MÄRKTE EUROPA/Anleger bleiben optimistisch - Abverkauf bei Luxusgüteraktien
15.04.2026 / 18:08 Uhr
DOW JONES--Europas Börsen haben sich am Mittwoch uneinheitlich entwickelt. Die Anleger setzen weiter auf eine baldige diplomatische Lösung im Irankrieg. "Die Investoren nahmen heute wohlwollend die Nachricht von US-Präsident Trump zur Kenntnis, dass die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr geöffnet sein soll", so CMC. Zudem könnten die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bereits morgen fortgesetzt werden. Nach dem deutlichen Rückgang des Ölpreises der Sorte Brent tat sich am Berichtstag wenig, der Preis blieb mit 95 Dollar das Fass klar unter der wichtigen 100er-Marke.
Daraufhin ging es für den DAX um 0,1 Prozent auf 24.067 Punkte nach oben. Der Euro-Stoxx-50 fiel hingegen um 0,7 Prozent auf 5.940 Punkte zurück, hier belastete vor allem der Einbruch von Luxusgüteraktien nach wenig überzeugenden Geschäftszahlen. Bessere Daten zur europäischen Industrieproduktion für Februar setzten keine Akzente, genauso wenig wie neue Preisdaten aus den USA. Der Euro zog leicht an auf 1,1800 Dollar. Neuerliche Drohungen von Trump gegen die US-Notenbank beeindruckten die Märkte nicht. Dieser hatte erklärt, er sei bereit, Fed-Chef Jerome Powell zu entlassen, sollte dieser nach Ablauf seiner Amtszeit am 15. Mai nicht zurücktreten. Trumps Kandidat für den Vorsitz der Fed, Kevin Warsh, muss noch bestätigt werden, was die Möglichkeit offen lässt, dass Powell vorübergehend im Amt bleibt.
Für massiven Druck auf die Luxusgüter-Hersteller sorgten diverse Zahlen. So fielen Kering nach Zahlenvorlage um 9,3 Prozent zurück. Ein klarer Weg zum Turnaround bei Gucci sei noch nicht erkennbar, hieß es unter anderem. Bei Hermes führten die Zahlen zu einem Kurseinbruch um 8,2 Prozent. Auch andere Titel aus dem Sektor standen unter Abgabedruck, so gaben Hugo Boss um 0,8 Prozent nach. Bei allen Luxuswerten zeige sich, wie stark die Nahost-Krise auf die Kauflaune drücke und damit auf die Umsätze, hieß es.
Trotz starker Zahlen gaben die Aktien von Chipmaschinen-Hersteller ASML um 4,2 Prozent nach. Obwohl die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal am oberen Rand der Erwartungen lagen, liegen die Markterwartungen an das kommende Quartal von 9,08 Milliarden Umsatz schon oberhalb der von ASML genannten Spanne von 8,4 bis 9,0 Milliarden Euro.
Aixtron profitierten hingegen von der wieder neu gestarteten KI-Hausse an der Wall Street und legten gleich um 20,4 Prozent zu. Die Analysten von Citi bescheinigten Aixtron einen starken Auftragseingang im Bereich Optoelektronik. Die erfolgte Anhebung der Umsatzprognose für 2026 gleiche derweil ein leicht schwaches erstes Quartal mehr als aus. Dazu erhöhten die Analysten der Deutschen Bank das Kursziel. Die geschundene SAP-Aktie profitierte von dem günstigen Sektorumfeld und legte um 2,2 Prozent zu.
Aktien von Schaeffler rückten um 6,2 Prozent vor. Der Autozulieferer konnte Analysten mit seinem Pre-Close-Call überzeugen. Bei Jefferies wurde vor allem gelobt, dass die EBIT-Marge klar über der hauseigenen und auch der Konsensschätzung liege, was positiv sei. Bereiche wie E-Mobilität und VLS sähen besser als ihre eigenen Erwartungen aus. Die Umsatzerwartungen von Schaeffler lägen im erwarteten Rahmen.
Lufthansa fielen hingegen um 2,3 Prozent zurück. Hier wurde erneut gestreikt - und das trotz der Feiern zum 100-jährigen Firmenbestehen. Eine rasche Einigung zeichnet sich nicht ab. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wirft der Lufthansa Group vor, sie strebe bei der Kernairline Lufthansa und Lufthansa Cargo "offenbar kein faires Schlichtungsverfahren zur Befriedung der aktuellen Tarifkonflikte an" und habe das am Vortag unterbreitete Angebot zu einer verbindlichen Schlichtung abgelehnt. Im Gefolge gaben Fraport um 1,2 Prozent nach.
Heidelberger Druckmaschinen haussierten mit Aufschlägen von 7 Prozent. HD Advanced Technologies (HDAT), eine Heideldruck-Tochter, und das amerikanisch-israelische Unternehmen Ondas Autonomous Systems (OAS) haben am Heidelberg-Standort in Brandenburg an der Havel ihr Joint Venture Onberg Autonomous Systems offiziell gestartet. Onberg entwickelt und betreibt autonome Systeme zur Drohnenabwehr. Das Joint Venture baut einen integrierten One-Stop-Shop für Drohnenabwehr auf: von Entwicklung und Systemintegration bis zur industriellen Serienfertigung.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.940 -0,74 3,33 Stoxx-50 5.102 -0,80 4,58 Stoxx-600 617 -0,43 4,69 DAX 24.067 0,09 -1,82 FTSE-100 London 10.609 -0,47 6,82 CAC-40 Paris 8.328 -0,64 2,19 AEX Amsterdam 1.020 -0,42 7,20 ATHEX-20 Athen 5.822 0,13 8,79 BEL-20 Brüssel 5.486 -0,20 8,02 BUX Budapest 138.891 0,44 25,09 OMXH-25 Helsinki 6.283 -1,09 10,16 OMXC-20 Kopenhagen 1.464 0,84 -8,96 PSI 20 Lissabon 9.362 -0,18 13,30 IBEX-35 Madrid 18.286 -0,55 5,65 FTSE-MIB Mailand 48.176 -0,04 7,19 OBX Oslo 1.986 -0,70 24,30 PX Prag 2.676 0,51 -0,38 OMXS-30 Stockholm 3.131 -0,41 8,61 WIG-20 Warschau 133.947 0,85 13,29 ATX Wien 5.898 -0,27 10,74 SMI Zürich 13.270 -0,38 0,02 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:20 EUR/USD 1,1799 +0,0 0,0004 1,1795 1,1797 EUR/JPY 187,6 +0,2 0,3300 187,27 187,3600 EUR/CHF 0,9219 +0,1 0,0011 0,9208 0,9208 EUR/GBP 0,8693 -0,0 -0,0001 0,8694 0,8689 USD/JPY 158,98 +0,1 0,2100 158,77 158,8100 GBP/USD 1,3569 +0,0 0,0005 1,3564 1,3575 USD/CNY 6,818 +0,0 0,0024 6,8156 6,8157 USD/CNH 6,8177 +0,1 0,0079 6,8098 6,8074 AUS/USD 0,7162 +0,6 0,0039 0,7123 0,7136 Bitcoin/USD 73.965,73 -0,2 -160,33 74.126,06 74.855,48 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,10 +0,9 0,82 91,28 Brent/ICE 95,78 +1,0 0,99 94,79 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.806,70 -0,7 -33,64 4.840,34 Silber 79,52 -0,0 -0,01 79,53 Platin 2.110,38 +0,3 6,73 2.103,65 ===
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