MARKT USA/Rally an der Wall Street nach Waffenstillstand erwartet

08.04.2026 / 12:08 Uhr

Die Verständigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg dürfte an der Wall Street am Mittwoch zur Eröffnung für stark steigende Kurse sorgen. Der Future auf den S&P-500 klettert aktuell um 2,7 Prozent nach oben. Gleichzeitig sorgt die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Wiedereröffnung der Straße von Hormus für einen Einbruch bei den Ölpreisen. Ein Barrel der Sorte Brent reduziert sich um 13,7 Prozent auf 94,27 Dollar, für WTI geht es um 16,4 Prozent nach unten auf 94,43 Dollar.

US-Präsident Donald Trump hat zugestimmt, die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen auszusetzen, unter der Bedingung der "sofortigen" Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Er verwies auf Fortschritte bei einem 10-Punkte-Vorschlag aus Teheran. Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen sollen am Freitag in Pakistan beginnen.

"Es gibt genügend Anzeichen dafür, dass der Wille zu einer Einigung vorhanden ist, und dieser Optimismus trägt dazu bei, diese Börsenkorrektur zu beenden", sagt Robert Edwards, Chief Investment Officer bei Edwards Asset Management. "Auch wenn noch Unsicherheit darüber besteht, wie dauerhaft dieser Waffenstillstand ist, können die Aktienkurse weiter steigen, auch wenn noch nicht alle Details geklärt sind", fügt er hinzu.

Die Aktienmärkte könnten kurzfristig die Erholungsrally ausweiten, meint Mathieu Racheter, Leiter des Aktienstrategie-Researchs bei Julius Bär. Die Ankündigung eines Waffenstillstands habe einen starken Rückgang der Ölpreise und eine Erholung an den Börsen ausgelöst. Laut Racheter beseitigt dies vorerst das Worst-Case-Szenario eines länger andauernden Energieschocks, der sich auf Inflation und Wachstum auswirkt. Allerdings bleibe die Absehbarkeit weiterhin begrenzt und die Dauerhaftigkeit des Waffenstillstands sei entscheidend, fügt er hinzu.

Der Goldpreis steigt mit den Entwicklungen um den Iran-Krieg auf den höchsten Stand seit rund drei Wochen. Für die Feinunze geht es 1,0 Prozent auf 4.788 Dollar nach oben. Die Sorgen vor einer durch steigende Energiepreise angeheizten Inflation würden abnehmen, heißt es. Dagegen steht der Dollar unter Abgabedruck, der Dollar-Index fällt um 1,0 Prozent. Mit der Entspannung im Nahen Osten reduziere sich die Nachfrage nach dem "sicheren Hafen" Dollar, heißt es. Die Renditen von US-Staatsanleihen geben ebenfalls kräftig nach. Die Rendite zehnjähriger Papiere reduziert sich um 10 Basispunkte auf 4,25 Prozent. Die stark fallenden Ölpreise mildern die Inflationssorgen, so Bas Kooijman von DHF Capital.

Bei den Einzelwerten gehören die Aktien von Fluggesellschaften zu den Hauptgewinnern. Die Papiere von United Airlines Holding, American Airlines und Delta Air Lines gewinnen bis zu 8,2 Prozent. Auch Kreuzfahrtaktien profitieren von der Aussicht auf ein mögliches dauerhaftes Kriegsende im Nahen Osten. Norwegian Cruise Line und Carnival klettern um bis zu 10 Prozent. Dagegen stehen die Ölwerte mit den stark fallenden Preisen am Ölmarkt unter Abgabedruck. Hier geht es für Occidental Petroleum, Exxon und Chevron um bis zu 7,2 Prozent abwärts.

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