MÄRKTE USA/Rekordstände mit Hoffnung auf Iran-Kriegsende

06.05.2026 / 22:12 Uhr

DOW JONES--Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges hat die Wall Street am Mittwoch auf Allzeithochs getrieben. Der Hauptimpuls kam von stark gefallenen Ölpreisen, nachdem US-Präsident Donald Trump Hoffnungen auf eine Beilegung des Nahost-Konflikts geschürt hatte. Gestützt wurden die Trump-Aussagen auch von Berichten, wonach die USA und Iran kurz vor einer Vereinbarung für ein Kriegsende stehen. Trump stellte auch die Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht. Der Dow-Jones-Index kletterte um 1,2 Prozent auf 49.911 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 1,5 bzw. 2 Prozent zu und markierten beide weitere Rekordhochs. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.913 (Dienstag: 1.940) Kursgewinner und 857 (804) -verlierer. Unverändert schlossen 49 (65) Titel.

"Die Märkte haben in den letzten 24 Stunden etwas an Stabilität zurückgewonnen. Dafür gab es mehrere Gründe, aber der wichtigste war das klare Signal, dass der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran trotz einiger jüngster Scharmützel weiterhin Bestand hat", erläuterte Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank. Die Konjunkturdaten des Tages traten in den Hintergrund, liefern aber durchaus Kaufargumente. Die Beschäftigung in der US-Privatwirtschaft ist im April laut Arbeitsmarktdienstleister ADP stärker gestiegen als erwartet.

Brent-Öl verbilligte sich um 7,7 Prozent, unterschritt temporär sogar die 100-Dollar-Marke, obwohl die Straße von Hormus weiter blockiert war und die US-Marine gegen iranische Blockadebrecher vorging. Gesunkene US-Rohöllagerbestände spielten wegen der Dominanz der Geopolitik keine Rolle.

Mit den gesunkenen Ölpreisen ebbten Inflationssorgen ab. Am Anleihemarkt fielen daher die Renditen deutlich. Im Zehnjahresbereich ging es um 7 Basispunkte auf 4,35 Prozent nach unten. Für Erleichterung sorgte zudem angesichts der Relevanz für Marktzinsen die Mitteilung des US-Finanzministeriums über den Finanzbedarf im nächsten Quartal. Die US-Regierung wird das Volumen einiger seiner vielbeachteten Anleiheverkäufe "mindestens für die nächsten Quartale" konstant halten. Damit wurden Befürchungen entkäftet, dass der Finanzbedarf angesichts der Kriegskosten und im Hinblick auf mögliche Rückforderungen von Importzöllen höher hätte ausfallen können.

Der Dollar verlor als sicherer Hafen an Zuspruch angesichts der Entspannungssignale, der Dollar-Index büßte 0,4 Prozent ein. Reduzierte Marktzinsen und Dollar-Schwäche hievten den Goldpreis um 3,1 Prozent nach oben.

Am Aktienmarkt zeigte sich eine Fortsetzung der Rally bei ausgewählten Chipaktien. Nun lieferte der Chipriese AMD mit starken Geschäftszahlen und einem ebensolchen Umsatzausblick Kaufimpulse im Sektor. Treiber war die starke KI-Nachfrage für Rechenzentren. Die Aktie schoss um 18,6 Prozent nach oben. Nvidia lagen 5,7 Prozent höher, Intel um weitere 4,5 Prozent. Der Technologiesektor im S&P-500 lag mit plus 2,1 Prozent vorn.

Super Micro Computer meldete derweil mehr als eine Verdoppelung des Umsatzes, ebenfalls getrieben durch das boomende Rechenzentrumsgeschäft. Der KI-Server-Hersteller übertraf zugleich die Gewinnerwartungen der Wall Street. Die Aktie war seit dem Rekordhoch im März 2024 um 77 Prozent gefallen, belastet durch mehrere Skandale. Die Aktie haussierte um 24,6 Prozent.

Arista Networks sackten dagegen um 13,6 Prozent ab. Der Spezialist für Netzwerktechnik berichtete zwar von einem höheren Gewinn und einem Umsatzanstieg über Markterwartung, allerdings hatten einige Analysten noch mehr erwartet, unter anderem eine Anhebung des Umsatzausblicks. Nach einem Plus von 30 Prozent der Aktie seit Jahresbeginn drückten aber auch Gewinnmitnahmen.

Lucid Group verloren 1 Prozent, nachdem der Elektroautohersteller für das erste Quartal einen unerwartet hohen Verlust gemeldet hatte. CVS Health legten um 7,7 Prozent zu. Das Gesundheitsunternehmen übertraf mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen und signalisierte eine verbesserte Profitabilität im Versicherungsgeschäft. Uber machten nach höheren Quartalsumsätzen und Bruttobuchungen einen Sprung um 8,4 Prozent.

Walt Disney reagierten mit einem Aufschlag von 7,5 Prozent auf einen Brief des neuen CEO Josh D'Amaro an die Aktionäre. Demnach ist Disney weiterhin offen für "potenzielle kommerzielle Möglichkeiten mit OpenAI und anderen", nachdem eine zuvor angekündigte Partnerschaft mit dem ChatGPT-Entwickler gescheitert war. Kraft Heinz legten um 2,3 Prozent zu - der Ketchup-Hersteller überzeugte ergebnisseitig.

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INDEX          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA         49.910,59   +1,2   +612,34       49.298,25 
S&P-500       7.365,12   +1,5   +105,90        7.259,22 
NASDAQ Comp  25.838,94   +2,0   +512,82       25.326,13 
NASDAQ 100   28.599,17   +2,1   +584,11       28.015,06 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,87  -0,07       3,92            3,84 
5 Jahre             4,00  -0,08       4,05            3,97 
10 Jahre            4,35  -0,07       4,39            4,33 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 13:50 
EUR/USD           1,1750   +0,5     0,0058          1,1692     1,1695 
EUR/JPY           183,75   -0,5    -0,8400          184,59   183,8300 
EUR/CHF           0,9148   -0,1    -0,0008          0,9156     0,9174 
EUR/GBP           0,8642   +0,1     0,0009          0,8633     0,8636 
USD/JPY           156,38   -0,9    -1,4900          157,87   157,1400 
GBP/USD           1,3594   +0,4     0,0055          1,3539     1,3540 
USD/CNY            6,811   -0,3    -0,0190          6,8300     6,8300 
USD/CNH           6,8116   -0,2    -0,0151          6,8267     6,8278 
AUS/USD           0,7238   +0,8     0,0056          0,7182     0,7176 
Bitcoin/USD    81.474,12   -0,2    -161,99       81.636,11  78.806,24 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          94,97   -7,1      -7,30          102,27 
Brent/ICE         101,39   -7,7      -8,48          109,87 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.697,87   +3,1     141,83        4.556,04 
Silber             77,48   +6,4       4,66           72,82 
Platin          2.061,90   +5,6     109,00        1.952,90 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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