MÄRKTE USA/Hoffnung auf Kriegsende in Nahost dürfte Börsen stützen

21.04.2026 / 14:08 Uhr

DOW JONES--Der Optimismus über ein baldiges Kriegsende im Iran dauert am Dienstag an und stützt die Wall Street unverändert. Hatte der Aktienmarkt am Vortag mit den eher negativen Schlagzeilen zum Irankrieg nur sehr verhalten negativ reagiert, hoffen Investoren nun, dass USA und Iran noch vor Ablauf der zweiwöchigen Waffenruhe im Nahen Osten an den Verhandlungstisch für Friedensgespräche zurückkehren. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen etwas festeren Handelsbeginn am Kassamarkt schließen, womit die Vortagesverluste gleich zum Start wettgemacht würden. Die Indizes peilen damit auch wieder die jüngsten Rekordhochs an, womit der Optimismus am Markt manifestiert wird.

Teheran habe regionalen Vermittlern mitgeteilt, am Dienstag ein Verhandlungsteam nach Pakistan zu entsenden, berichtet das Wall Street Journal. Offiziell bestätigt hat das Mullah-Regime dies bislang nicht. "Die Arbeitshypothese der meisten Marktteilnehmer ist, dass wir eine Verlängerung der aktuellen Waffenruhe sehen werden", mutmaßt Marktstratege Michael Brown von Pepperstone. Es liege im Interesse beider Seiten, den Krieg zu beenden, daher seien "die markige Rhetorik und die Schlagzeilen, die wir weiterhin hören, größtenteils darauf ausgerichtet, Verhandlungsspielraum zu gewinnen, statt den Konflikt erneut zu eskalieren", fügte er hinzu. Die von US-Präsident Donald Trump ausgerufene Waffenruhe endet am Mittwoch.

Neben dem Nahostkonflikt könnte auch die US-Geldpolitik Akzente setzen. Denn Trumps Kandidat für den Vorsitz der US-Notenbank, Kevin Warsh, wird vor dem Bankenausschuss des Senats erscheinen; seine Aussagen könnten Investoren einen besseren Eindruck davon vermitteln, wohin die Geldpolitik steuert. Zudem werden die US-Einzelhandelsumsätze für März veröffentlicht.

Die Renditen von US-Staatsanleihen steigen leicht im Vorfeld der Warsh-Anhörung. Laut FT wird er erklären, die Unabhängigkeit der US-Notenbank sei durch politischen Druck nicht sonderlich bedroht. Dies könnte am Markt als Absage an aggressive Zinssenkungen interpretiert werden, wie US-Präsident Trump sie immer wieder einfordert. Daher steigt auch der Dollar leicht - trotz der Entspannungssignale im Nahen Osten. Sollte sich Warsh für Zinssenkungen aussprechen, dürfte der Greenback laut ING-Analyst Chris Turner aber nachgeben.

Die Hoffnung auf eine Verhandlungslösung im Irankrieg mit Öffnung der Seestraße von Hormus drückt etwas auf die Ölpreise, die um rund ein halbes Prozent nachgeben. Der feste Dollar und sinkende Marktzinsen verbilligen Gold um 0,6 Prozent.

Bei Apple gibt es einen Führungswechsel

Unter den Einzelaktien geben Apple vorbörslich gegen den Trend 0,3 Prozent nach. Tim Cook wird als CEO zurücktreten. Cook wird seinen Posten beim Technologiekonzern zum 1. September aufgeben. Er hat die Position seit 2011 inne und soll zum Executive Chairman des Verwaltungsrats ernannt werden. Neuer CEO soll John Ternus werden, derzeit Senior Vice President für Hardware-Entwicklung bei Apple. Ternus werde mit seinem Hintergrund entscheidend für die Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz sein, urteilt XTB-Analystin Kathleen Brooks. Unter der Führung von Tim Cook sei Apple bei den KI-Investitionen bisher hinter ihren großen Technologiekonkurrenten zurückgeblieben.

Amazon will als Teil einer vertieften Partnerschaft weitere 5 Milliarden Dollar in die KI-Gesellschaft Anthropic investieren. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich damit auf bis zu 25 Milliarden Dollar, sofern bestimmte kommerzielle Meilensteine erreicht werden. Der Kurs des Online-Riesen klettert um 2,9 Prozent.

Unitedhealth hat mit ihren Erstquartalszahlen die Markterwartungen deutlich übertroffen. Die Krankenversicherung hob in der Folge die Jahresprognose an. Die Gesellschaft belege mit der Anhebung der Prognose, dass die Sanierungsbemühungen erste Früchte tragen, heißt es im Handel. Uber (+0,6%) hat ihren Anteil an dem Elektroautohersteller Lucid (-1,3%) erhöht. Die Anzahl der Lucid Robo-Taxis im Uber-Netzwerk soll erhöht werden.

Alaska Air sinken um 1,5 Prozent nach einer kassierten Jahresprognose der Fluggesellschaft. AXT stürzen um 12,1 Prozent ab, der Hersteller von Halbleiter-Wafer-Substraten will Aktien veräußern.

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US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,74  +0,02       3,75            3,72 
5 Jahre             3,87  +0,02       3,88            3,85 
10 Jahre            4,26  +0,01       4,27            4,24 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 18:17 
EUR/USD           1,1764   -0,2    -0,0023          1,1787     1,1786 
EUR/JPY           187,24   +0,0     0,0700          187,17   186,9900 
EUR/CHF           0,9171    0,0     0,0000          0,9171     0,9169 
EUR/GBP           0,8701   -0,1    -0,0006          0,8707     0,8702 
USD/JPY           159,15   +0,2     0,3600          158,79   158,6500 
GBP/USD           1,3518   -0,1    -0,0014          1,3532     1,3542 
USD/CNY           6,8155   -0,0    -0,0017          6,8172     6,8172 
USD/CNH           6,8155    0,0    -0,0003          6,8158     6,8153 
AUS/USD           0,7162   -0,2    -0,0015          0,7177     0,7173 
Bitcoin/USD    76.626,74   +0,4     315,19       76.311,55  75.386,28 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          89,29   -0,4      -0,32           89,61 
Brent/ICE          95,04   -0,5      -0,44           95,48 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.789,32   -0,6     -30,32        4.819,64 
Silber             79,02   -1,1      -0,89           79,91 
Platin          2.073,09   -0,8     -15,92        2.089,01 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/sha

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