MÄRKTE EUROPA/Risikofreudige Anleger hieven Euro-Stoxx-50 auf Rekordhoch
18.02.2026 / 18:28 Uhr
DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten ist es am Mittwoch nach oben. gegangen. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,4 Prozent auf 6.103 Zähler nach oben, der Index markiere damit wieder ein Rekordhoch. Dem DAX fehlen zu seinem Rekordhoch noch rund 230 Punkte. Er legte um 1,1 auf 25.278 Punkte zu.
Im Handel war von Konjunkturzuversicht die Rede. Aus Japan seien positive Konjunktursignale gekommen mit Exporten nach China, die deutlich besser ausfielen als erwartet. Aus Großbritannien wurde eine abgeschwächte Inflation gemeldet, was die Chancen auf eine Zinssenkung durch die Bank of England im März erhöht. Für Rückenwind sorgten aber auch wieder deutlicher anziehende Indizes an der Wall Street, wo die Stimmung zuletzt angesichts von Sorgen über negative Folgen von KI-Anwendungen etwas eingetrübt war.
Für etwas Unterstützung dürfte auch der leichtere Euro gesorgt haben, wodurch sich Exporte aus der Eurozone auf Dollarbasis verbilligen. Der Euro litt unter von der Financial Times aufgebrachte Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt von EZB-Chefin Christine Lagarde.
Minenwerte mit Glencore gesucht
Unter den Branchenindizes legte jener der Bergbauunternehmen um 4,2 Prozent mit Abstand am stärksten zu. Dies lag laut Marktteilnehmern zum einen an steigenden Metallpreisen, zum anderen kam der Zahlenausweis von Glencore gut an. Die Aktie stieg um 4,5 Prozent. Spitzenreiter im Sektor waren Antofagasta, die um 10,6 Prozent nach oben schossen. Voestalpine gewannen 7,7 Prozent, Fresnillo 4,8 Prozent.
Kräftige Gewinne gab es auch im Rüstungssektor, dessen Index um 2,9 Prozent zulegte. Treiber waren die sich ergebnislos hinziehenden Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, daneben aber auch starke Geschäftszahlen von BAE Systems. Die Aktie verteuerte sich um 4,0 Prozent. Leonardo, Rheinmetall und Thales legten ähnlich stark zu, ebenso Hensoldt und Renk.
Schwach zeigten sich europaweit Chemieaktien (-1,0%). Im DAX ging es für Brenntag um 4,7 Prozent nach unten, für BASF um 1,4 Prozent. Marktbeobachter verwiesen dazu auf IMCD. Die Ergebnisse des niederländischen Distributeurs für Spezialchemikalien und Lebensmittelzutaten waren deutlich unter dem Konsens ausgefallen. Die Analysten von Jefferies sehen zudem keine Anzeichen für eine Trendwende. Für IMCD ging es in Amsterdam um 4,7 Prozent nach unten.
Nach dem jüngsten Abverkauf kam es bei einigen Technologie- und Softwarepapieren wieder zu Käufen. "Die Nervosität hinsichtlich des allgemeinen Themas KI hält an", hieß es dessen ungeachtet bei den Strategen von Pepperstone. Der Branchenindex der Technologiewerte schloss 2,7 Prozent im Plus. STMicroelectronics gewannen 3,9 und Infineon 3,4 Prozent.
Bayer - wie gewonnen so zerronnen
Klarer Tagesverlierer im DAX war die Bayer-Aktie. Nachdem die Börse im späten Vortageshandel noch einen avisierten milliardenschweren Vergleich in den USA mit einem Kursanstieg von gut 7 Prozent gefeiert hatte, der einen Schlussstrich unter das Debakel um die übernommene Monsanto und deren Unkrautvernichter Roundup schließen soll, machte sich Ernüchterung breit. Die Aktie büßte das Vortagesplus komplett wieder ein. Mit dem Schritt sei Bayer zwar auf dem richtigen Weg, er brauche aber noch die gerichtliche Genehmigung und auch die Zustimmung der Kläger. Dazu stehe eine Entscheidung der Bayer-Berufung vor dem Obersten Gerichtshof aus, was für Unsicherheit sorge.
Stützend für den DAX wirkte das Plus von 3,8 Prozent bei der Siemens-Aktie. Die Aktie war nach den jüngst vorgelegten Quartalszahlen in einer ersten Reaktion stark gestiegen, dann aber unter Abgabedruck geraten, belastet von Sorgen um möglicherweise negative Folgen von KI-Anwendungen für diverse Siemens-Geschäftsfelder.
In Paris wurde die Aktie des Einzelhandelsriesen Carrefour nach der Zahlenvorlage mit einem Minus von 4,8 Prozent abgestraft. Der Supermarktbetreiber berichtete über ein leicht schwächer als erwartet ausgefallenes Geschäftsjahr 2025. Umsatz und operatives Ergebnis verfehlten den vom Unternehmen selbst zusammengestellten Analystenkonsens.
Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* Euro-Stoxx-50 6.103,37 +1,4% +4,0% Stoxx-50 5.243,87 +1,2% +5,3% Stoxx-600 628,69 +1,2% +4,9% XETRA-DAX 25.278,21 +1,1% +2,1% FTSE-100 London 10.556,17 k.A. +5,2% CAC-40 Paris 8.429,03 +0,8% +2,6% AEX Amsterdam 1.010,54 +1,5% +4,7% ATHEX-20 Athen 5.934,41 +3,5% +7,1% BEL-20 Bruessel 5.677,83 +0,6% +11,1% BUX Budapest 127.820,56 +2,3% +12,0% OMXH-25 Helsinki 6.075,47 +1,3% +4,5% ISE NAT. 30 Istanbul 14.259,90 k.A. +26,3% OMXC-20 Kopenhagen 1.587,03 +0,5% -1,8% PSI 20 Lissabon 9.142,99 +0,8% +9,8% IBEX-35 Madrid 18.197,90 +1,4% +3,1% FTSE-MIB Mailand 46.361,09 +1,3% +1,5% OBX Oslo 1.785,47 +2,2% +9,3% PX Prag 2.699,88 +1,7% -1,2% OMXS-30 Stockholm 3.166,11 +1,1% +8,6% WIG-20 Warschau 3.377,74 +1,7% +4,3% ATX Wien 5.820,55 +2,1% +7,0% SMI Zuerich 13.807,04 +0,4% +3,7% *bezogen auf Vortagesschluss DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 18:44 Uhr % YTD EUR/USD 1,1809 -0,4% 1,1853 1,1835 +0,9% EUR/JPY 182,39 +0,4% 181,67 181,67 -1,4% EUR/CHF 0,9120 -0,1% 0,9133 0,9129 -1,9% EUR/GBP 0,8726 -0,1% 0,8739 0,8740 +0,2% USD/JPY 154,45 +0,8% 153,27 153,50 -2,3% GBP/USD 1,3533 -0,2% 1,3564 1,3542 +0,7% USD/CNY 6,9226 -0,0% 6,9247 6,9244 -1,4% USD/CNH 6,8862 +0,0% 6,8852 6,8877 -1,3% AUS/USD 0,7067 -0,3% 0,7086 0,7057 +6,2% Bitcoin/USD 67.149,95 -0,5% 67.495,65 66.950,25 -23,7% ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 64,61 62,26 +3,8% 2,35 +8,6% Brent/ICE 69,82 67,42 +3,6% 2,40 +10,6% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.999,35 4.878,75 +2,5% 120,60 +12,9% Silber 77,99 73,38 +6,3% 4,62 +2,9% Platin 1.771,34 1.698,73 +4,3% 72,61 -3,1% Kupfer 5,81 5,64 +2,9% 0,17 +0,3% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/thl/gos
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