein schwächerer Yen die Importkosten in die Höhe treibt, wie die Volkswirte von HSBC anmerken. Die geldpolitische Normalisierung der Bank of Japan sei zwar auf Kurs und eine Zinserhöhung stehe wahrscheinlich bevor, doch dürfte die Zentralbank vorsichtig vorgehen wollen, heißt es.

Anleger positionieren sich im Technologiesektor neu

Während Anleger in den vergangenen Wochen vor allem Hardware- den Softwareunternehmen im Technologiesektor vorgezogen haben, findet momentan ein Umdenken statt. Bisher galten Unternehmen aus der Hardware-Bereich wie ASML, ASMI, Nokia oder Infineon als die großen Profiteure des KI-Hypes, das Arbeit des Geschäftsmodells "Software as a Service" würde dagegen zukünftig von KI erledigt. Aktuell werden diese Umschichtungen zurückgedreht, ASML verlieren 1 Prozent und Infineon 2,3 Prozent, dagegen legen SAP um 6 Prozent zu, Nemetschek steigen um 9,4 und Atoss Software gewinnen gleich 12 Prozent.

Für Nuways-Analyst Vincent Bischoff ist die Aktie von Atoss Software auf dem nun erreichten Bewertungsniveau ein Kauf. Atoss profitiere von KI nicht nur auf technologischer Ebene, sondern vor allem strukturell und wirtschaftlich. Das Unternehmen kombiniere proprietäre Daten, tiefe Kundenintegration, eine starke Cloud-Dynamik und ein hochprofitables SaaS-Modell. Damit verfüge es über das ideale Fundament, um als einer der großen europäischen Gewinner des nächsten KI-Transformationszyklus hervorzugehen.

Ottobock notieren 10 Prozent im Minus. Belastend wirkt ein Bericht des Finanzinvestors Grizzly Research. In diesem wird dem Prothesenhersteller eine "aggressive Bilanzierungsmetrik" vorgeworfen. Ottobock-Sprecherin Merle Florstedt erklärte auf Anfrage, dass das Unternehmen die Vorwürfe von Grizzly zurückweise. Am Dienstag findet die Hauptversammlung von Ottobock statt.

Trotz eines zurückhaltenden Ausblicks auf das laufende Geschäftsjahr 2026/27 geht es für Hornbach 0,8 Prozent nach oben. Das Unternehmen rechnet mit einem Nettoumsatz auf oder leicht über Vorjahresniveau von 6,4 Milliarden Euro sowie einem bereinigten EBIT auf dem Vorjahresniveau von 264,7 Millionen Euro. Laut Baader liegt die Konsenserwartung für den Umsatz aber bei 6,57 Milliarden Euro und für das bereinigte EBIT bei 276 Millionen Euro. Mit der Kursschwäche seit Mitte April scheint das aber offenbar eingepreist zu sein.

Standard Chartered (-0,7%) strebt mittelfristig höhere Renditen an und will Stellen in den Unternehmensfunktionen abbauen, während zugleich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ausgeweitet wird. Die in London ansässige Bank plant im Jahr 2028 eine Eigenkapitalrendite von mehr 15 Prozent. Bis 2030 soll dieser Wert auf etwa 18 Prozent steigen.

Daneben bewegen Analysten die Kurse. So hat die DZ Bank die Kion-Aktie (+2,2%) auf Kaufen von Halten erhöht, Kion habe aus Sicht der DZ Bank im ersten Quartal mit einem überraschend starken Auftragseingang in beiden Geschäftsbereichen positiv überzeugt. Citigroup hat das Votum für Knorr-Bremse (+2,6%) auf Kaufen angehoben. Nachdem der Kurs von Knorr-Bremse seit den Höchstständen vom 20. Februar deutlich nachgegeben hat, erscheint den Analysten die Bewertung inzwischen attraktiv. Bank of America hat derweil das Kursziel für die Deutsche Börse (+3,1%) leicht auf 305 von zuvor 300 Euro erhöht.

=== 
INDEX                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           5.885,59   +0,6      36,59        5.849,00        1,6 
Stoxx-50                5.102,11   +0,7      33,64        5.068,47        3,7 
DAX                    24.602,62   +1,2     294,70       24.307,92        0,5 
MDAX                   31.800,02   +1,1     359,93       27.039,42        3,9 
TecDAX                  3.924,36   +1,6      59,90        3.091,28        8,4 
SDAX                   18.466,54   +0,2      37,10       13.062,07        7,5 
FTSE                   10.381,48   +0,6      57,73       10.323,75        4,5 
CAC                     8.043,55   +0,7      56,06        7.987,49       -1,3 
SMI                    13.378,49   +1,0     137,79       13.240,70        0,8 
ATX                     5.894,89   +0,4      20,30        5.874,59       10,7 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 18:05 
EUR/USD                   1,1617   -0,3    -0,0038          1,1655     1,1647 
EUR/JPY                   184,85   -0,2    -0,2800          185,13   185,0000 
EUR/CHF                   0,9145   +0,0     0,0003          0,9142     0,9150 
EUR/GBP                   0,8667   -0,1    -0,0008          0,8675     0,8673 
USD/JPY                   159,11   +0,2     0,2800          158,83   158,8300 
GBP/USD                   1,3402   -0,2    -0,0031          1,3433     1,3424 
USD/CNY                   6,8048   +0,1     0,0048          6,8000     6,8000 
USD/CNH                    6,808   +0,1     0,0091          6,7989     6,8009 
AUS/USD                   0,7116   -0,7    -0,0050          0,7166     0,7157 
Bitcoin/USD            76.825,24   -0,1     -43,31       76.868,55  76.272,57 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                 108,27   -0,4      -0,39          108,66 
Brent/ICE                    111   -1,0      -1,10          112,10 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.537,69   -0,6     -28,29        4.565,98 
Silber                     75,91   -2,3      -1,76           77,67 
Platin                  1.965,65   -0,7     -13,95        1.979,60 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/flf

(END) Dow Jones Newswires

May 19, 2026 07:40 ET (11:40 GMT)

zur Übersicht mit allen Meldungen

ein Service von
DOW JONES

Copyright © 2026 Tradegate Exchange GmbH
Bitte beachten Sie das Regelwerk

DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG

Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)