MÄRKTE EUROPA/Börsen erholt dank Stabilisierung der Energiepreise
04.03.2026 / 18:15 Uhr
DOW JONES--Nach kräftigen Einbußen an den beiden Vortagen nach dem Kriegsausbruch im Nahen Osten ist es am Mittwoch an Europas Börsen zu einer ersten Erholung gekommen. Für Entspannung sorgte der gestoppte Anstieg des Ölpreises. Der zuletzt massiv gestiegene Gaspreis gab sogar um 12 Prozent nach.
Der Markt spekulierte laut Börsianern darauf, dass der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bald wieder aufgenommen werden könnte. Insbesondere der Aspekt, dass die Transportversicherungen durch die US-Entwicklungsbehörde DFC abgedeckt werden könnten, habe dazu beigetragen. Denn zuletzt seien Versicherungspartner abgesprungen, was den Schiffsverkehrs in der Region ausgebremst habe. Daneben stellten die USA Militäreskorten in Aussicht.
Der starke Anstieg der Energiepreise seit Ausbruch des Iran-Krieges am Wochenende hatte an den Vortagen Stagflationsängste ausgelöst, also die Sorge vor Inflation bei gleichzeitig ausbleibendem Wirtschaftswachstum.
Stützend wirkten aber auch Meldungen, wonach der iranische Geheimdienst Kontakt mit dem CIA aufgenommen haben soll, um die Möglichkeiten einer Beendigung des militärischen Schlagabtauschs zu erörtern.
Der DAX legte um 1,8 Prozent auf 24.205 Punkte zu, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,7 Prozent nach oben. Der Dollar kam nach seinem kräftigen Anstieg aufgrund seines Rufs als sicherer Hafen etwas zurück, der Euro kostete zu Börsenschluss 1,1637 Dollar.
Zu den Favoriten gehörten Technologiewerte, deren Branchenindex um 2,1 Prozent zulegte. Dazu trug ein gut ankommender Ausblick von ASM International bei. Aber auch Finanzwerte zeigten eine starke Erholung während Aktien aus dem Energiesektor nachgaben, nachdem der Anstieg der Energiepreise zunächst ausgelaufen ist.
ASM International erzielte im Schlussquartal 2025 einen über den Erwartungen liegenden Nettogewinn, gestützt durch eine stärkere Nachfrage und eine Erholung der Aufträge von chinesischen Kunden. Der niederländische Anbieter von Halbleiterwerkzeugen übertraf mit einem Nettogewinn von 226 Millionen die Analystenprognose von 141 Millionen deutlich. Die Aktie zog um 5 Prozent an. Im Sog gewannen ASML 3,3, STMicro 2,3 und Infineon 5,4 Prozent.
Verkauft wurden Aktien von Containerschifffahrtsunternehmen vor dem Hintergrund von Buchungsstopps und Schiffsumleitungen angesichts steigender Sicherheitsrisiken im Nahen Osten. Hapag-Lloyd, Moeller-Maersk oder Kühne+Nagel gaben um bis zu 2 Prozent nach.
Die Adidas-Aktie verlor gegen den festen Markt 3,6 Prozent, schloss damit aber klar über dem Tagestief. Der Ausblick des Sportartikelherstellers hatte für Enttäuschung gesorgt. Die Prognose für das operative Ergebnis dürfte eine Senkung der Konsensschätzung um 15 Prozent zur Folge haben, hieß es. Gut kam bei Analysten dagegen an, dass der Vertrag mit CEO Björn Gulden bis zum 31. Dezember 2030 verlängert wurde. Zur Erholung der Aktie am Nachmittag trug auch eine gut aufgenommene Telefonkonferenz am Nachmittag bei, wie es im Handel hieß.
Unter Druck stand auch die Bayer-Aktie mit einem Minus von 2,4 Prozent, Bayer habe im vierten Quartal besser als erwartet abgeschnitten, doch der Ausblick für 2026 deute wegen der Wechselkurse auf eine Senkung der Konsensschätzungen hin, so die Analysten von JP Morgan. Der Quartalsumsatz des Agrar- und Pharmakonzerns habe die Konsensschätzungen um 1 Prozent übertroffen.
Auch für Symrise ging es südwärts und zwar um 3,1 Prozent. Zwar war das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf bereinigter Basis profitabel, mit einem organischen Umsatzplus von 2,8 Prozent blieb der Duftstoff- und Aromenhersteller aber deutlich unter dem Vorjahreswert von 8,7 Prozent. Im Sog gaben in Zürich Givaudan um 1,2 Prozent nach.
DAX-Schlusslicht waren Brenntag mit einem Minus von 4,3 Prozent. Der Chemikalienhändler will nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr weniger an die Aktionäre ausschütten und zwar 1,90 Euro je Aktie. Vor einem Jahr hatte Brenntag die Dividende mit 2,10 Euro je Aktie trotz eines Ergebnisrückgangs stabil gehalten.
Traton gab eine eher vorsichtige Prognose ab und rechnet nach der schlechteren Entwicklung im vergangenen Jahr auch angesichts des unsicheren Umfelds 2026 mit keiner Trendwende. Der Kurs des Nutzfahrzeugherstellers verlor im MDAX 3,2 Prozent.
Redcare Pharmacy brachen nach einem enttäuschenden Ausblick um 21 Prozent ein. Die Analysten von Metzler glauben nicht, dass das schwächere Ergebnis bei nicht-verschreibungspflichtigen Präparaten durch Marktanteilsverluste erklärt werden könne. Vielmehr habe das Wachstum des gesamten Online-Marktes nachgelassen.
Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.987 1,72 3,38 Stoxx-50 5.202 1,29 5,77 Stoxx-600 624 1,37 5,31 DAX 24.638 1,74 0,60 FTSE-100 London 10.780 0,80 8,55 CAC-40 Paris 8.394 0,79 3,00 AEX Amsterdam 1.016 0,99 6,82 ATHEX-20 Athen 5.596 -5,83 4,58 BEL-20 Brüssel 5.366 1,18 5,67 BUX Budapest 125.373 -3,74 12,92 OMXH-25 Helsinki 6.133 1,43 7,52 OMXC-20 Kopenhagen 1.422 -2,42 -11,56 PSI 20 Lissabon 9.272 0,59 12,21 IBEX-35 Madrid 17.876 2,49 3,28 FTSE-MIB Mailand 46.280 1,95 2,97 OBX Oslo 1.850 -1,41 15,75 PX Prag 2.650 -2,41 -1,34 OMXS-30 Stockholm 3.168 1,14 9,90 WIG-20 Warschau 120.112 -4,20 6,94 ATX Wien 5.634 1,51 5,78 SMI Zurich 13.834 0,79 4,27 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:25 Uhr EUR/USD 1,1636 +0,2 0,0023 1,1613 1,1593 EUR/JPY 182,65 -0,3 -0,4600 183,11 182,9200 EUR/CHF 0,9073 -0,0 -0,0004 0,9077 0,9072 EUR/GBP 0,8706 +0,2 0,0015 0,8691 0,8704 USD/JPY 156,95 -0,5 -0,7600 157,71 157,7700 GBP/USD 1,3361 +0,1 0,0007 1,3354 1,3315 USD/CNY 6,8969 -0,0 -0,0027 6,8996 6,8996 USD/CNH 6,8911 -0,4 -0,0252 6,9163 6,9232 AUS/USD 0,7072 +0,6 0,0039 0,7033 0,7018 Bitcoin/USD 73.541,58 +8,1 5.492,22 68.049,36 68.941,37 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 74,55 -0,0 -0,01 74,56 Brent/ICE 81,07 -0,4 -0,33 81,40 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.146,41 +1,2 59,94 5.086,47 Silber 83,73 +2,1 1,69 82,04 Platin 2.146,35 +3,1 63,75 2.082,60
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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