EU gibt zugesagten Milliarden-Kredit für Ukraine frei

22.04.2026 / 15:59 Uhr

Von Kim Mackrael

DOW JONES--Die Europäische Union hat die für die Ukraine wichtige Finanzhilfe von 90 Milliarden Euro freigegeben, nachdem das Mitgliedsland Ungarn sein Veto gegen die für Kiew lebenswichtige Finanzierung zur Aufrechterhaltung des Kampfes gegen die russische Invasion aufgegeben hat.

Die EU-Botschafter einigten sich am Mittwoch auf ein zweijähriges Darlehen. Der formale Genehmigungsprozess soll am Donnerstag abgeschlossen werden. Der Schritt erfolgte, nachdem die Ukraine mitgeteilt hatte, dass eine beschädigte Ölpipeline repariert worden sei, die im Mittelpunkt eines monatelangen Streits mit Ungarns scheidendem Ministerpräsidenten Viktor Orban stand.

Orban hatte im Dezember dem EU-Darlehen grundsätzlich zugestimmt, zu dem Ungarn jedoch keinen Beitrag leisten wird. Später machte er jedoch einen Rückzieher und begründete dies mit dem langsame Tempo der Reparaturen an der Druschba-Pipeline, die russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Orban hatte wiederholt erklärt, dass er das Darlehen blockieren werde, bis die Pipeline repariert sei.

Das ungarische Energieunternehmen Mol teilte am Mittwoch mit, von seinem ukrainischen Pendant darüber informiert worden zu sein, dass das Öl wieder fließt. Mol erklärte, die ersten Lieferungen würden spätestens bis Donnerstag in Ungarn und der Slowakei eintreffen.

Europäische Beamte und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatten erklärt, die Pipeline sei durch russische Angriffe beschädigt worden.

Selenskyj sagte am Dienstag, die Reparaturarbeiten an der Pipeline seien abgeschlossen. Zuvor hatte er bestritten, die Reparaturen zu behindern. In einem Brief an die EU-Staats- und Regierungschefs schrieb er im März, die Ukraine unternehme "alle möglichen Anstrengungen", um den Betrieb wiederherzustellen.

Das Geld aus Europa ist für Kiew überlebenswichtig geworden, nachdem die Trump-Regierung im vergangenen Jahr die US-Finanzhilfe für die Ukraine eingestellt hatte. Das Darlehen soll in diesem und im nächsten Jahr zwei Drittel des ukrainischen Finanzbedarfs decken, der Rest muss von westlichen Partnern und internationalen Organisationen kommen.

Selenskyj hatte die EU bereits Anfang des Jahres aufgefordert, mit der Auszahlung des Darlehens zu beginnen, damit Kiew westliche Waffen kaufen, die Gehälter von Staatsbediensteten zahlen und grundlegende Dienstleistungen aufrechterhalten kann. Das Veto Orbans hatte dies jedoch bislang verhindert.

Der Widerstand gegen das neue Darlehen ist zuletzt bei rechts- und linksradikalen Parteien in Frankreich, Deutschland und Italien gewachsen.

Nachdem Orban Anfang April die Parlamentswahl in Ungarn verloren hatte, waren EU-Vertreter wieder zuversichtlich, dass das Darlehen entweder von Orban selbst oder nach dem Amtsantritt des designierten Ministerpräsidenten Peter Magyar im Mai genehmigt werden würde. Die Aufhebung des Vetos in dieser Woche bedeutet, dass das Geld nun schnell ausgezahlt werden kann.

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April 22, 2026 09:58 ET (13:58 GMT)

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