MÄRKTE USA/Unklare Nahost-Lage belastet - Logistiker unter Druck

04.05.2026 / 22:18 Uhr

DOW JONES--Mit Abgaben hat die Wall Street den ersten Handelstag der Woche beendet. Vor allem die undurchsichtige Nachrichtenlage rund um den Nahost-Konflikt sorgte für Verunsicherung. Dazu kam das wieder auflebende Zollthema, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, die Zölle auf Auto-Importe aus der EU zu erhöhen, obwohl der Oberste US-Gerichtshof diese als nicht rechtmäßig bezeichnet hat.

Der Dow-Jones-Index verlor 1,1 Prozent auf 48.942 Punkte. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,4 Prozent und der Nasdaq-Composite büßte 0,2 Prozent ein. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 801 (Freitag: 1.335) Kursgewinner und 1.967 (1.381) -verlierer. Unverändert schlossen 55 (114) Titel.

Vor allem die Lage im Nahen Osten stand im Blickpunkt. So wollen die USA nun Schiffe, die in der Straße von Hormus festliegen, herausleiten, wobei allerdings Details fehlen, wie dies geschehen soll. Offenbar soll die US-Marine dabei nicht mitwirken. Der Iran hatte daraufhin angekündigt, dass eine Durchfahrt ohne offizielle Genehmigung nicht möglich sei, und dass jede Missachtung eine entschlossene Reaktion der Streitkräfte nach sich ziehen würde. Im Verlauf gab es dann Berichte, wonach der Iran Raketen auf US-Kriegsschiffe und Handelsschiffe abgefeuert habe. Damit droht der Waffenstillstand zu scheitern, hieß es.

Als Reaktion ging es mit den Ölpreisen kräftig nach oben. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 5,4 Prozent auf 114,01 Dollar.

Der Iran hat derweil den USA einen neuen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorgelegt und Kompromissbereitschaft signalisiert, um die Gespräche wiederzubeleben und eine Pattsituation zu beenden, die sich für die iranische Wirtschaft als kostspielig erweist. In den wesentlichen Fragen - der Wiedereröffnung der Straße von Hormus und dem iranischen Atomprogramm - liegen die Positionen beider Seiten jedoch weiterhin weit auseinander, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten.

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen sprang über die Marke von 5 Prozent, da sich die Anleger Sorgen über die Verschuldung der US-Regierung machen. Diese Sorgen wurden durch die Befürchtung verschärft, dass der Krieg im Iran die Ausgaben erheblich steigern wird. "Der Schuldendienst ist gestiegen, da Anleihen fällig geworden sind, und ich sehe nichts, was diese Entwicklung irgendwie aufhalten könnte", sagte George Catrambone von DWS. Im Blick steht nun die vierteljährliche Finanzbedarfsschätzung des US-Finanzministeriums im Wochenverlauf. Die Rendite zehnjähriger Papiere kletterte um 6 Basispunkte auf 4,44 Prozent.

Der Goldpreis fiel, da erhöhte Ölpreise und die Unsicherheit über den Verlauf der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran die geldpolitischen Aussichten eintrüben. Für die Feinunze ging es 2,1 Prozent auf 4.517 Dollar nach unten.

Der Dollar legte zu. Für den Dollar-Index ging es um 0,2 Prozent aufwärts. "Der USA-Iran-Konflikt stört weiterhin die Energiemärkte und schürt Inflationsrisiken", so die Analysten der Danske Bank.

Unternehmensseitig sorgte Gamestop für das Thema des Tages. Der Videospielehändler hat ein 56-Milliarden-Dollar-Angebot für Ebay angekündigt. Etwa die Hälfte des Angebots soll in bar erfolgen mit 125 Dollar je Ebay-Aktie, der Rest in Gamestop-Aktien. Gamestop gab zudem bekannt, bereits rund 5 Prozent an Ebay erworben zu haben und auch eine Kreditzusage über 20 Milliarden Dollar von TD Securities zu haben. Ebay teilte mit, das Angebot sorgfältig zu prüfen und zu bewerten Für die Ebay-Aktie ging es um 5,1 Prozent nach oben auf 109,33 Dollar. Gamestop knickten dagegen um 10,2 Prozent ein.

Amazon (+1,4%) will sein Logistiknetzwerk für mehr Geschäftskunden öffnen. Der Konzern hat am Montag den Start von Amazon Supply Chain Services angekündigt. Dies ist eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, von Konsumgüterherstellern bis hin zu Bekleidungshändlern, um Amazon für Dienstleistungen wie Fulfillment, See- und Luftfracht sowie Lkw-Transporte zu beauftragen. In der Folge standen die Aktien von UPS und Fedex mit Abgaben von 10,5 bzw. 9,1 Prozent unter Druck.

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INDEX          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA         48.941,90   -1,1   -557,37       49.499,27 
S&P-500       7.200,75   -0,4    -29,37        7.230,12 
NASDAQ Comp  25.067,80   -0,2    -46,64       25.114,44 
NASDAQ 100   27.651,82   -0,2    -58,54       27.710,36 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,95  +0,07       3,99            3,91 
5 Jahre             4,09  +0,07       4,12            4,04 
10 Jahre            4,44  +0,06       4,46            4,39 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 13:50 
EUR/USD           1,1693   -0,2    -0,0027          1,1720     1,1695 
EUR/JPY           183,74   -0,2    -0,3300          184,07   183,8300 
EUR/CHF           0,9162   +0,0     0,0001          0,9161     0,9174 
EUR/GBP           0,8637   +0,1     0,0008          0,8629     0,8636 
USD/JPY           157,09   +0,0     0,0600          157,03   157,1400 
GBP/USD           1,3534   -0,3    -0,0038          1,3572     1,3540 
USD/CNY             6,83   +0,0     0,0027          6,8273     6,8300 
USD/CNH           6,8302    0,0     0,0001          6,8292     6,8278 
AUS/USD            0,717   -0,5    -0,0033          0,7203     0,7176 
Bitcoin/USD    80.032,49   +1,4   1.130,08       78.902,41  78.806,24 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         105,29   +3,3       3,35          101,94 
Brent/ICE         114,01   +5,4       5,84          108,17 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.517,25   -2,1     -96,37        4.613,62 
Silber             72,82   -3,3      -2,52           75,34 
Platin          1.947,85   -2,1     -41,07        1.988,92 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 04, 2026 16:17 ET (20:17 GMT)

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