MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich - Druck auf Fluglinien nach Easyjet
16.04.2026 / 18:10 Uhr
DOW JONES--Uneinheitlich haben sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag aus dem Handel verabschiedet. Etwas höhere Gewinne im Verlauf wurden wieder abgegeben. "Die Anleger in Frankfurt mussten heute mit etwas Enttäuschung den neuen Kursrekorden in New York und Tokio hinterherschauen", sagte CMC-Chefstratege Andreas Lipkow. Die positive Stimmung gegenüber Tech-Unternehmen kann sich derzeit nur an Asiens Börsen und New York spiegeln. Für gute Laune im Sektor sorgten unter anderem starke Zahlen von Taiwan Semiconductor.
Während der S&P-500 am Vortag einen neuen Rekordstand markierte, liegt der DAX noch fast 1.500 Punkte unter dem im Januar markierten Allzeithoch von 25.507 Punkten. Der DAX kletterte um 0,4 Prozent auf 24.154 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab dagegen um 0,1 Prozent auf 5.933 Punkte nach.
Stützend wirkten die Aussicht auf weitere Friedensgespräche in Nahost, dazu kamen überwiegend gute Nachrichten aus dem Unternehmensbereich quer durch alle Branchen. Auch konjunkturell stützten bessere Daten aus China: Die dortige Wirtschaft hat ihr Wachstum im ersten Quartal diesen Jahres beschleunigt, das BIP stieg zum Vorjahr um 5 Prozent nach zuvor 4,5 Prozent.
In den USA kamen positive Signale von Konjunkturindikatoren wie dem Philadelphia-Fed-Index. Der Dreh der Beschäftigungs-Komponente im April ins Minus kam Zinsfantasien entgegen.
Immer stärker bestimmte aber die Berichtssaison die Nachrichtenlage und bewegte ganze Branchen: Airbus hat vor der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das erste Quartal 2026 zurückhaltende Kommentare zu den Margen und zum freien Cashflow (FCF) abgegeben, meinte RBC. Der Markt hatte aber nichts anderes erwartet, die Aktien legten um 0,1 Prozent zu.
Bei Easyjet ging es um 5 Prozent abwärts. Der Billigflieger rechnet im ersten Halbjahr mit einem rund 40 Prozent höheren Vorsteuerverlust als im Vorjahr. Victoria Scholar von Interactive Investor sieht die Airline zwei Belastungen ausgesetzt: der schwächeren Nachfrage infolge weltweiter Reiseunterbrechungen im März und höhere Kosten aufgrund steigender Kerosinpreise. Dazu hat die Deutsche Bank nach den Zahlen ihr "Sell" bestätigt.
Bei Lufthansa nahm der Druck wegen der dauernden Streiks zu. Die Airline will nun sogar ihren Zubringerflieger Cityline einstellen. Händler fürchten dahinter Signale für eine Eskalation. Die Aktien fielen um 3,4 Prozent. Bei Ryanair ging es sogar 6,4 Prozent nach unten, bei Air France-KLM um 4,1 Prozent. Tui und IAG fielen um bis zu 1,9 Prozent.
Tesco standen mit 4,7 Prozent Plus unangefochten an der Spitze der europäischen Einzelhändler. Die Geschäftszahlen der Briten hatten positiv überrascht. Auch der Ausblick kam trotz inflationsbedingt breiter Prognosespanne gut an. Tesco ist der größte britische Nahrungsmittel-Einzelhändler.
Kräftige Kursgewinne gab es bei den Online-Apotheken: So haben Docmorris einen soliden Jahresstart hingelegt, was die Aktien um 10,6 Prozent anschob. Entsprechend ging es beim Konkurrenten Redcare Pharmacy ("Shop Apotheke") um 9,5 Prozent nach oben.
Gerresheimer haussierten um 19,4 Prozent, sie haben sich mit ihren Kreditgebern auf eine Fristverlängerung für die Vorlage des testierten Jahres- und Konzernabschlusses 2025 geeinigt. Zeit ist nun bis zum 30. September. Dazu wurden wichtige Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad bis zum Ende des dritten Quartals 2026 ausgesetzt.
Brenntag sprangen um 4,1 Prozent an, nachdem Goldman Sachs die Kaufempfehlung für die Aktien wiederholt und das Kursziel erhöht hat. SAP stiegen um 3,5 Prozent dank der Erholung der Software-Titel in New York.
CTS Eventim kletterten 3,5 Prozent. Für Rückenwind sorgt das Urteil gegen US-Wettbewerber Live Nation Entertainment. Eine Bundesjury befand, dass Live Nation den Ticketing-Markt für große Konzerte in den USA illegal monopolisiert hat.
Heidelberger Druckmaschinen fielen nach vorläufigen Zahlen um 11,2 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt voraussichtlich bei rund 6,6 Prozent, die Prognose sah gegenüber dem Vorjahreswert aber eine auf 7,1 Prozent verbesserte Marge vor.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.933 -0,12 2,57 Stoxx-50 5.096 -0,12 3,74 Stoxx-600 617 -0,05 4,24 DAX 24.154 0,36 -1,73 FTSE-100 London 10.560 0,29 6,33 CAC-40 Paris 8.275 -0,14 1,53 AEX Amsterdam 1.016 0,11 6,76 ATHEX-20 Athen 5.829 -0,71 8,93 BEL-20 Brüssel 5.475 0,15 7,81 BUX Budapest 139.499 -2,32 25,64 OMXH-25 Helsinki 6.214 0,35 8,95 OMXC-20 Kopenhagen 1.476 0,46 -8,19 PSI 20 Lissabon 9.345 -1,21 13,09 IBEX-35 Madrid 18.186 -0,53 5,07 FTSE-MIB Mailand 48.156 -0,27 7,14 OBX Oslo 1.972 -0,12 23,43 PX Prag 2.689 -0,20 0,13 OMXS-30 Stockholm 3.118 0,07 8,17 WIG-20 Warschau 133.307 -0,48 14,25 ATX Wien 5.882 -0,28 10,44 SMI Zürich 13.220 -0,35 -0,36 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:00 Uhr EUR/USD 1,1781 -0,1 -0,0017 1,1798 1,1797 EUR/JPY 187,42 -0,1 -0,1100 187,53 187,6100 EUR/CHF 0,9227 +0,1 0,0006 0,9221 0,9218 EUR/GBP 0,8701 +0,0 0,0003 0,8698 0,8696 USD/JPY 159,07 +0,1 0,1100 158,96 159,0200 GBP/USD 1,3536 -0,2 -0,0022 1,3558 1,3565 USD/CNY 6,8208 +0,0 0,0028 6,8180 6,8180 USD/CNH 6,8207 +0,1 0,0043 6,8164 6,8173 AUS/USD 0,7168 0,0 0,0000 0,7168 0,7158 Bitcoin/USD 74.731,25 -0,2 -132,23 74.863,48 73.854,51 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 93,48 +2,4 2,19 91,29 Brent/ICE 98,48 +3,7 3,55 94,93 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.806,89 +0,4 16,95 4.789,94 Silber 78,93 -0,2 -0,12 79,05 Platin 2.113,35 +0,2 3,60 2.109,75 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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