Unicredit-CEO will proaktiver auf Commerzbank zugehen
18.03.2026 / 13:41 Uhr
Von Adria Calatayud
DOW JONES--Unicredit-CEO Andrea Orcel will im Poker um die Commerzbank künftig proaktiver auf das Management der deutschen Finanzgruppe zugehen. Sollten sich die beiden Banken auf einen gemeinsamen Plan einigen können, so der italienische Bankmanager auf einer Morgan-Stanley-Konferenz in London, sei es möglich, die Bedingungen des vorgelegten Übernahmeangebots zu überarbeiten.
Anfang der Woche hatte Unicredit ein Kaufangebot angekündigt, in dessen Rahmen die Commerzbank insgesamt mit 34,7 Milliarden Euro bewertet werden dürfte. Ziel ist es, die Beteiligung von Unicredit auf über 30 Prozent zu erhöhen und nach Orcels Worten aus einer Pattsituation herauszukommen, die seit dem Einstieg von Unicredit bei seinem deutschen Rivalen im Jahr 2024 besteht.
Die Commerzbank reagierte am Montag düpiert und erklärte, sie sei zu dem Angebot im Vorfeld nicht konsultiert worden und habe Vertrauen in eine eigenständige Zukunft. Vorstandschefin Bettina Orlopp sagte später, sie sei vom "niedrigen Preis" überrascht gewesen, den Orcel angeboten habe.
Dieser sagte nun auf einer Bankenkonferenz in London, Hauptziel des Angebots sei es gewesen, eine Pattsituation zu beenden, die beide Banken in den vergangenen 18 Monaten belastet habe, indem man mit den Spitzenmanagern der Commerzbank, Arbeitnehmervertretern, der deutschen Regierung, Aktionären und Kunden in den Dialog trete.
"Das Ziel ist es, ein Zeitfenster von zwölf Wochen für Austausch und Dialog zu öffnen, alle Karten auf den Tisch zu legen und dann zu versuchen, aus diesem Austausch mit einer gemeinsamen Vision, einer gemeinsamen Strategie, einem gemeinsamen Plan herauszugehen, den wir alle unterstützen können - oder zumindest das Maß an Missverständnissen und Ängsten zu reduzieren, das dadurch entsteht, dass wir einander falsch interpretieren", sagte Orcel. Das wäre für beide Seiten ein Gewinn.
Die Commerzbank-Aktie stieg im europäischen Mittagshandel um 4,5 Prozent, während die von Unicredit um 1,25 Prozent zulegte.
Orcel skizzierte drei mögliche Ergebnisse. Im ersten Fall, so Orcel, würde Unicredit einen unveränderten Anteil an der Commerzbank von knapp unter 30 Prozent oder einen etwas höheren Anteil halten, ohne dabei die Kontrolle zu erlangen. Die einzige Änderung in diesem Szenario wäre, dass Unicredit proaktiver die eigene Sicht auf den weiteren Weg der deutschen Bank einbringen würde.
In den beiden anderen, aus Sicht von Unicredit weniger wahrscheinlichen Fällen würde das italienische Geldhaus die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen oder sich sogar einem Punkt nähern, an dem eine Fusion mit der deutschen Bank möglich wäre, fügte Orcel hinzu.
Orcel sagte, Unicredit erwäge derzeit kein Angebot mit Aufschlag, könne die Pläne aber überarbeiten, je nachdem, ob es zu Gesprächen mit der Commerzbank komme und was diese ergäben.
Während die Abwicklung des Angebots erst im nächsten Jahr abgeschlossen sein soll, erwartet Unicredit laut Orcel, dessen Ergebnis bereits im Juni zu kennen.
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