MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Gute Quartalszahlen verdrängen Iran-Krieg
05.05.2026 / 09:53 Uhr
DOW JONES--Freundlicher als erwartet sind die europäischen Aktienmärkte am Dienstag in den Handel gestartet. Sorgen um global steigende Zinsen oder die Entwicklung im Nahen Osten werden von der Zahlenflut der Berichtssaison verdrängt. Die Mehrheit der Zahlen hat klar auf der Oberseite überrascht und sorgt für eine positive Stimmung. Kräftige Kursgewinne gibt es bei Schaeffler und AB Inbev, aber auch Hugo Boss, Rheinmetall und Unicredit haben gute Ergebnisse vorgelegt. Nur bei Fresenius Medical Care (FMC) geht es deutlich abwärts. Der DAX steigt um 0,8 Prozent auf 24.190 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verbessert sich um 1,1 Prozent auf 5.825 Punkte.
Sorgenfalten verursacht allerdings der globale Zinsanstieg: So sprangen die 30-jährigen US-Anleihen am Vortag wieder über die 5-Prozent-Marke und deuten auf einen dynamischen Ausbruch nach oben hin. Auch in Europa droht dieses Szenario: Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte auf ihrer Sitzung im nächsten Monat die Zinsen anheben, sollte die Inflation im Euroraum aufgrund des Iran-Kriegs weiter steigen, sagte Bundesbank-Chef Nagel am Montag.
Passend dazu hat am Morgen die Reserve Bank of Australia ihre Zinsen zum dritten Mal in Folge erhöht. Dazu wurde auch noch verbal vor möglichen weiteren Erhöhungen gewarnt wegen der hohen Inflation.
Kräftige Kursgewinne von 5 Prozent gibt es bei Schaeffler. Der Autozulieferer hat im ersten Quartal sowohl auf der Umsatz- als auch der Gewinnseite besser abgeschnitten als befürchtet. Besonders überraschend sei das Geschäft im Asien-Pazifik-Raum. Insgesamt sei die EBIT-Marge vor Sondereffekten mit 5,0 Prozent hoch und liege über dem Vorjahr mit 4,7 Prozent. Der Jahresausblick wurde bestätigt. Auch Conti im DAX ziehen um 1,5 Prozent an.
Beim Brauerei-Konzern AB Inbev geht es um 7,6 Prozent nach oben. Die Belgier konnten zur Überraschung des Marktes den Bier-Absatz steigern, der von Analysten weiter in einem klaren Abwärtstrend erwartet worden war. Entsprechend fielen auch Gewinn und Umsatz besser als erwartet aus.
Hugo Boss springen um 4,7 Prozent nach oben trotz eher schwacher Quartalszahlen. "Die Markterwartungen waren angesichts der angeschlagenen für Mode- und Luxus-Aktien noch schlechter", sagt ein Händler. Dazu sorge für Zuversicht, dass Boss den Jahresausblick trotz des ersten Quartals bestätigt hat.
Rheinmetall legen um 1,8 Prozent zu. Die Auftragsbücher sind derzeit so voll, dass der Rüstungshersteller mit der Produktion nicht mehr hinterherkommt und Kapazitätsengpässe hat. Dadurch verschieben sich einige Liefertermine ins nächste Quartal. Der Auftragsbestand kletterte im ersten Quartal um 31 Prozent, für das Gesamtjahr erwartet Rheinmetall ein Umsatzplus von 40 bis 45 Prozent.
Bei Fresenius Medical Care (FMC) geht es dagegen um 5,3 Prozent nach unten, angesichts der Kosten für die Umstrukturierung des Dialyse-Geschäfts in den USA. Die Kosten der Klinik-Schließungen drücken kräftig auf die Gewinne. Positiv sei aber die bestätigte Jahresprognose.
Gesucht sind die Aktien der Unicredit mit plus 3,7 Prozent: Die Italiener haben nicht nur gute Zahlen vorgelegt, sondern auch noch die Jahresprognose erhöht. Mit der Zuversicht der Finanzkennzahlen im Rücken rechnen Marktteilnehmer damit, dass sie noch im Tagesverlauf ein Gebot für die Commerzbank (+2,7%) abgeben wird.
Bei Europas Post- und Logistik-Aktien gibt es auch nach dem "Amazon-Schock" vom Vortag keine Erholung. Deutsche Post und Moeller-Maersk geben gegen den Markt weitere 0,7 bzw. 0,2 Prozent ab. Die Analysten von Morgan Stanley betonen, ein Wettbewerber "mit der Größe, dem Ehrgeiz und der Expertise von Amazon" werde die Preisgestaltung in allen Verkehrsträgern beeinflussen.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.825,47 +1,1 61,86 5.763,61 0,6 Stoxx-50 5.029,40 +0,5 22,60 5.006,80 2,3 DAX 24.189,52 +0,8 198,25 23.991,27 -1,2 MDAX 30.773,37 +1,1 327,63 27.039,42 0,5 TecDAX 3.747,89 +1,1 40,04 3.091,28 3,4 SDAX 18.176,85 +0,9 168,17 13.062,07 5,8 FTSE 10.276,55 -0,8 -87,38 10.363,93 3,5 CAC 8.031,23 +0,7 55,11 7.976,12 -1,5 SMI 13.089,54 +0,7 86,21 13.003,33 -1,4 ATX 5.737,29 +0,0 0,67 5.736,62 7,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 13:50 EUR/USD 1,1694 +0,0 0,0004 1,1690 1,1695 EUR/JPY 183,79 -0,0 -0,0200 183,81 183,8300 EUR/CHF 0,9158 -0,1 -0,0007 0,9165 0,9174 EUR/GBP 0,8633 -0,1 -0,0006 0,8639 0,8636 USD/JPY 157,15 -0,0 -0,0700 157,22 157,1400 GBP/USD 1,3543 +0,1 0,0012 1,3531 1,3540 USD/CNY 6,83 +0,0 0,0027 6,8300 6,8300 USD/CNH 6,8304 0,0 0,0000 6,8304 6,8278 AUS/USD 0,7156 -0,2 -0,0011 0,7167 0,7176 Bitcoin/USD 81.099,36 +1,5 1.168,16 79.931,20 78.806,24 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 103,48 -2,8 -2,94 106,42 Brent/ICE 113,66 -0,7 -0,78 114,44 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.556,44 +0,8 36,04 4.520,40 Silber 73,71 +1,4 0,99 72,72 Platin 1.991,75 +2,4 46,83 1.944,92 ===
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May 05, 2026 03:52 ET (07:52 GMT)
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