KONJUNKTUR IM BLICK/Die Stimmung sinkt weiter

17.04.2026 / 15:51 Uhr

Von Hans Bentzien

DOW JONES--Der größte Öl-Lieferausfall der Geschichte hat bisher recht bescheidene Spuren in den Stimmungsindikatoren der Industrieländer hinterlassen. Im März war das mit der Hoffnung erklärt worden, dass der Iran-Krieg nebst Sperrung der Straße von Hormus demnächst vorbei sein würde. Inzwischen sind wir einen Monat weiter, und diese Entschuldigung dürfte so nicht mehr gelten - es sei denn, "demnächst" definiert eine ähnlich flexible Zeitspanne wie "mittelfristig". Die vor uns liegende Woche ist gespickt mit Konjunkturdaten aus Europa und den USA, die in dieser Hinsicht ein Update liefern werden.

ZEW-Index sinkt im April tiefer in negatives Territorium

Die Konjunkturerwartungen von Investoren für Deutschland dürfte sich im April weiter eingetrübt haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Erwartungsindex auf minus 5,0 (März: minus 0,5) Punkte zurückgegangen ist. Für den Index der Lagebeurteilung werden minus 70,9 (minus 62,9) Punkte prognostiziert. Dieser Index war im März trotz des Iran-Kriegs gestiegen. Das ZEW veröffentlicht die Daten am Dienstag (11:00 Uhr).

Europäische Einkaufsmanagerindizes sinken im April

Auch die europäischen Einkaufsmanagerindizes (PMI) dürften wegen des Iran-Kriegs und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Belastungen gesunken sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex für die Produktion im verarbeitenden und nicht-verarbeitenden Gewerbe im Euroraum auf 50,0 (März: 50,7) Punkte gesunken ist. Er läge damit genau auf der Marke, ab der Wirtschaftswachstum anzeigt wird.

Immer mehr Volkswirte schauen in jüngster Zeit allerdings eher auf das Ausmaß der Indexveränderung, das sie für einen geeigneteren Indikator der Dynamik halten als die 50-Punkte-Linie. Die Euroraum-PMIs kommen am Mittwoch (10:00 Uhr) und zuvor kommen die aus Deutschland und Frankreich. Am Nachmittag folgt der PMI für die USA. Bei den PMIs ist zu berücksichtigen, dass längere Lieferfristen, wie sie unter anderem wegen der Sperrung der Straße von Hormus entstehen, als positives Konjunktursignal interpretiert werden. Dieses Phänomen hatte sich bereits im März gezeigt.

Ifo-Index sinkt im April erneut

Auch der vom Ifo-Institut berechnete Geschäftsklimaindex dürfte weiter gesunken sein. Volkswirte rechnen mit einem Rückgang auf 85,5 (März: 86,4) Punkte, nachdem das Minus im März weitaus weniger deutlich als erwartet ausgefallen war. Ursache war eine überraschend stabile Beurteilung der aktuellen Geschäftslage durch die Unternehmen gewesen. Für diesen Monat wird nun ein Rückgang auf 85,6 (86,7) Punkte prognostiziert und für die Geschäftserwartungen ein Rückgang auf 85,3 (86,0) Punkte.

Von Interesse sind ferner deutsche Erzeugerpreisdaten für März (Montag, 08:00 Uhr), das von der Uni Michigan erhobene US-Verbrauchervertrauen (Freitag, 16:00 Uhr) sowie zwei Auftritte der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde am Montag (16:30 Uhr) und Mittwoch (19:30 Uhr).

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo/sha

(END) Dow Jones Newswires

April 17, 2026 09:50 ET (13:50 GMT)

zur Übersicht mit allen Meldungen

ein Service von
DOW JONES

Copyright © 2026 Tradegate Exchange GmbH
Bitte beachten Sie das Regelwerk

DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG

Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)