MÄRKTE EUROPA/Anleger risikofreudig - Bayer extrem schwach
18.02.2026 / 13:52 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte ziehen bis zum Mittwochmittag noch etwas an. Der DAX klettert um 0,8 auf 25.191 Punkte und bekommt dabei Unterstützung von Schwergewicht Siemens, die Aktie notiert 4,4 Prozent im Plus. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,8 Prozent auf 6.072 Zähler nach oben. Positive Konjunktursignale kamen über Nacht aus Japan. Die Exporte - vor allem Richtung China - sind klar besser als gedacht ausgefallen. Auch Daten aus Großbritannien lassen positiv aufhorchen, denn die Inflation hat sich im Januar abgeschwächt. Dies erhöht die Chancen auf eine Zinssenkung durch die Bank of England im März.
Aber das wichtigste Ereignis wartet erst nach Börsenschluss in Europa auf die Anleger: das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung. Da der nominierte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh den Wunsch geäußert hat, die Bilanz der Fed zu kürzen, gewinnen die Details der Diskussionen an Bedeutung. Warsh wird Unterstützung für diese Position benötigen - das Protokoll könnte zeigen, ob eine solche innerhalb der Fed bereits existiert.
Vorzeitiger Wechsel an der EZB-Spitze möglich
Ein vorzeitiger Abschied von Christine Lagarde an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) ist nicht mehr auszuschließen. Ein EZB-Sprecher sagte am Mittwoch, Lagarde habe keine Entscheidung bezüglich des Endes ihrer Amtszeit getroffen. Das muss sie eigentlich auch nicht, denn dieses Ende steht fest: Oktober 2027. Die Reaktion des Sprechers ist jedoch eine indirekte Bestätigung eines Berichts der Financial Times (FT), die unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Person gemeldet hatte, Lagarde wolle vorzeitig gehen. Auswirkungen auf die Geldpolitik der EZB hätte ein solcher Schritt allerdings kaum.
Bei Bayer ist Vortagesrally schon Geschichte
Nach den deutlichen Aufschlägen am Vortag rauscht die Aktie von Bayer um 11 Prozent nach unten. Einen teuer erkauften Schritt zu mehr Planungssicherheit nennt die DZ Bank den Glyphosat-Vergleich, den Bayer zur Beilegung der meisten aktuellen und zukünftigen Klagen in den USA geschlossen hat. Die Neubewertung der Aktie mit einem Fairen Wert für die Aktie von 42 (zuvor: 51) Euro berücksichtige die erhöhten finanziellen Belastungen und begründe ihre Erwartung eines kurzfristigen Abwärtsdrucks, so die Analysten. Langfristig könnte sich der Glyphosat-Vergleich positiv auswirken, da er ein wesentliches Rechtsrisiko für Investoren quantifiziere.
Technologie wird nach dem Abverkauf eingesammelt
Nach dem jüngsten Abverkauf kommt es bei einigen Technologie- und Software-Unternehmen zu Käufen. "Die Nervosität hinsichtlich des allgemeinen Themas KI hält an", heißt es bei den Strategen von Pepperstone. "Während letzte Woche noch die Sorge vorherrschte, dass KI traditionelle Geschäftsmodelle in verschiedenen Branchen einfach so verschlingen werde, scheint sich diese Sorge nun ins Gegenteil verkehrt zu haben - nämlich dass diese wahnsinnigen Investitionen über einen angemessenen Zeitraum keine nennenswerten Renditen bringen werden." STMicroelectronics gewinnen 5,1 und Infineon 3,6 Prozent.
Minenwerte mit Glencore gesucht
Unter den Branchenindizes legen die Aktien der europäischen Bergbauunternehmen um 2 Prozent zu. Dies liegt zum einen an den steigenden Metallpreisen. Zum anderen gewinnen Glencore nach Zahlenausweis gut 2 Prozent. Das bereinigte Ergebnis liegt um 2 Prozent über den Erwartungen, was auf ein besseres Ergebnis der Sparte Energiehandel zurückzuführen ist, wie die Analysten von RBC urteilen. Der Konzern legte insgesamt starke Ergebnisse vor.
Kräftige Gewinne gibt es zudem im Rüstungssektor nach den starken Geschäftszahlen von BAE Systems aus London. Die Branche ist mit 2,5 Prozent Plus mit weitem Abstand Tagesgewinner. Die Aktien von BAE springen um 4,2 Prozent und ziehen auch Konkurrenten wie Leonardo und Thales um bis zu 4,7 Prozent nach oben. Die geografische und geschäftliche Diversifizierung von BAE Systems zahle sich aus, meint Russ Mould, Investment Director bei AJ Bell. Das britische Rüstungsunternehmen betreibe ein internationales Geschäft und sei an der Herstellung von Verteidigungsplattformen für Luft, Land und See beteiligt.
Carrefour werden nach Zahlenvorlage um 6 Prozent abgestraft. Der Supermarktbetreiber berichtete über ein leicht schwächer als erwartet ausgefallenes Geschäftsjahr 2025. Umsatz und operatives Ergebnis (EBIT) lagen 0,7 bzw. 2,4 Prozent unter dem vom Unternehmen zusammengestellten Analystenkonsens.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.071,66 +0,8% 49,81 +4,0% Stoxx-50 5.231,04 +1,0% 51,26 +5,3% DAX 25.191,41 +0,8% 193,01 +2,1% MDAX 31.543,17 +0,3% 98,84 +2,7% TecDAX 3.707,45 +0,7% 26,41 +1,6% SDAX 17.991,81 +0,8% 145,75 +3,9% CAC 8.403,03 +0,5% 41,57 +2,6% SMI 13.797,73 +0,3% 44,89 +3,7% ATX 5.789,65 +1,6% 88,37 +7,0% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 18:44 Uhr % YTD EUR/USD 1,1841 -0,1% 1,1853 1,1835 +0,9% EUR/JPY 181,95 +0,2% 181,67 181,67 -1,4% EUR/CHF 0,9124 -0,1% 0,9133 0,9129 -1,9% EUR/GBP 0,8723 -0,2% 0,8739 0,8740 +0,2% USD/JPY 153,66 +0,3% 153,27 153,50 -2,3% GBP/USD 1,3575 +0,1% 1,3564 1,3542 +0,7% USD/CNY 6,9218 -0,0% 6,9247 6,9244 -1,4% USD/CNH 6,8859 +0,0% 6,8852 6,8877 -1,3% AUS/USD 0,7071 -0,2% 0,7086 0,7057 +6,2% Bitcoin/USD 67.515,55 +0,0% 67.495,65 66.950,25 -23,7% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 63,95 62,26 +2,7% 1,69 +8,6% Brent/ICE 69,26 67,42 +2,7% 1,84 +10,6% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.929,21 4.878,75 +1,0% 50,46 +12,9% Silber 75,36 73,38 +2,7% 1,98 +2,9% Platin 1.735,65 1.698,73 +2,2% 36,92 -3,1% Kupfer 5,70 5,64 +1,0% 0,06 +0,3% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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DJG/thl/flf
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February 18, 2026 07:51 ET (12:51 GMT)
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