MARKT USA/Skepsis über Waffenstillstand zwischen USA und Iran dürfte belasten
09.04.2026 / 11:53 Uhr
Nach der Erleichterungsrally an der Wall Street zur Wochenmitte wegen des vereinbarten zweiwöchigen Waffenstillstandes zwischen den USA und dem Iran dürfte am Donnerstag Ernüchterung einkehren. Denn die Vereinbarung scheint auf wackeligen Füßen zu stehen. Vor dem Hintergrund der neuerlichen Luftangriffe Israels im Libanon drohte der Iran, die Waffenruhe schon wieder aufzukündigen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte. Allerdings hat auch der Iran erneut Raketen und Drohnen auf die arabischen Länder im Persischen Golf abgefeuert. Der Future auf den S&P-500 reduziert sich um 0,3 Prozent.
Die Unterhändler des Irans werden aber dennoch nach Pakistan reisen, um "ernsthafte Gespräche" mit den USA zu führen. Dies teilte der iranische Gesandte in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, in den sozialen Medien mit. Zuvor hatte der Iran noch über Vermittler signalisiert, dass seine Teilnahme an den Gesprächen von einem Waffenstillstand im Libanon abhänge, wie das Wall Street Journal am Mittwoch berichtete.
Die Ölpreise legen nach dem Einbruch am Vortag wieder zu. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent erhöht sich um 3,0 Prozent auf 97,61 Dollar. So wurde die Straße von Hormus für Öltanker ab Mittwochabend Ortszeit wieder gesperrt, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete. Der Iran habe Vermittlern außerdem mitgeteilt, dass er die Zahl der durchfahrenden Schiffe auf etwa ein Dutzend pro Tag begrenzen und Mautgebühren erheben werde.
Der Dollar zeigt sich nach dem starken Rückgang am Vortag weitgehend stabilisiert. Der Dollar-Index reduziert sich um 0,1 Prozent. "Ich gehe vorerst davon aus, dass es sich um eine fragile Pause in dem Konflikt handelt; schließlich bedeutet ein Waffenstillstand im Wesentlichen weitere Verhandlungen", so Antje Praefcke von der Commerzbank. Die Renditen am US-Anleihemarkt zeigen sich nach den deutlichen Vortagesverlusten wenig verändert. Die Rendite zehnjähriger Papiere liegt bei 4,29 Prozent.
Für einen Impuls könnten die anstehenden US-Konjunkturdaten sorgen. Und hier vor allem der PCE-Preisindex für den Februar. Bei der jüngsten Sitzung der US-Notenbank haben die Geldpolitiker durckblicken lassen, dass ein andauernder Konflikt im Nahen Osten Zinserhöhungen nach sich ziehen könnte.
Bei den Einzelwerten verliert die Disney-Aktie vorbörslich 0,2 Prozent. Disney setzt unter dem neuen CEO Josh D'Amaro offenbar abermals den Rotstift an. Der Unterhaltungskonzern wolle in den kommenden Wochen rund 1.000 Stellen streichen, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Ein Großteil davon werde auf die jüngst konsolidierte Marketing-Abteilung entfallen.
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