XETRA-SCHLUSS/DAX in Rallystimmung - Hoffen auf Nahost-Frieden
06.05.2026 / 17:59 Uhr
DOW JONES--Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch sehr fest geschlossen. Der DAX gewann 2,1 Prozent auf 24.919 Punkte, im Tageshoch hatte der Index bei 25.153 Zählern gestanden. Stützend wirkten die sich mehrenden Hinweise auf eine Deeskalation im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump hat die Operation "Project Freedom", mit der gestrandete Schiffe durch die Straße von Hormus eskortiert werden sollten, nach nur einem Tag auf Eis gelegt, während zugleich der Waffenstillstand insgesamt gehalten hatte. Das Nachrichtenportal Axios berichtete unterdessen über ein Memorandum of Understanding zwischen dem Iran und den USA zur baldigen Beendigung des Kriegs. Dieses sehe unter anderem eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran vor, im Gegenzug verzichtete der Iran auf eine Anreicherung seiner Uran-Bestände. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent sackte um mehr als 7 Prozent auf knapp 102 Dollar das Fass bis Börsenschluss ein.
Daneben setzte eine Flut von Unternehmenszahlen Akzente, die insgesamt überzeugten. Aus dem Automobilsektor kamen Ergebnisse, die besser als befürchtet waren. So konnte BMW (+5,4%) mit einer besseren Marge glänzen, und damit den Umsatzrückgang abfedern. Bei Continental (+9%) erhöhte sich die Gewinnmarge sogar so deutlich, dass trotz eines Umsatzeinbruchs von über 10 Prozent der Gewinn gegenüber Vorjahr gesteigert wurde. Besonders rund lief es hier im Reifengeschäft. Eine weitere positive Überraschung sahen Marktteilnehmer in Teilen der Quartalszahlen von Daimler Truck. Auch hier lagen die Auftragseingänge deutlich über Erwartung. So sprachen die Analysten von RBC von einem "sehr starken" Ordereingang im ersten Quartal. Dies gleiche die verfehlten Erwartungen bei Gewinn (EBIT) und Cashflow aus. Den Ausblick ließ der Lkw-Hersteller unverändert. Die Aktie legte um 1,1 Prozent zu.
Während Technologieaktien europaweit dank guter Vorgaben von Advanced Micro Devices (AMD) gesucht waren, verloren Infineon im DAX gegen den Trend 2,1 Prozent. Das zweite Quartal bei Infineon war eher schwächer als erwartet verlaufen, wie es von der DZ Bank hieß. Entscheidend sei allerdings die Prognoseanhebung. Positiv seien vor allem die höhere Jahresmarge, der bessere Cashflow-Ausblick, der über Konsens liegende Umsatzausblick für das dritte Quartal sowie die weiter starke Nachfrage nach Power-Lösungen für KI-Rechenzentren. Für die Börsen sei die Anhebung aber keine große Überraschung.
Zalando verloren 1,7 Prozent. Die Stifel-Analysten sprachen von durchwachsenen Erstquartalszahlen. Der Umsatz habe im Rahmen der Erwartungen gelegen, das EBIT aber darunter. Obwohl das erste Quartal saisonal bedingt den geringsten Beitrag zum Gesamtjahr leiste, würfen die Ergebnisse Fragen hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit der europäischen Nachfrage angesichts gestiegener Ölpreise auf. Ein Großteil der Bedenken scheine sich darin zu spiegeln, dass die Aktie seit Jahresbeginn bereits um mehr als 15 Prozent gefallen sei.
Lufthansa stiegen nach den Ergebnissen für das erste Quartal um 6,3 Prozent, auch gestützt von den Entwicklungen im Nahen Osten und gesunkenen Ölpreisen. In der Folge ging es für das Tui-Papier um 6,3 Prozent nach oben. Fresenius stiegen nach Zahlenausweis um 1,1 Prozent. Heidelberg Materials (+2,5%) legte einen soliden Start in das Jahr hin, wie RBC-Analyst Anthony Codling urteilte.
Die Aktien von Teamviewer schlossen 5,7 Prozent im Plus. Die Erwartungen waren im Vorfeld des Zahlenausweises sehr schwach, daher fielen nun die Aufschläge sehr üppig aus, wie es hieß. Die Analysten der DZ Bank urteilten, Teamviewer habe angesichts der gedämpften Erwartungen ein ordentliches erstes Quartal gezeigt. Die Marge sei sogar stärker als erwartet gewesen, auch wenn hier Marketingausgaben ins zweite Quartal verschoben worden seien. Dies habe die Profitabilität im ersten Quartal erhöht.
=== Index zuletzt +/- % +/- % YTD DAX 24.919 2,1 1,9 DAX-Future 25.004 2,0 -0,8 XDAX 24.909 2,1 1,3 MDAX 31.779 2,1 4,1 TecDAX 3.810 0,1 5,4 SDAX 18.348 0,9 7,0 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 125,70% 77 ===
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