MÄRKTE USA/Wall Street nach Trump-Aussagen zu Iran unter Druck

02.04.2026 / 15:53 Uhr

DOW JONES--US-Präsident Donald Trump bestimmt weiter die Schlagzeilen und das Geschehen an der Wall Street. Belastet von der mit Enttäuschung aufgenommenen Trump-Rede zum Iran-Krieg starten die US-Börsen mit Verlusten in den Donnerstag - den letzten Handelstag der Woche. Denn an Karfreitag ruht der Aktienhandel in den USA. Der Dow-Jones-Index fällt um 1,3 Prozent auf 45.947 Punkte. Der S&P-500 gibt um 1,3 Prozent nach. Der Nasdaq-Composite verliert 1,9 Prozent.

Der US-Präsident machte Hoffnungen auf ein rasches Ende des Nahostkrieges zunichte. Trump wiederholte, dass der Krieg gegen Iran kurz vor dem Ende stehe und nannte erneut ein Zeitfenster von zwei bis drei Wochen. Zugleich drohte er aber auch mit neuen harten Schlägen gegen den Iran. Während die Aktienkurse nachgeben, steigen Notierungen für Erdöl und den Fluchthafen Dollar.

"Die Marktstimmung hat sich über Nacht verschlechtert", sagt Ökonom Peter Sidorov von der Deutschen Bank. Trumps Rede "lieferte wenig bis gar nichts Neues zu potenziellen Zeitplänen oder Bedingungen für die Beendigung der Feindseligkeiten gegen den Iran (...). Es gab kein Signal, dass die USA einen unmittelbaren Ausweg aus dem Krieg suchen", fügt er hinzu.

Mit den Ölpreisen geht es kräftig nach oben. Die Trump-Aussagen schürten die Befürchtung von Versorgungsunterbrechungen, so Teilnehmer. Trump habe zwar im Allgemeinen seine Äußerungen wiederholt, dass der Krieg in einigen Wochen enden werde, aber der militärische Zeitplan sei nicht der wirtschaftliche, meint Chefökonom Ryan Sweet von Oxford Economics. Das Hauptrisiko stelle die Straße von Hormus dar, und Trumps Rede habe jegliche Klarheit - oder einen Plan - zur Wiedereröffnung vermissen lassen. Das werde den Aufwärtsdruck auf den Ölpreis aufrechterhalten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent steigt um 7,7 Prozent auf 108,90 Dollar. Die US-Sorte WTI verteuert sich um 12,4 Prozent auf 112,57 Dollar das Barrel.

Der Dollar gewinnt mit dem Stimmungsumschwung wieder an Attraktivität als Fluchtwährung in Krisenzeiten - der Dollar-Index steigt um 0,5 Prozent. Mit anziehenden Ölpreisen steigen auch wieder die Inflationssorgen und mit ihnen Zinserhöhungsspekulationen. Am Anleihemarkt steigt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 2 Basispunkte auf 4,34 Prozent. Der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht könne ein entscheidender Katalysator für die Renditen und Dollar sein, mutmaßt Analyst Zaheer Anwari vom Revacy Fund. Ein stärkerer Beschäftigungsaufbau als erwartet könne dazu führen, dass die Märkte ein höheres Risiko von US-Zinserhöhungen einpreisten. Der Goldpreis gibt mit festem Dollar und anziehenden Marktzinsen 3,2 Prozent ab.

Die Konjunkturdaten des Tages liefern angesichts der Dominanz des Krieges kaum einen Impuls, auch wenn sie besser als erwartet ausfielen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der vergangenen Woche wider Erwarten zurück. Sie liegt noch immer auf relativ niedrigem Niveau, was von der soliden Beschäftigungslage in den USA zeugt. Das Handelsbilanzdefizit war im Februar geringer als angenommen.

Bei den Einzelwerten zeigen sich die Aktien von US-Fluggesellschaften mit Abgaben. Die Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Iran-Kriegs und die deutlich anziehenden Ölpreise belasten. Delta Air Lines fallen um 4,3 Prozent und United Airlines büßen 6,7 Prozent ein. Dagegen legen die Aktien von Exxon Mobil und Occidental Petroleum mit den kräftig anziehenden Ölpreisen um 3,5 und 5,7 Prozent zu.

Globalstar springen um 10,5 Prozent nach oben, laut Financial Times befindet sich Amazon (-2,3%) in Gesprächen über eine Übernahme des Satellitenbetreibers. Die Aktien des konkurrierenden Satellitenunternehmens Iridium Communications legen um 9,3 Prozent zu. Penguin Solutions steigen um 9,5 Prozent nach besser als gedacht ausgefallenen Zweitquartalszahlen des Herstellers von KI-Computing-Infrastruktur. Die Gesellschaft hob zudem den Ausblick an.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA           45.946,72   -1,3    -619,02       46.565,74 
S&P-500         6.488,08   -1,3     -87,24        6.575,32 
NASDAQ Comp    21.433,42   -1,9    -407,53       21.840,95 
NASDAQ 100     23.578,36   -1,8    -441,63       24.019,99 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,81  +0,01       3,87            3,79 
5 Jahre             3,96  +0,01       4,02            3,94 
10 Jahre            4,34  +0,02       4,39            4,31 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:30 Uhr 
EUR/USD           1,1524   -0,6    -0,0064          1,1588         1,1605 
EUR/JPY           183,93   -0,0    -0,0200          183,95       184,0700 
EUR/CHF           0,9222   +0,2     0,0019          0,9203         0,9214 
EUR/GBP           0,8722   +0,2     0,0014          0,8708         0,8714 
USD/JPY           159,61   +0,5     0,8300          158,78       158,6600 
GBP/USD            1,321   -0,7    -0,0094          1,3304         1,3316 
USD/CNY           6,8947   +0,3     0,0227          6,8720         6,8720 
USD/CNH           6,8979   +0,3     0,0222          6,8757         6,8770 
AUS/USD           0,6883   -0,6    -0,0043          0,6926         0,6933 
Bitcoin/USD    65.902,79   -3,3  -2.275,93       68.178,72      68.652,62 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         112,57  +12,4      12,45          100,12 
Brent/ICE          108,9   +7,7       7,74          101,16 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.605,74   -3,2    -151,56        4.757,30 
Silber             70,67   -5,9      -4,45           75,12 
Platin          1.914,02   -2,5     -49,64        1.963,66 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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April 02, 2026 09:52 ET (13:52 GMT)

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