MÄRKTE EUROPA/DAX-Stagnation - Geopolitik bleibt bestimmendes Thema
22.04.2026 / 10:23 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte sind am Mittwoch leicht höher in den Handel gestartet - geben die Aufschläge anschließend aber wieder ab. Nach den Abschlägen am Vortag und der Schwäche der Wall Street wurde der Rücksetzer zunächst schnell wieder gekauft. Die Erholung bleibt aber fragil, eine Fortsetzung der volatilen Seitwärtsbewegung das wahrscheinlichste Szenario. Der DAX stagniert bei 24.264 Punkte, der Euro-Stoxx-50 bewegt sich ebenfalls nicht. Nachdem Öl der Sorte Brent am Terminmarkt am Vortag kurz über 100 Dollar notiert hat, handelt es am Morgen bei 98,53 Dollar je Barrel, was für eine leichte Entspannung sorgt. Der Euro notiert mit 1,1758 Dollar kaum verändert.
Ein Großteil der Schwäche an den US-Börsen hatte sich bereits kurz nach der Schlussglocke umgekehrt. Als Grund nennt Analyst Michael Brown von Pepperstone den Post von US-Präsident Trump auf "Truth Social". Trump verkündete, was viele für unvermeidlich hielten - eine unbefristete Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran. Diese soll so lange gelten, bis die "Gespräche auf die eine oder andere Weise abgeschlossen sind".
Für Brown scheinen die meisten öffentlichen Kommentare beider Seiten derzeit darauf abzuzielen, Verhandlungsvorteile zu erlangen, statt eine tatsächliche Eskalation zu suchen. Solange die Richtung beibehalten werde, dass der Konflikt ende, sollte das Risiko abgesichert bleiben und Aktienrücksetzer weiterhin als Kaufgelegenheiten gesehen werden. Der Fokus bleibe auf der Geopolitik. Nach Börsenschluss in den USA stehen zudem die Quartalszahlen von Tesla an.
Öl wird noch lange teuer bleiben
Die Preisfindung am Öl-Terminmarkt interpretiert Portfoliostratege Thomas Altmann von QC Partners dahingehend, dass Öl noch lange teuer bleiben wird. Der Preis für unmittelbar lieferbares Rohöl der Sorte Brent liege aktuell zumindest 14 Prozent unter seinem Rekordstand im März. Für eine Lieferung in sechs Monaten sei der Preis allerdings nur um 5 Prozent zurückgegangen. Damit sei eine Öl-Lieferung mit sechs Monaten Vorlauf noch immer 43 Prozent teurer als zum Jahreswechsel. Die Energiemärkte preisten nun mehr und mehr ein, dass die Normalisierung sehr lange dauern werde.
Aber auch die Berichtssaison liefert zunehmend Impulse. Positiv kommen an der Börse die Geschäftszahlen von ABB an, die Aktie legt um 4,4 Prozent zu. Als "outblowing" stuft ein Marktteilnehmer den Auftragseingang der Schweizer ein. Während der Konsens mit einem Plus von rund 8 Prozent gerechnet habe, sei dieser rund doppelt so hoch ausgefallen. Dazu komme die Prognoseerhöhung. Dass ABB "keine materiellen Auswirkungen" durch den Nahostkonflikt melde, gefalle in dem Umfeld ebenfalls. Für die Aktie von Siemens geht es in Folge um 1,8 Prozent nach oben, Schneider Electric steigen 2,5 Prozent.
Positiv werten die Analysten von Jefferies die Geschäftszahlen zum ersten Quartal 2026 von Akzonobel, die Aktie steigt um knapp 5 Prozent. Das bereinigte EBITDA liege 6 Prozent über den eigenen Schätzungen und 7 Prozent über dem Konsens.
Um 10 Prozent schießen ASM International nach oben. Die Ergebnisse und der kurzfristige Ausblick dürften eine Anhebung der Konsensschätzungen nach sich ziehen, mutmaßen die Citi-Analysten. Der niederländische Chiphersteller habe im ersten Quartal einen höheren Umsatz erzielt und die Markterwartungen um 3 Prozent übertroffen. Der Ausblick für das zweite Quartal liege zudem um 10 Prozent deutlich über Konsens, so die Analysten.
Das Ergebnis von BHP (+2,1%) für das dritte Quartal sei "besser, als es aussieht, aber nicht makellos", urteilt RBC-Analyst Kaan Peker. "Eisenerz hat die Hauptarbeit geleistet", meint er. Peker hebt hervor, dass die besser als erwartet ausgefallenen realisierten Preise für alle Rohstoffe geholfen hätten, ein durchwachsenes Betriebsergebnis zu verschleiern. "Das Problem ist Spence", meint er. Förderung und Produktion dort seien schlechter als von ihm erwartet berichtet worden.
Für die Aktie von Sonova geht es um knapp 5 Prozent nach unten. Die Jefferies-Anaysten verweisen auf die drastische Senkung der Prognose von Cochlear für das Geschäftsjahr 2026. Eine nachlassende Nachfrage nach Cochlear-Implantaten (CI) in den Industrieländern, Erstattungsdruck in China und Störungen im Nahen Osten deuteten auf einen schwächeren, länger anhaltenden Abwärtszyklus hin. Die Aktien von Cochlear brachen nach deutlicher Prognosesenkung um rund 40 Prozent ein, Jefferies bevorzugt weiterhin Demant.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.931,69 +0,0 1,44 5.930,25 2,4 Stoxx-50 5.081,80 +0,1 7,32 5.074,48 3,3 DAX 24.264,20 -0,0 -6,67 24.270,87 -0,9 MDAX 31.290,06 -0,2 -57,87 27.039,42 2,2 TecDAX 3.684,25 -0,4 -15,98 3.091,28 1,7 SDAX 18.151,46 +0,1 20,44 13.062,07 5,7 CAC 8.220,23 -0,2 -15,49 8.235,71 0,9 SMI 13.153,07 +0,1 18,93 13.134,14 -0,9 ATX 5.856,13 +0,1 3,77 5.852,36 9,9 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:17 EUR/USD 1,1758 +0,1 0,0016 1,1742 1,1786 EUR/JPY 187,26 +0,1 0,1300 187,13 186,9900 EUR/CHF 0,9164 -0,0 -0,0004 0,9168 0,9169 EUR/GBP 0,8688 -0,0 -0,0003 0,8691 0,8702 USD/JPY 159,24 -0,1 -0,1300 159,37 158,6500 GBP/USD 1,3531 +0,2 0,0025 1,3506 1,3542 USD/CNY 6,8204 -0,0 -0,0004 6,8208 6,8172 USD/CNH 6,8216 -0,1 -0,0062 6,8278 6,8153 AUS/USD 0,717 +0,3 0,0019 0,7151 0,7173 Bitcoin/USD 78.006,57 +3,0 2.264,89 75.741,68 75.386,28 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 89,97 +0,3 0,30 89,67 Brent/ICE 98,53 +0,1 0,05 98,48 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.759,62 +1,0 47,95 4.711,67 Silber 78,17 +1,9 1,47 76,70 Platin 2.081,05 +2,2 44,26 2.036,79 ===
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April 22, 2026 04:22 ET (08:22 GMT)
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