MÄRKTE EUROPA/Börsen mit hohen Ölpreisen weiter auf Talfahrt
27.03.2026 / 18:33 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Börsen haben am Freitag angesichts weiter gestiegener Ölpreise erneut unter Abgabedruck gestanden. Vielem Anleger dürften vor dem Wochenende wegen des Schlagzeilenrisikos zum Iran-Krieg auf Nummer sicher gegangen sein und sich von Positionen getrennt haben.
Zwar hatte US-Präsident Donald Trump die Frist für die Aussetzung von Angriffen auf den iranischen Energiesektor bis zum 6. April verlängert, zugleich prüft das Pentagon aber laut Medienberichten die Entsendung von bis zu 10.000 zusätzlichen US-Bodentruppen in den Nahen Osten. Derweil dementiert Iran weiterhin, dass man sich in Gesprächen mit der US-Seite befinde, während Trump auf gute Gespräche verweist. Zugleich kündigte der israelische Verteidigungsminister eine Ausweitung der Angriffe im Iran an.
Der DAX verlor 1,4 Prozent auf 22.301 Punkte, der Euro-Stoxx-50 sank um 1,1 Prozent. Die europäische Rohölsorte Brent verteuerte sich um 3,2 Prozent auf über 111 Dollar das Fass und näherte sich damit dem Hoch seit Ausbruch des Irankriegs von rund 120 Dollar.
Dass trotz der Verlängerung des Trump-Ultimatums Aktien verkauft wurden, zeigt nach Einschätzung von XTB-Marktstratege Jens Klatt, dass der Markt US-Präsident Trump nicht mehr glaubt. Es werde keinen Angriff auf die iranische Energieinfrastruktur geben. Die Militäroffensive im Iran entwickle sich für den US-Präsidenten vielmehr zu seinem persönlichen Waterloo.
Astrazeneca lagen mit einem Plus von 3,7 Prozent im Stoxx-50 vorn. Ein Medikamentenkandidat des Pharmakonzerns für Lungenerkrankungen erreichte in zwei fortgeschrittenen klinischen Studien das primäre Ziel. Im Handel war von ermutigenden Studienergebnissen die Rede.
Im DAX lagen BASF mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent an der Spitze - begünstigt von europaweit gesuchten Roh- und Grundstoffwerten, der Sektor im Stoxx-50 gewann 1,4 Prozent. Die Titel waren zuletzt schon besser als der breite Markt gelaufen. BASF hat seine Finanzbeteiligung am britischen Öl- und Gaskonzern Harbour Energy (-2,8%) von mehr als 41 auf etwa 35 Prozent reduziert für einen Gesamtbetrag von 252 Millionen Euro. Die Agrarsparte des Chemiekonzerns hat indes einen Käufer für ihre Produktionsanlagen im Industriepark Frankfurt Höchst gefunden. Angaben zum Verkaufspreis wurden nicht gemacht.
SAP gaben 1,4 Prozent ab, Technologietitel zählten europaweit zu den Schlusslichtern - der Sektor im Stoxx-50 gab 1,4 Prozent nach. Die Softwareschmiede verstärkt ihre Business Data Cloud mit einer Übernahme.
Enagas sprangen in Madrid um 17 Prozent nach oben, nachdem die spanische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde einen Rahmen für neue Anreize zur Vergütung erneuerbarer Gase festgelegt hatte. Händler werteten die Regulierung als positiv für Enagas angesichts der laufenden Neuausrichtung des Konzerns hin zu Wasserstoff.
Pernod Ricard erholten sich nach den jüngsten deutlichen Abgaben als Reaktion auf Spekulationen über eine Übernahme von Brown-Forman um 7,9 Prozent. Die Deutsche Bank stufte die Aktie auf "Halten" hoch von zuvor "Verkaufen", begründet mit der jüngsten deutlichen Underperformance. Außerdem deute eine Mitteilung von Brown-Forman darauf hin, dass eine potenzielle Partnerschaft "einer Fusion unter Gleichen" ähneln würde, und dass die "Synergien aus der geplanten Kombination voraussichtlich erheblich" sein würden.
Lufthansa gaben um 2,4 Proztent nach. Wie kurz vor Handelsende bekannt wurde, stehen bei den Flugbegleitern der Lufthansa die Zeichen auf Streik. Die Mitglieder der Flugbegleitergewerkschaft Ufo haben in den Urabstimmungen für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt.
Ebenfalls im MDAX brachen CTS Eventim trotz ordentlicher Geschäftszahlen um 23,2 Prozent ein. Laut Marktteilnehmern belastete der Ausblick. Die Analysten von Baader attestierten ein herausragendes viertes Quartal, das aber von Fehlern in der Finanzkommunikation überschattet worden sei.
Jungheinrich büßten 5,5 Prozent ein. Während sich die Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr im Rahmen der Erwartungen bewegten, enttäuschten Dividendenvorschlag und Ausblick.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.506 -1,08 -3,89 Stoxx-50 4.808 -0,79 -1,46 Stoxx-600 575 -0,95 -1,92 DAX 22.301 -1,38 -7,67 FTSE-100 London 9.972 -0,05 0,41 CAC-40 Paris 7.769 -0,87 -4,67 AEX Amsterdam 971 -1,09 2,05 ATHEX-20 Athen 5.220 -1,76 -2,45 BEL-20 Brüssel 5.006 -0,42 -1,42 BUX Budapest 122.511 -0,65 10,34 OMXH-25 Helsinki 5.884 -2,05 3,16 OMXC-20 Kopenhagen 1.386 -2,12 -13,83 PSI 20 Lissabon 8.997 -1,28 8,88 IBEX-35 Madrid 16.963 -0,95 -1,99 FTSE-MIB Mailand 43.702 -0,74 -2,76 OBX Oslo 1.943 -0,14 21,61 PX Prag 2.513 -1,21 -6,43 OMXS-30 Stockholm 2.890 -0,90 0,24 WIG-20 Warschau 119.727 -1,01 3,16 ATX Wien 5.367 -1,79 0,76 SMI Zürich 12.642 -0,57 -4,71 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:40 Uhr EUR/USD 1,1521 -0,0 -0,0005 1,1526 1,1529 EUR/JPY 184,48 +0,2 0,3000 184,18 184,1600 EUR/CHF 0,9177 +0,1 0,0013 0,9164 0,9163 EUR/GBP 0,8673 +0,3 0,0027 0,8646 0,8646 USD/JPY 160,1 +0,2 0,3000 159,8 159,7000 GBP/USD 1,328 -0,4 -0,0049 1,3329 1,3336 USD/CNY 6,9116 +0,0 0,0009 6,9107 6,9107 USD/CNH 6,917 -0,0 -0,0014 6,9184 6,9202 AUS/USD 0,6885 +0,0 0,0001 0,6884 0,6893 Bitcoin/USD 65.839,42 -4,5 -3.128,98 68.968,40 68.964,85 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 98,56 +4,3 4,08 94,48 Brent/ICE 111,45 +3,2 3,44 108,01 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.512,05 +3,0 133,04 4.379,01 Silber 70,38 +3,5 2,36 68,03 Platin 1.873,35 +2,5 46,10 1.827,25 ===
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