MÄRKTE ASIEN/Trump-Ultimatum belastet Börsen - Sorgen vor weiterer Eskalation

23.03.2026 / 06:41 Uhr

DOW JONES--Die asiatischen Aktienmärkten stehen zu Wochenbeginn unter deutlichem Abgabedruck. US-Präsident Donald Trump hat mit der Zerstörung von Irans Kraftwerken gedroht, sollte das Land seine Blockade der Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden beenden. Der Iran hat für solch einen Fall mit Vergeltungsschlägen gedroht. Dies schürt Sorgen vor einer weiteren Eskalation. Besonders deutlich geht es für den Kospi in Seoul nach unten, der 5,9 Prozent verliert. Der Handel war wegen der hohen Verluste im Verlauf kurzzeitig ausgesetzt. Der Topix in Tokio reduziert sich nach der Feiertagspause am Freitag um 3,3 Prozent. An den chinesischen Börsen geht es für den Shanghai-Composite (-2,7%) und den Hang-Seng-Index (-3,4%) ebenfalls deutlich abwärts. Der Ölpreis zieht in der Folge an, ein Barrel der Sorte Brent steigt um 0,4 Prozent auf 112,68 Dollar.

Asiens Abhängigkeit von Energieimporten mache es im Vergleich zu anderen Regionen anfälliger für eine längere Phase höherer Ölpreise, so Gareth Leather von Capital Economics. Etwa 80 bis 90 Prozent der Energieströme, die die Straße von Hormus passieren, seien in der Vergangenheit für die asiatischen Märkte bestimmt gewesen.

Es sei länger mit hohen Ölpreisen zu rechnen, schreibt das Rohstoff-Research-Team von Goldman Sachs. Sie gehen nun davon aus, dass die Ströme durch die Straße von Hormus für einen längeren Zeitraum von sechs Wochen bei nur 5 Prozent des normalen Niveaus bleiben, bevor eine allmähliche einmonatige Erholung einsetze.

Die globalen Märkte bereiten sich auf einen risikoscheuen Wochenstart vor, meint Michael Brown, Senior Research Strategist bei Pepperstone. Die Marktteilnehmer stünden vor einem scheinbar massiven Risikoereignis, wenn die 48-Stunden-Frist von Präsident Trump zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus auslaufe. Das werde die Märkte in Atem halten und die Nachfrage nach sicheren Häfen wie dem US-Dollar stützen, meint Brown. Das Risiko, dass der Iran dann Vergeltung übe, sei den Teilnehmern ebenfalls bewusst. Es sei derzeit unmöglich, einen konkreten Verlauf der Entwicklung all dieser Ereignisse einzupreisen, weshalb der Kapitalerhalt wahrscheinlich Priorität haben werde, meint Brown.

Der "sichere Hafen" Dollar baut seine Gewinne aus dem US-Handel vom Freitag noch leicht aus. Der Dollar-Index steigt um 0,1 Prozent. Hier stützen auch die geschwundenen Zinssenkungserwartungen. Der Goldpreis setzt dagegen seine kräftigen Abgaben fort. Die Feinunze reduziert sich um weitere 3,0 Prozent auf 4.354 Dollar. Das Edelmetall hatte in der Vorwoche den höchsten Wochenverlust seit sechs Jahren verzeichnet. Der feste Greenback und gestiegene Marktzinsen machen das Edelmetall unattraktiv, heißt es.

In Südkorea belastet auch die Nominierung des neuen Präsidenten der Bank of Korea. Der nominierte Shin Hyun-song favorisiere eine frühe und entschlossene geldpolitische Straffung, wenn die Inflationsrisiken steigen, meint Jin-Wook Kim von der Citigroup. Shin habe während des Straffungszyklus nach der Pandemie im Jahr 2022 argumentiert, dass vorgezogene Zinserhöhungen bei steigenden Inflationsrisiken vorzuziehen seien. Verzögerungen könnten nämlich dazu führen, dass sich die Inflation verfestige und eine spätere Stabilisierung kostspieliger werde, schreibt der Volkswirt in einer Research Note.

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INDEX                       zuletzt  +/- %      % YTD  Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)       8.365,90   -0,7       -4,0            6:00 
Topix 500 (Tokio)          2.721,21   -3,3       +2,3            7:00 
Kospi (Seoul)              5.440,04   -5,9      +29,1            7:30 
Hang-Seng (Hongkong)      24.426,29   -3,4       -4,7            9:00 
Shanghai-Composite         3.849,37   -2,7       -3,0            8:00 
Straits-Times (Singapur)   4.841,68   -2,2       +4,2           10:00 
IDX Comp. (Indonesien)     7.106,84   +1,2      -17,8            9:00 
KLCI (Malaysia)            1.720,71   -0,5       +2,4            9:00 
 
DEVISEN                     zuletzt  +/- %       0:00       Fr, 08:17  % YTD 
EUR/USD                      1,1541   -0,3     1,1570          1,1572   -1,7 
EUR/JPY                      184,08   -0,1     184,21          183,25   +0,1 
EUR/GBP                      0,8667   -0,1     0,8671          0,8621   -0,6 
USD/JPY                      159,47   +0,2     159,22          158,35   +1,8 
USD/KRW                    1.507,98   +0,2   1.505,25        1.495,50   +4,7 
USD/CNY                      6,9114   +0,4     6,8857          6,8894   -1,2 
USD/CNH                      6,9157   +0,2     6,9049          6,8904   -0,9 
USD/HKD                      7,8304   -0,0     7,8314          7,8346   +0,6 
AUD/USD                      0,6968   -0,8     0,7023          0,7089   +4,4 
NZD/USD                      0,5803   -0,5     0,5834          0,5881   +0,8 
BTC/USD                   68.709,96   +0,8  68.179,29       70.363,49  -21,7 
 
ROHÖL                       zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                     98,82   +0,6       0,59           98,23 
Brent/ICE                    112,68   +0,4       0,49          112,19 
 
Metalle                     zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                       4.353,51   -3,0    -134,14        4.487,65 
Silber                        65,86   -2,8      -1,90           67,76 
Platin                     1.845,96   -4,0     -76,11        1.922,07 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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