MÄRKTE EUROPA/Anleiherenditen steigen weiter

18.05.2026 / 13:53 Uhr

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte präsentieren sich bis Montagmittag stabil bzw. mit Aufschlägen. Der Anleihenmarkt mahnt indes weiter zur Vorsicht, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe steigt auf 3,1776 Prozent, dies ist der höchste Wert seit 2011. Vor allem das lange Ende wird momentan von Investoren gemieden, die Zinskurve versteilert sich damit. Damit verteuern sich die Finanzierungskosten deutlich - für Staaten wie auch für Unternehmen. Während der Waffenstillstand im Persischen Golf weitgehend zu halten scheint, hält das Patt um die Straße von Hormus an, was die Stagflationssorgen weiter nährt. Zugleich hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit neuen Militärschlägen gedroht. In den Blick rückt nun das Treffen der G7-Finanzminister in Paris, dabei dürfte es auch um die aktuellen Entwicklungen an den Anleihemärkten gehen.

Der Euro-Stoxx-50 notiert unverändert bei 5.828 Punkten. Der DAX gewinnt dagegen 0,9 Prozent auf 24.161 Punkte - getragen von Aufschlägen von Index-Schwergewicht Rheinmetall (+3,4%). Nach dem Kursverfall erholt sich das Papier in einer technischen Bewegung. Die Verkäufe bei Staatsanleihen setzen sich fort. Die Renditen steigen weltweit auf neue Höchststände. Als Auslöser macht Marktstratege Chris Weston von Pepperstone die wachsende Angst vor einer anhaltenden Inflation und weiteren Zinserhöhungen der Fed aus. Die Markterwartung für den nächsten Zinsschritt habe erstmals die 4-Prozentmarke durchbrochen - und der Markt preise nun eine Erhöhung statt einer Senkung für Januar 2027 ein.

Der Preis der Ölsorte Brent steigt zu Wochenbeginn auf über 110 Dollar das Fass. Besonders kritisch sei dabei, dass auch längerfristige Öl-Terminkontrakte auf neue Zyklushöchs stiegen, was die mittel- und langfristigen Inflationserwartungen der Märkte massiv anheize, heißt es.

Von Unternehmensseite ist es recht ruhig. Die Berichtssaison hat ihren Höhepunkt gesehen, aus dem Euro-Stoxx-600 legen diese Woche noch 33 Unternehmen ihre Geschäftszahlen für die ersten drei Monate des Jahres vor. Zum Wochenstart werden die Aktien von Air Liquide, BNP Paribas und Intesa Sanpaolo ex Dividende gehandelt. Die Berichtssaison ist insgesamt erfreulich verlaufen, ein wichtiger Grund, warum die Börsen trotz des Iran-Kriegs nicht eingebrochen sind. Die DAX-Unternehmen konnten die Gewinne laut der Deutschen Bank im ersten Quartal um 5 Prozent steigern, der stärkste Zuwachs seit mehr als zwei Jahren.

Mit einem Plus von 3,2 Prozent geht es für Deutsche Börse kräftig nach oben. Positiv stellen die Jefferies-Analysten heraus, dass The Children's Investment Fund (TCI) mit einer offen gelegten Beteiligung von 5,15 Prozent den Weg zurück in den Aktionärskreis der Börse gefunden hat - fast genau 20 Jahre, nachdem der aktivistische Investor das Übernahmeangebot der Deutschen Börse für die London Stock Exchange blockiert hatte. Die Deutsche Börse befindet sich gerade im Übernahmeprozess der Allfunds Group. Die Agenda von TCI ist - sofern überhaupt eine existiert - bislang nicht öffentlich bekannt. Die Jefferies-Analysten vermuten jedoch, dass sich TCI nicht mit der Rolle des bloßen Passagiers zufriedengeben wird.

Die Aktie von Sartorius legt 4,1 Prozent zu - gestützt die Kreise-Meldung vom Wochenende, wonach der aktivistische Investor Elliott Investment Management eine beträchtliche Beteiligung an Bio-Rad Laboratories aufgebaut habe. Die Beteiligung von Bio-Rad an Sartorius sei rund 5 Milliarden Dollar wert - was fast der gesamten Marktkapitalisierung von Bio-Rad von etwa 6,6 Milliarden Dollar entspricht. Elliott ist der Meldung zufolge der Ansicht, dass Sartorius ein qualitativ hochwertiges Unternehmen mit starken Wachstumsaussichten sei, so die informierten Personen.

Die Unicredit (-1,2%) baut derweil ihre Beteiligung an der Commerzbank (-1,5%) weiter aus, aus Marktsicht ist das aber keine Überraschung. Die Italiener haben sich über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere Commerzbank-Anteile gesichert. Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, sind der Unicredit Stand Montag direkt und indirekt 38,87 Prozent der Stimmrechte zuzurechnen, nach zuvor 32,64 Prozent. Die direkte Beteiligung liegt dabei unverändert bei 26,77 Prozent. Der Commerzbank-Vorstand empfiehlt den eigenen Aktionären auch weiterhin, das Übernahmeangebot der italienischen Bank auszuschlagen.

Derweil rückt die Aktie von Sonova um 2,5 Prozent vor. Der Umsatz im zweiten Halbjahr lag laut Jefferies-Aanlysten im Rahmen der Erwartungen. Das bereinigte EBITA übertraf aber die Prognosen. Für die Aktie von Ryanair geht es trotz schwacher Geschäftszahlen um 1,2 Prozent nach oben. Laut den Analysten von Bernstein blieb der Nettogewinn um 6 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Wie in diesem frühen Stadium des Jahres üblich gebe es keine Prognose für den Nettogewinn im Geschäftsjahr 2027. Der Billigflieger hebt die Kosteninflation in den kommenden Monaten hervor, da 20 Prozent der Treibstoffkosten nicht abgesichert seien. Dazu gebe 300 Millionen Euro an zusätzlichen Umweltauflagen sowie höhere Personalkosten. Nach Kursverlusten von fast 25 Prozent seit Jahresbeginn ist viel Negatives in der Aktie bereits eingepreist.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   5.827,73    0,0      -0,03        5.827,76        0,6 
Stoxx-50        5.051,42   +0,1       4,14        5.047,28        2,7 
DAX            24.161,30   +0,9     210,73       23.950,57       -1,3 
MDAX           31.395,63   +0,1      30,46       27.039,42        2,6 
TecDAX          3.854,41   +1,6      58,65        3.091,28        6,4 
SDAX           18.421,70   +0,3      56,06       13.062,07        7,3 
FTSE           10.256,19   +0,6      60,82       10.195,37        3,3 
CAC             7.927,73   -0,3     -24,82        7.952,55       -2,7 
SMI            13.182,90   -0,3     -37,27       13.220,17       -0,6 
ATX             5.832,55   -0,5     -27,39        5.859,94        9,5 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Fr, 17:01 
EUR/USD           1,1642   +0,2     0,0017          1,1625     1,1628 
EUR/JPY           184,89   +0,2     0,3700          184,52   184,4000 
EUR/CHF           0,9138   -0,1    -0,0007          0,9145     0,9143 
EUR/GBP           0,8704   -0,2    -0,0018          0,8722     0,8713 
USD/JPY            158,8   +0,0     0,0400          158,76   158,5900 
GBP/USD           1,3372   +0,4     0,0051          1,3321     1,3343 
USD/CNY              6,8   -0,1    -0,0092          6,8092     6,8092 
USD/CNH           6,7995   -0,2    -0,0131          6,8126     6,8118 
AUS/USD           0,7161   +0,2     0,0013          0,7148     0,7155 
Bitcoin/USD    77.228,10   -1,3  -1.030,38       78.258,48  79.139,91 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         104,99   -0,4      -0,43          105,42 
Brent/ICE         109,68   +0,4       0,42          109,26 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.556,71   +0,4      18,69        4.538,02 
Silber             76,61   +0,9       0,65           75,95 
Platin          1.976,14   +0,1       2,68        1.973,45 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 18, 2026 07:52 ET (11:52 GMT)

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