Bundesbank: Deutsche Wirtschaft wächst im 1Q verhalten

19.02.2026 / 12:01 Uhr

Von Hans Bentzien

DOW JONES--Die Bundesbank erwartet, dass die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn nur verhalten wachsen wird. "Im ersten Quartal dürfte die Wirtschaft den Erholungskurs fortsetzen, wenngleich nur mit schwacher Dynamik", heißt es im aktuellen Bundesbank-Monatsbericht. Die Bundesbank verweist darauf, dass die Geschäftserwartungen der Unternehmen laut Ifo-Umfrage im Januar mehrheitlich noch pessimistisch gewesen seien und dass die Unternehmen ihre Geschäftslage als ungünstig eingeschätzt hätten. "Die schwache Kapazitätsauslastung in der Industrie dämpft nach wie vor die Investitionen", erläutert die Bundesbank.

Aufgrund der schlechten Wettbewerbsposition profitiert die deutsche Industrie nach ihrer Aussage zudem nur begrenzt vom derzeit wachsenden Welthandel. "Die Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen erhöhte sich zwar zuletzt kräftig. Ein großer Teil der besonders stark gestiegenen Auftragseingänge aus dem Inland dürfte jedoch Großaufträgen im Zusammenhang mit zusätzlichen Staatsausgaben für die Verteidigung zuzuschreiben sein, die nicht unmittelbar produktionswirksam werden", heißt es weiter.

Die Bundesbank stellt eine breitere Belebung der Nachfrage in der Bauwirtschaft fest, sieht aber zugleich Anzeichen dafür, dass der private Konsum sein erhöhtes Niveau möglicherweise nicht wird halten können. "Ab dem Frühjahr dürfte die deutsche Wirtschaft, getragen vor allem durch fiskalische Impulse, aber dynamischer wachsen."

Die Bundesbank rechnet damit, dass sich die Inflation in den nächsten Monaten in der Nähe der 2-?Prozent-Marke bewegen wird. "Die Kernrate dürfte zunächst erhöht bleiben, weil die Dienstleistungspreise weiterhin dynamisch steigen, insbesondere die administrierten Preise im Gesundheitswesen und in der Altenpflege", kalkuliert sie.

Demgegenüber sollten sich Industriegüter ohne Energie weiterhin nur wenig verteuern. Die Energiepreise dürften, trotz des jüngsten Anstiegs, auch aufgrund von Basiseffekten aus dem Vorjahr vorerst weiterhin die Gesamtrate dämpfen. Die zu Jahresbeginn in Kraft getretenen methodischen Änderungen beim Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) haben den Ausblick für die Inflationsrate nach ihrer Einschätzung kaum beeinflusst.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

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February 19, 2026 06:00 ET (11:00 GMT)

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