MÄRKTE EUROPA/Kaum Bewegung - Telekom mit Fusionsplänen unter Druck
22.04.2026 / 13:50 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich am Mittwochmittag kaum bewegt. US-Präsident Donald Trump hat wenig überraschend den Waffenstillstand mit dem Iran verlängert. Dieser soll so lange gelten, bis die "Gespräche auf die eine oder andere Weise abgeschlossen sind". Für Analyst Michael Brown von Pepperstone scheinen die meisten öffentlichen Kommentare beider Seiten derzeit darauf abzuzielen, Verhandlungsvorteile zu erlangen, statt eine tatsächliche Eskalation zu suchen. Solange die Richtung beibehalten werde, dass der Konflikt ende, sollte das Risiko abgesichert bleiben und Aktienrücksetzer weiterhin als Kaufgelegenheiten gesehen werden.
Der DAX verliert 0,1 Prozent auf 24.258 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,1 Prozent auf 5.926 nach unten. Der Euro notiert mit 1,1745 Dollar praktisch unverändert, auch an den Anleihemärkten ist es ruhig. Der Preis für die Ölsorte Brent zieht hingegen um 0,9 Prozent auf 99,37 Dollar das Fass an. Nach Einschätzung von Portfoliostratege Thomas Altmann von QC Partners dürfte Öl noch lange teuer bleiben. Der Preis für unmittelbar lieferbares Rohöl der Sorte Brent liege aktuell zumindest 14 Prozent unter seinem Rekordstand im März. Für eine Lieferung in sechs Monaten sei der Preis allerdings nur um 5 Prozent zurückgegangen. Damit sei eine Öl-Lieferung mit sechs Monaten Vorlauf noch immer 43 Prozent teurer als zum Jahreswechsel.
Die Berichtssaison liefert zunehmend Impulse. Positiv kommen an der Börse die Geschäftszahlen von ABB an, die Aktie legt um 3,2 Prozent zu. Als sehr stark stuft ein Marktteilnehmer den Auftragseingang der Schweizer ein. Während der Konsens mit einem Plus von rund 8 Prozent gerechnet habe, sei dieser rund doppelt so hoch ausgefallen. Dazu komme die Prognoseerhöhung. Dass ABB "keine materiellen Auswirkungen" durch den Nahostkonflikt melde, gefalle in dem Umfeld ebenfalls. Für die Aktie von Siemens geht es in Folge um 1 Prozent nach oben, Schneider Electric um 0,9 Prozent.
Positiv werten die Analysten von Jefferies die Geschäftszahlen zum ersten Quartal 2026 von Akzonobel, die Aktie steigt um 3,1 Prozent. Das bereinigte EBITDA liege 6 Prozent über den eigenen Schätzungen und 7 Prozent über dem Konsens.
Um 6,8 Prozent schießen ASM International nach oben. Die Ergebnisse und der kurzfristige Ausblick dürften eine Anhebung der Konsensschätzungen nach sich ziehen, mutmaßen die Citi-Analysten. Der niederländische Chiphersteller habe im ersten Quartal einen höheren Umsatz erzielt und die Markterwartungen um 3 Prozent übertroffen. Der Ausblick für das zweite Quartal liege zudem um 10 Prozent deutlich über Konsens, so die Analysten. Infineon rücken im DAX um 3,1 Prozent vor.
Die Medienberichte zu einem möglichen Zusammenlegen des jeweiligen Aktienkapitals von Deutscher Telekom und T-Mobile US zu einem gemeinsamen Konzern, der die Aktivitäten auf beiden Seiten des Atlantiks bündelt, kommt für die DZ Bank überraschend. Aus Sicht der Bonner Konzernzentrale könnte zwar das höhere Bewertungsniveau der US-Tochter "angezapft" werden, so die Analysten. Die Deutsche Telekom wäre jedoch in diesem Fall auf die politische Unterstützung in den USA und des Bundes (Anteil an der Deutschen Telekom zusammen mit der Förderbank Kfw gut 28 Prozent) angewiesen, geben sie zu bedenken. Der Bund müsste dabei auf seine Sperrminorität verzichten. Zusätzlich erachten sie es als eine große Herausforderung, investierte US-Investoren von diesem Vorhaben zu begeistern. Deutsche Telekom fallen 4,6 Prozent zurück.
Nach sehr guten Geschäftszahlen geht es für K+S um 7,7 Prozent nach oben. Das Unternehmen meldete vorab ein EBITDA im ersten Quartal 2026 von 280 Millionen Euro, was laut Jefferies 25 Prozent über Konsens liegt. Auch der bereinigte freie Cashflow übertraf mit 87 Millionen Euro die Markterwartungen um deutliche 51 Prozent. Kalipreise und der Aktienkurs von K+S hätten im ersten Quartal zugelegt, kommentierte jüngst Berenberg. Die Analysten erwarten jedoch, dass diese Verbesserung nur vorübergehend ausfalle. Langfristig zeichne sich ab 2027 eine erhebliche zusätzliche Kapazität ab.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.925,74 -0,1 -4,51 5.930,25 2,3 Stoxx-50 5.075,72 +0,0 1,24 5.074,48 3,2 DAX 24.257,56 -0,1 -13,31 24.270,87 -1,0 MDAX 31.316,61 -0,1 -31,32 27.039,42 2,3 TecDAX 3.685,35 -0,4 -14,88 3.091,28 1,8 SDAX 18.173,92 +0,2 42,90 13.062,07 5,8 CAC 8.207,08 -0,4 -28,64 8.235,71 0,7 SMI 13.137,96 +0,0 3,82 13.134,14 -1,0 ATX 5.834,02 -0,3 -18,34 5.852,36 9,5 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:17 EUR/USD 1,1739 -0,0 -0,0003 1,1742 1,1786 EUR/JPY 186,95 -0,1 -0,1800 187,13 186,9900 EUR/CHF 0,9178 +0,1 0,0010 0,9168 0,9169 EUR/GBP 0,8691 0,0 0,0000 0,8691 0,8702 USD/JPY 159,23 -0,1 -0,1400 159,37 158,6500 GBP/USD 1,3505 -0,0 -0,0001 1,3506 1,3542 USD/CNY 6,8236 +0,0 0,0028 6,8208 6,8172 USD/CNH 6,8271 -0,0 -0,0007 6,8278 6,8153 AUS/USD 0,7155 +0,1 0,0004 0,7151 0,7173 Bitcoin/USD 78.236,75 +3,3 2.495,07 75.741,68 75.386,28 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 90,41 +0,8 0,74 89,67 Brent/ICE 99,37 +0,9 0,89 98,48 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.752,20 +0,9 40,53 4.711,67 Silber 78,04 +1,7 1,34 76,70 Platin 2.071,90 +1,7 35,11 2.036,79 ===
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April 22, 2026 07:49 ET (11:49 GMT)
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