MÄRKTE EUROPA/Stark steigende Ölpreise ziehen Aktien nach unten
05.03.2026 / 18:20 Uhr
DOW JONES--Nach der Erholung am Vortag ist es mit den Kursen an den europäischen Aktienmärkten am Donnerstag wieder nach unten gegangen. Die Schwankungen an den Börsen bleiben angesichts der Kriegswirren im Nahen Osten und je nach Nachrichtenlage hoch. Mit vermeintlich konzilianten Tönen aus dem Iran im Atomstreit war es am Vormittag kurz dynamischer nach oben gegangen. Als sich die Berichte dann allerdings nicht verfestigten, bröckelten die Kurse wieder ab und gerieten mit stark steigenden Ölpreisen stärker unter Druck. Dazu kamen als Reaktion auf die inflationstreibenden höheren Ölpreise deutlich gestiegene Marktzinsen als Belastungsfaktor.
Gerüchte und Spekulationen machten die Lage zunehmend undurchsichtiger, kommentierte CMC. Das schüre Verunsicherung und sorge für fallende Aktienkurse.
Laut US-Kriegsminister Hegseth könnte der Krieg bis zu acht Wochen dauern, bisher war über eine Dauer von vier Wochen spekuliert worden. Laut den Analysten von Goldman Sachs ist das Risiko einer Korrektur angesichts der hohen Bewertung globaler Aktien zwar hoch, der Nahost-Konflikt dürfte den Markt jedoch wahrscheinlich nicht in einen Bärenmarkt stürzen.
Der DAX gab um 1,6 Prozent auf 23.815 Punkte nach, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,5 Prozent nach unten. Der Preis für Brent legte um knapp 4 Prozent auf 84,30 Dollar zu und erreichte damit fast das jüngste Hoch seit Ausbruch des Krieges. An den Anleihemärkten zogen die Renditen weiter kräftig an. Der Dollar profitierte von einer erneuten Flucht in den "sicheren Hafen" - der Euro gab auf 1,1577 nach.
Neben den Nahost-Schlagzeilen galt es für die Marktteilnehmer wieder eine größere Flut von Geschäftsausweisen zu verarbeiten. Größter DAX-Verlierer waren Merck mit einem Minus von 8,0 Prozent. Der Pharma- und Technologiekonzern erreichte zwar seine Prognose im vergangenen Geschäftsjahr, enttäuschte aber mit einem verhaltenen Ausblick unter Verweis auf negative Wechselkurseffekte. Der Umsatz soll bestenfalls leicht steigen, möglicherweise aber auch leicht sinken.
DHL (Deutsche Post) büßten 4,6 Prozent ein. Die Konsenserwartungen dürften leicht nach unten korrigiert werden, weil der Ausblick für das operative Ergebnis unter den Erwartungen gelandet sei, urteilten die Analysten von J.P. Morgan. Der Logistikkonzern habe für 2026 über 6,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, während der Konsens derzeit bei 6,4 Milliarden Euro liege. Insgesamt seien die Ergebnisse des vierten Quartals in einem schwierigen Umfeld jedoch aber solide ausgefallen. Bei dem deutlichen Kursminus dürfte daher auch die Lage im Nahen Osten eine Rolle gespielt haben.
Die Bayer-Aktie schaffte derweil gegen den schwachen Markt ein Plus von 1 Prozent. Das Unternehmen hat einen wichtigen Etappenerfolg bei der geplanten Einigung mit zahlreichen Klägern um den Unkrautvernichter Roundup (Glyphosat) in den USA erzielt.
Sehr schwach lagen europaweit Rüstungsaktien im Markt Bei Renk wurde der Ausblick moniert. Das Rüstungsunternehmen strebe einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro an, der Konsens liege aber bereits knapp darüber. Die Aktie brach um 11,4 Prozent ein. Rheinmetall schlossen 5,6 Prozent schwächer, Hensoldt fast 9 Prozent. In Paris verloen Thales 5,7 Prozent, in Mailand Leonardo über 6 Prozent,
Für die Puma-Aktie ging es um 4,5 Prozent nach oben. Treiber war die Nachricht, dass Michael Ashley eine Beteiligung in Höhe von 5,77 Prozent aufgebaut hat. Der Milliardär, der das Einzelhandelsimperium Frasers Group kontrolliert, ist zudem Hauptaktionär bei Hugo Boss. Die Aktie des Wettbewerbers Adidas stieg um 2,3 Prozent. Hier stützte, dass CEO Gulden, wenn auch im deutlich geringeren Umfang, Aktien kaufte.
In London verbilligten sich Reckitt Benckiser um knapp 6 Prozent, nachdem der Hersteller des Desinfektionsmittels Lysol auf eine mögliche Belastung des Umsatzes mit rezeptfreien Medikamenten im ersten Quartal in Europa hingewiesen und dies mit einer schwachen Erkältungs- und Grippesaison begründet hatte.
Rentokil Initial stiegen um fast 11 Prozent. Der britische Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Schädlingsbekämpfung, Hygiene und Arbeitskleidung habe trotz Herausforderungen beruhigende Ergebnisse geliefert, urteilte Andrew Brooke, Analyst bei RBC Capital Markets.
Die Aktie von Davide Campari legte um 10 Prozent zu, nachdem der Spirituosenhersteller angekündigt hatte, weiterhin in das Umsatzwachstum seiner Marken investieren zu wollen.
Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.783 -1,50 1,37 Stoxx-50 5.038 -1,26 3,73 Stoxx-600 605 -1,29 3,47 DAX 23.816 -1,61 -1,16 FTSE-100 London 10.568 -1,45 6,41 CAC-40 Paris 8.046 -1,49 0,22 AEX Amsterdam 996 -0,45 5,12 ATHEX-20 Athen 5.497 0,53 2,72 BEL-20 Br ssel 5.314 -1,01 4,63 BUX Budapest 123.872 1,04 11,56 OMXH-25 Helsinki 6.043 -1,11 5,95 OMXC-20 Kopenhagen 1.431 0,31 -11,00 PSI 20 Lissabon 8.931 0,01 8,08 IBEX-35 Madrid 17.487 -1,38 1,04 FTSE-MIB Mailand 45.337 -1,61 0,87 OBX Oslo 1.840 -0,12 15,18 PX Prag 2.615 0,31 -2,64 OMXS-30 Stockholm 3.118 -1,31 8,15 WIG-20 Warschau 122.925 -0,10 4,95 ATX Wien 5.516 -1,42 3,56 SMI Zürich 13.511 -1,57 1,83 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:25 Uhr EUR/USD 1,1579 -0,5 -0,0054 1,1633 1,1593 EUR/JPY 182,54 -0,1 -0,1500 182,69 182,9200 EUR/CHF 0,9057 -0,1 -0,0005 0,9062 0,9072 EUR/GBP 0,8691 -0,1 -0,0005 0,8696 0,8704 USD/JPY 157,62 +0,4 0,5900 157,03 157,7700 GBP/USD 1,3318 -0,4 -0,0054 1,3372 1,3315 USD/CNY 6,8912 -0,1 -0,0057 6,8969 6,8996 USD/CNH 6,9123 +0,3 0,0198 6,8925 6,9232 AUS/USD 0,7001 -1,0 -0,0072 0,7073 0,7018 Bitcoin/USD 71.167,22 -3,0 -2.179,33 73.346,55 68.941,37 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 79,44 +6,4 4,78 74,66 Brent/ICE 84,30 +3,6 2,90 81,40 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.086,59 -0,9 -48,73 5.135,32 Silber 82,24 -1,4 -1,17 83,41 Platin 2.148,39 -0,0 -0,11 2.148,50
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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