MÄRKTE EUROPA/Anleger setzen auf Beruhigung im Nahostkonflikt

21.04.2026 / 13:34 Uhr

DOW JONES--An den europäischen Börsen geht es am Dienstagmittag vorsichtig nach oben. Positiv wird an der Börse gewertet, dass der Iran angeblich signalisiert hat, ein Verhandlungsteam nach Pakistan zu entsenden, um an einer zweiten Runde von Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. Teheran hat eine Teilnahme an den Friedensverhandlungen bislang nicht öffentlich bestätigt, entsprechende Berichte sind daher mit Vorsicht zu genießen.

Der DAX legt um 0,6 Prozent auf 24.573 Punkte zu, beim Euro-Stoxx-50 fällt das Plus mit 0,4 Prozent auf 6.009 Zähler etwas bescheidener aus. Der Preis der Ölsorte Brent fällt leicht auf 95,05 Dollar das Fass zurück. An den Anleihemärkten ziehen die Renditen moderat an, der Euro gibt leicht nach auf 1,1760 Dollar um.

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, der Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA, der am Mittwochabend US-Zeit ausläuft, werde nicht verlängert. Derweil soll sich US-Vizepräsident JD Vance auf dem Weg nach Pakistan befinden. Am Donnerstag werden die USA zudem eine zweite Gesprächsrunde auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon im US-Außenministerium ausrichten. Im Handel heißt es, das Schlagzeilenrisiko an den Märkten bleibe hoch.

Neben dem Irankrieg könnten Anleger ihre Aufmerksamkeit am Nachmittag auf die Anhörung des designierten neuen Fed-Chairman Kevin Warsh vor dem Bankenausschuss des Senats richten. Dort wird er nach Informationen der "FT" erklären, die Unabhängigkeit der US-Notenbank sei durch politischen Druck nicht sonderlich bedroht.

Teures Öl und die Gefahr neuer Lieferengpässe belasten die Stimmung

Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im April weiter eingetrübt. Die Krise rund um die Straße von Hormus ist für Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ BANK, der Belastungsfaktor für die deutsche Wirtschaft. Daran hätten weder der Waffenstillstand noch die kurzfristige Hoffnung auf eine Öffnung der Meerenge etwas geändert. Öl und Gas blieben weiterhin knapp und teuer. Zudem nähmen die Sorgen um Lieferengpässe in vielen Teilsegmenten der Wirtschaft zu. Eine zeitnahe und nachhaltige Verbesserung sei derzeit nicht in Sicht. Der schwache ZEW-Konjunkturindex bewegt gleichwohl nicht, am Nachmittag könnten die US-Einzelhandelsumsätze Akzente setzen.

Die Berichtssaison liefert derweil Impulse für Einzelwerte. Nach Umsatzzahlen notieren Beiersdorf-Aktien 2,4 Prozent niedriger. Der organische Umsatzrückgang fiel heftiger als erwartet aus. Belastend wirkte der Bereich Consumer, und hier Nivea mit einem Rückgang um 7 Prozent. Der Konzern hat zwar die Jahresziele bestätigt, RBC weist jedoch darauf hin, dass das Unternehmen weiterhin auf ein anhaltend herausforderndes Massenmarktgeschäft verweise.

Associated British Foods (AB Foods) verlieren 2,6 Prozent. Das EBIT hat die Marktschätzung um rund 5 Prozent verfehlt. Bernstein verweist auf die Margenkompression von 150 Basispunkten, was vor allem auf die Schwäche von Primark zurückzuführen sei. AB Foods will Primark nun abspalten und an die Börse bringen.

Thales (-10%) hat die Erwartungen an das organische Umsatzwachstum geschlagen. Dieses stieg im ersten Quartal um 9,7 Prozent und lag damit klar über dem Ziel von 6 bis 7 Prozent. Dies sei allerdings ausschließlich auf das bessere Rüstungsgeschäft zurückzuführen, so Berenberg, das um 14,3 Prozent zulegte. Schwach habe sich dagegen die Sparte Cyber entwickelt, der Bereich ist von KI-Disruptionen bedroht.

Aktien der Online-Apotheken setzen die jüngste Erholung fort. Redcare ziehen um 7 Prozent an, für Docmorris geht es um 4,1 Prozent nach oben. Die positiv aufgenommenen Erstquartalszahlen von Docmorris haben im Sektor Erholungsbedarf ausgelöst. Die Deutsche Bank schließt nicht aus, dass Docmorris zum ersten Mal in vielen Jahr die Prognose anheben könnte. Allerdings hinke Docmorris dem Wettbewerber Redcare hinterher. Die UBS hat ihre Schätzungen für Docmorris angehoben, bleibt indes vorsichtig, was den Zeitpunkt des Breakeven angeht.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   6.009,02   +0,4      26,39        5.982,63        3,8 
Stoxx-50        5.137,10   +0,1       5,68        5.131,42        4,5 
DAX            24.572,61   +0,6     154,81       24.417,80        0,3 
MDAX           31.774,82   +0,9     269,50       27.039,42        3,8 
TecDAX          3.741,87   +0,8      30,51        3.091,28        3,3 
SDAX           18.250,25   +1,0     172,13       13.062,07        6,3 
CAC             8.344,59   +0,2      13,54        8.331,04        2,4 
SMI            13.246,41   -0,3     -37,81       13.284,22       -0,2 
ATX             5.896,03   +0,5      29,70        5.866,33       10,7 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 18:17 
EUR/USD           1,1766   -0,2    -0,0021          1,1787     1,1786 
EUR/JPY           187,27   +0,1     0,1000          187,17   186,9900 
EUR/CHF            0,917   -0,0    -0,0001          0,9171     0,9169 
EUR/GBP           0,8702   -0,1    -0,0005          0,8707     0,8702 
USD/JPY           159,15   +0,2     0,3600          158,79   158,6500 
GBP/USD           1,3518   -0,1    -0,0014          1,3532     1,3542 
USD/CNY           6,8156   -0,0    -0,0016          6,8172     6,8172 
USD/CNH           6,8154   -0,0    -0,0004          6,8158     6,8153 
AUS/USD           0,7163   -0,2    -0,0014          0,7177     0,7173 
Bitcoin/USD    76.680,73   +0,5     369,18       76.311,55  75.386,28 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          89,29   -0,4      -0,32           89,61 
Brent/ICE          95,05   -0,5      -0,43           95,48 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.786,49   -0,7     -33,15        4.819,64 
Silber             78,84   -1,3      -1,07           79,91 
Platin          2.063,20   -1,2     -25,81        2.089,01 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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April 21, 2026 07:33 ET (11:33 GMT)

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