MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

06.03.2026 / 07:32 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In Russland pausiert der Aktienhandel anlässlich des Internationalen Frauentags.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Der Beschäftigungsaufbau in den USA dürfte sich im Februar verlangsamt haben. Volkswirte rechnen damit, dass die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 50.000 gestiegen ist, nachdem im Januar ein Zuwachs von 130.00 verzeichnet worden war. Zudem werden eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent und ein Zuwachs der durchschnittlichen Stundenlöhne von 0,3 (0,4) Prozent zum Vormonat und 3,7 (3,7) Prozent im Jahresvergleich prognostiziert. Beobachter werden aus den Daten herauszulesen versuchen, wie gut die Verfassung der US-Wirtschaft wirklich ist. Der Januar-Stellenzuwachs wirkte auf den ersten Blick solide, war jedoch stark verzerrt. Ohne den massiven Zuwachs im Gesundheits- und Sozialwesen hätte der Stellenmarkt faktisch stagniert. Zyklische Schlüsselsektoren wie Transport, IT und Finanzen verzeichneten zuletzt sogar Jobverluste.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- DE 
    08:00 Auftragseingang Januar 
          saisonbereinigt 
          PROGNOSE:     -4,0% gg Vm 
          zuvor:        +7,8% gg Vm 
 
          Umsatz im verarbeitenden Gewerbe Januar 
- EU 
    11:00 Arbeitsmarktdaten 4Q 
          Eurozone Arbeitslosenquote 
 
          BIP (3. Veröffentlichung) 4Q 
          Eurozone 
          PROGNOSE:     +0,3% gg Vq/+1,3% gg Vj 
          2. Veröff.:   +0,3% gg Vq/+1,3% gg Vj 
          3. Quartal:   +0,3% gg Vq/+1,4% gg Vj 
- US 
    14:30 Arbeitsmarktdaten Februar 
          Beschäftigung ex Agrar 
          PROGNOSE:  +50.000 gg Vm 
          zuvor:    +130.000 gg Vm 
          Arbeitslosenquote 
          PROGNOSE:     4,3% 
          zuvor:        4,3% 
          durchschnittliche Stundenlöhne 
          PROGNOSE:    +0,3% gg Vm/+3,7% gg Vj 
          zuvor:       +0,4% gg Vm/+3,7% gg Vj 
 
          Einzelhandelsumsatz Januar 
          PROGNOSE:    -0,4% gg Vm 
          zuvor:        0,0% gg Vm 
          Einzelhandelsumsatz ex Kfz 
          PROGNOSE:     0,0% gg Vm 
          zuvor:        0,0% gg Vm 
 
    16:00 Lagerbestände Dezember 
          PROGNOSE:    +0,1% gg Vm 
          zuvor:       +0,1% gg Vm 
 

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell: 
Index                       zuletzt  +/- % 
DAX Futures               23.979,00   +0,8 
E-Mini-Future S&P-500      6.848,00   +0,2 
E-Mini-Future Nasdaq-100  25.119,25   +0,3 
Topix (Tokio)              3.709,48   +0,2 
Hang-Seng (Hongk.)        25.788,62   +1,9 
Shanghai-Comp.             4.128,71   +0,5 
 
Donnerstag: 
INDEX               zuletzt  +/- % 
DAX               23.815,75   -1,6 
DAX-Future        23.832,00   -1,7 
XDAX              23.817,17   +0,0 
MDAX              29.688,96   -2,2 
TecDAX             3.663,37   -1,5 
SDAX              17.299,20   -1,5 
Euro-Stoxx-50      5.782,89   -1,5 
Stoxx-50           5.037,60   -1,3 
Dow-Jones         47.954,74   -1,6 
S&P-500            6.830,71   -0,6 
Nasdaq Composite  22.748,99   -0,3 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Die Berg- und Talfahrt geht weiter - der Aktienmarkt wird nun zum Handelsbeginn deutlicher im Plus erwartet. Nach dem massiven Ausverkauf am Vortag hält damit die extreme Volatilität an. Der Ölpreis, der aktuelle Gradmesser der Spannungslage im Irankonflikt, gibt am Morgen leicht nach und stützt somit den Aktienmarkt etwas. Gleichwohl verharren die Ölpreise auf hohem Niveau. Eine von US-Finanzminister Scott Bessent angekündigte Überbrückungsmaßnahme könnte laut ING einen gewissen unmittelbaren Abwärtsdruck auf die Ölpreise ausüben. Die Maßnahme sei jedoch "kein Game-Changer". Am Nachmittag könnte der US-Arbeitsmarktbericht einen Impuls setzen. Eine höher als erwartet ausfallende Zahl an neu geschaffenen Stellen könnte "die Sorgen um das US-Wachstum lindern, selbst wenn Abwärtsrisiken durch einen anhaltenden globalen Energiepreisschock bestehen bleiben", erklärt Goldman Sachs.

Rückblick: Schwach - Nach der Vortageserholung ging es wieder steil nach unten. Mit vermeintlich konzilianten Tönen aus dem Iran im Atomstreit war es am Vormittag kurz dynamischer nach oben gegangen. Als sich die Berichte dann allerdings nicht verfestigten, gerieten die Kurse mit stark gestiegenen Ölpreisen deutlicher unter Druck. Dazu kamen als Reaktion auf die inflationstreibenden höheren Ölpreise deutlich gestiegene Marktzinsen als Belastungsfaktor. Gerüchte und Spekulationen machten die Lage zunehmend undurchsichtiger, kommentierte CMC. Sehr schwach lagen europaweit Rüstungsaktien im Markt. Bei Renk wurde der Ausblick moniert. Die Aktie brach um 11,4 Prozent ein. Rheinmetall schlossen 5,6 Prozent schwächer, Hensoldt fast 9 Prozent. Thales verloren 5,7 Prozent, Leonardo über 6 Prozent. Reckitt Benckiser gaben knapp 6 Prozent nach, nachdem das Unternehmen auf eine mögliche Umsatzbelastung mit rezeptfreien Medikamenten verwiesen hatte.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Schwach - Größter DAX-Verlierer waren Merck KGaA mit einem Abschlag von 8,0 Prozent. Der Konzern erreichte zwar seine Prognose im vergangenen Geschäftsjahr, enttäuschte aber mit einem verhaltenen Ausblick unter Verweis auf negative Wechselkurseffekte. Für Siemens Energy ging es nachrichtenlos mit knapp 6 Prozent am zweitstärksten südwärts. DHL büßten 4,6 Prozent ein. Die Konsenserwartungen dürften leicht nach unten korrigiert werden, weil der Ausblick für das operative Ergebnis unter den Erwartungen gelandet sei, urteilte JP Morgan. Bei den deutlichen Abgaben dürfte auch die Lage im Nahen Osten eine Rolle gespielt haben. Bayer schafften gegen den schwachen Markt einen Aufschlag von 1 Prozent. Das Unternehmen hatte einen wichtigen Etappenerfolg bei der geplanten Einigung mit zahlreichen Klägern um den Unkrautvernichter Roundup in den USA erzielt. Puma kletterten um 4,5 Prozent. Großinvestor Michael Ashley hatte eine Beteiligung von 5,77 Prozent aufgebaut. Adidas stiegen um 2,3 Prozent - gestützt vom Aktienkauf durch CEO Gulden.

XETRA-NACHBÖRSE

Der DAX zeigte sich praktisch unverändert. Kursrelevante Unternehmensnachrichten gab es keine.

USA - AKTIEN

Schwach - Die Stimmung war fragil angesichts der Unwägbarkeiten im Nahost-Konflikt. Hoffnungen, dass die militärische Eskalation möglicherweise doch von kürzerer Dauer sein könnte, ebbten wieder ab. Am Vortag war aus Geheimdienstkreisen noch angebliche Gesprächsbereitschaft des Iran kolportiert worden - die Berichte manifestierten sich jedoch nicht. Die Konjunkturdaten des Tages spielten angesichts der derzeitigen Dominanz der Geopolitik nur eine untergeordnete Rolle. Beachtung fanden stärker als gedacht gestiegene Lohnstückkosten, die Anleiherenditen zusätzlich Auftrieb verliehen. Die Quartalsergebnisse von Broadcom fielen besser als prognostiziert aus - der Kurs zog um 4,8 Prozent an. Oracle gewannen 1,6 Prozent. Der Cloud-Anbieter will laut einem Bericht Tausende Stellen wegen der stärkeren KI-Nutzung streichen. Okta verteuerten sich um 11 Prozent - nach einem unerwartet hohen Gewinn. Trade Desk machten einen Satz um 18,4 Prozent. Laut einem Bericht führt OpenAI Gespräche über den Ausbau ihres Werbegeschäfts mit Trade Desk.

USA - ANLEIHEN

Die Renditen stiegen weiter - auch wegen gestiegener Lohnstückkosten. Im Zehnjahresbereich ging es um 5 Ticks nach oben auf 4,13 Prozent. Höhere Ölpreise dürften auf die Inflation durchschlagen und das Wachstum bremsen, so die Überlegung dahinter. An den Benzinzapfsäulen spüren die Verbraucher die höheren Preise bereits deutlich.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 18:12 
EUR/USD         1,1608   +0,0    0,0001          1,1633     1,1578 
EUR/JPY         183,19   +0,2    0,3200        182,6900   182,5300 
EUR/CHF         0,9063     0     0,0000          0,9062     0,9057 
EUR/GBP         0,8687   -0,0   -0,0002          0,8696     0,8691 
USD/JPY          157,8   +0,2    0,2300        157,0300   157,6400 
GBP/USD          1,336   +0,0    0,0005          1,3372     1,3317 
USD/CNY         6,9045   +0,2    0,0133          6,8969     6,8912 
USD/CNH          6,908   -0,1   -0,0088          6,8925     6,9126 
AUS/USD         0,7032   +0,4    0,0026          0,7073     0,7002 
Bitcoin/USD  70.322,22   -1,2   -819,99       73.346,55  71.158,74 
 

Auch dass der als sicherer Hafen in Krisensituationen geltende Dollar wieder zulegte, spiegelte die angespannte Stimmung wider. Der Euro gab auf 1,1607 Dollar nach, stand im Tagestief aber noch deutlich darunter.

Der Dollar gibt nach seiner jüngsten Aufwertung im Zuge des Nahostkrieges am Morgen im asiatisch geprägten Handel etwas nach - der Dollarindex büßt 0,3 Prozent ein. Als Entspannungssignal wollen Marktakteure dies aber nicht werten, der Dollar sei schlicht überkauft. "Es gibt keinen klaren Fahrplan zur Deeskalation, und das Risiko von Entwicklungen, die außerhalb der Kontrolle des Weißen Hauses liegen, ist groß. Dieses Umfeld ist Gift für die Risikobereitschaft", warnt Devisenanalyst Richard Franulovich von Westpac.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold          5.117,09   +0,8     40,50        5.076,59 
Silber           83,62   +1,8      1,45           82,17 
Platin        2.146,60   +1,2     24,85        2.121,75 
 

Gold konnte nicht von den geopolitischen Spannungen profitieren. Der Preis für das Edelmetall gab um 1,1 Prozent auf 5.081 Dollar nach - belastet von festen Dollar und gestiegenen Marktzinsen.

ÖL

ROHÖL      zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex    80,69   -0,4     -0,32           74,66 
Brent/ICE    84,95   -0,5     -0,46           81,40 
 

Die Ölpreise zogen wieder stark um fast 4 Prozent auf mehr als 84 Dollar bei der Sorte Brent an. Im Tageshoch markierte Brent ein neues Jahreshoch. US-Öl der Sorte WTI stieg noch stärker an. Wegen zunehmender Störungen der Straße von Hormus hat Saudi-Arabien damit begonnen, Rohölexporte auf das Rote Meer zu verlagern.

+++++ MELDUNGEN SEIT DONNERSTAG 17.30 UHR +++++

IRAN-KRIEG

Das US-Außenministerium hat die Botschaft in Kuwait geschlossen, nachdem der Betrieb bereits am Dienstag eingestellt und US-Bürgern in Kuwait zuvor geraten worden war, Schutzräume aufzusuchen. Die Botschaft forderte US-Bürger dazu auf, das Land zu verlassen, sofern dies sicher möglich sei. Der kuwaitische Luftraum bleibt gesperrt, aber Beamte drängten die Bürger dazu, den Landweg über die offene Grenze zu Saudi-Arabien in Betracht zu ziehen.

Der Konflikt mit dem Iran sei "weit dem Zeitplan voraus", sagte US-Präsident Donald Trump. Die USA hätten iranische Flugabwehrwaffen zerstört. "Sie haben keine Luftwaffe. Sie haben keine Luftverteidigung", sagte Trump. Die Iraner nähmen Kontakt auf, um die Gespräche mit den USA wieder aufzunehmen. "Sie rufen an, sie sagen: 'Wie machen wir einen Deal?'", sagte Trump. "Ich sagte: 'Ihr seid ein bisschen spät dran.'".

KONJUNKTUR DEUTSCHLAND

Die fünf großen Wirtschaftsforschungsinstitute erkennen im Irankrieg bislang keine ernsthafte Bedrohung für die deutsche Konjunktur. Das zeigt eine Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die bisherige Reaktion an den Öl- und Gasmärkten sehen die Ökonomen eher als undramatisch, solange der Konflikt nur einige Monate andauere. Das Ifo-Institut und das RWI kommen in vorläufigen Schätzungen jeweils zum Ergebnis, dass der Krieg im Nahen Osten nach derzeitigem Stand das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um knapp 0,2 Prozentpunkte drücken könnte. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet gemäß der derzeitigen Terminkurse an den Öl- und Gasmärkten mit einem Minus von zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkten.

DEUTSCHE LUFTHANSA

                                BERICHTET    PROG  PROG 
4. QUARTAL 2025                4Q25  ggVj    4Q25  ggVj   4Q24 
Umsatz                        9.949   +5%  10.053   +6%  9.444 
EBIT bereinigt                  480   +3%     461   -1%    468 
EBIT-Marge bereinigt            4,8    --     4,6    --    5,0 
Ergebnis nach Steuern/Dritten   246  -55%     335  -39%    550 
Ergebnis je Aktie              0,21  -54%    0,27  -41%   0,46 
 
AUSBLICK 2026 - das Unternehmen erwartet: 
- einen klaren Umsatzanstieg und eine deutliche Er 
gebnissteigerung sowie weitere Margenverbesserung 
- Free Cashflow bereinigt: etwa auf Vorjahresniveau 
 

- alle Angaben in den Tabellen in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis und Dividende je Aktie in Euro, Marge in Prozent;

LANXESS

kann die Anteile an seinem mit dem Finanzinvestor Advent betriebenen Gemeinschaftsunternehmen Envalior nicht wie geplant dieses Jahr losschlagen. Advent wird die von Lanxess im September angedienten Anteile nicht 2026 übernehmen und beruft sich auf seinen vertraglich festen Finanzierungsvorbehalt. Lanxess teilte mit, auch ohne die Einnahmen aus dem Anteilsverkauf in diesem Jahr langfristig solide finanziert zu sein. Man verfüge über einen starken Kassenbestand sowie nicht gezogene, fest zugesagte Kreditlinien im Umfang von über 1,35 Milliarden Euro.

DELIVERY HERO

passt Teile seiner Finanzierung an und steht kurz davor, sich eine neue syndizierte Kreditlinie über 1,5 Milliarden US-Dollar zu sichern. Bei einer Bereitstellung der Kreditline will das Unternehmen unter anderem Wandelschuldverschreibungen zurückzahlen.

UNIVERSAL MUSIC GROUP

hat im vierten Quartal den Umsatz währungsbereinigtes um 11 Prozent auf 3,61 Milliarden Euro gesteigert. Analysten hatten mit 3,43 Milliarden Euro gerechnet.

KNDS

Beim deutsch-französischen Panzerhersteller KNDS bahnt sich eine milliardenschwere Neuordnung des Eigentümerkreises an. Nach Informationen der Börsen-Zeitung von zwei mit der Sache vertrauten Personen hat die KfW die Investmentbank JP Morgan als Berater für den geplanten Einstieg mit einer Sperrminorität von 25,1 Prozent bei KNDS ausgewählt. KNDS wird mit mehr als 20 Milliarden Euro bewertet und hat fast keine Schulden. Die Transaktion würde als Weisungsgeschäft auf Veranlassung der Bundesregierung erfolgen. Durch die Beteiligung will der Bund die deutsch-französische Machtbalance in dem Unternehmen wahren, das Milliarden investiert und Tausende von Arbeitsplätzen schafft. Die Aktien übernähme der Bund von den deutschen KNDS-Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens. (Börsen-Zeitung)

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HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/gos/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

March 06, 2026 01:31 ET (06:31 GMT)

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