EU beschließt Verdopplung der Stahlzölle
14.04.2026 / 13:40 Uhr
Von Edith Hancock
DOW JONES--Die Europäische Union hat einen Plan zur Verdopplung der Zölle auf Stahlimporte ab einer bestimmten Quote gebilligt. Damit soll der angeschlagene Sektor vor einer Schwemme ausländischer Importe geschützt werden. Das Europäische Parlament erzielte am späten Montag eine Einigung. Die Menge der zollfreien Stahlimporte soll um fast die Hälfte auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Zudem sollen die Zölle auf Importe über diese Quote hinaus auf 50 Prozent angehoben werden.
"Die Form und das globale Ansehen des europäischen Stahlsektors sind von grundlegender Bedeutung für unsere strategische Autonomie und industrielle Stärke", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic. "Wir können es uns daher nicht leisten, die Augen vor globalen Überkapazitäten zu verschließen, die kritische Niveaus erreichen." Die Vereinbarung bringe den europäischen Stahlproduzenten die dringend benötigte Stabilität, fügte er hinzu.
Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, die Zölle zu erhöhen. Die EU verstärkte damit den Schutz der Industrie vor einem Anstieg billigerer Produkte. Die weltweiten Überkapazitäten stiegen im Jahr 2025 auf 640 Millionen Tonnen. Dies geht aus Untersuchungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.
Die Politik der EU zielt auch darauf ab, die Herkunft von Importen leichter nachverfolgen zu können. Exporteure werden verpflichtet anzugeben, wo das Schmelzen und Gießen zur Stahlherstellung stattfand. Dies wird dann als Faktor bei der Zuteilung von Quoten an Drittländer herangezogen.
Damit wird eine bestehende Stahlmaßnahme ersetzt, die Ende Juni auslaufen soll. Die neue Verordnung könnte bereits am 1. Juli in Kraft treten. Zuvor müssen die Mitgliedsstaaten des Blocks ihre formellen Ratifizierungsprozesse abschließen. "Diese Handelsmaßnahme hilft uns, vom Abgrund zurückzutreten", sagte Axel Eggert, Generaldirektor des Europäischen Stahlverbands.
Regierungen weltweit greifen zunehmend auf Zölle zurück, um ihre heimischen Industrien zu schützen. Die USA verhängten im vergangenen Jahr einen Zoll von 50 Prozent auf fast alle Importe und Produkte aus Stahl. Dieses Zollsystem wird nun jedoch angepasst.
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