EU leitet Untersuchung gegen Onlinehändler Shein ein
17.02.2026 / 12:36 Uhr
Von Edith Hancock
DOW JONES--Die EU-Kommission hat eine Untersuchung gegen das chinesische E-Commerce-Unternehmen Shein eingeleitet. Brüssel wirft dem Billigmodehändler vor, auch illegale Produkte zu verkaufen, und Kunden durch die Gestaltung seiner Plattform potenziellen Risiken ausgesetzt zu haben. Die Behörden hatte Shein ins Visier genommen, nachdem französische Aufseher im vergangenen Jahr meldeten, sie hätten auf der Verkaufsplattform auch Sexpuppen gefunden, die Kindern ähnelten. Shein erklärte seinerzeit, derartige Angebote stammten von Drittanbietern.
Die EU-Kommission übermittelte dem E-Commerce-Riesen im November ein formelles Auskunftsersuchen, um das Problem anzugehen. "In der EU dürfen illegale Produkte nicht vertrieben werden - egal, ob sie in einem Ladenregal oder auf einem Online-Marktplatz stehen", sagte Henna Virkkunen, EU-Kommissarin für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, am Dienstag laut einer Erklärung.
Shein reagierte mit der Feststellung, wonach das Unternehmen in den vergangenen Monaten erheblich investiert habe, um die eigene Plattform mit der EU-Technologieregulierung in Einklang zu bringen. "Nach den im letzten Jahr festgestellten Problemen haben wir zusätzlich zur Verbesserung der Erkennungstools auch die Einführung weiterer Schutzmaßnahmen für altersbeschränkte Produkte beschleunigt", so das Unternehmen.
"Wir teilen das Ziel der Kommission, ein sicheres und vertrauenswürdiges Online-Umfeld zu gewährleisten, und werden uns weiterhin konstruktiv an diesem Verfahren beteiligen", heißt es in der Stellungnahme von Shein.
Die Kommission prüft zudem Risiken, was das aus ihrer Sicht potenziell suchterzeugende Design der Shein-Plattform angeht, sowie aus der Transparenz des mit dem Angebot verbundenen Empfehlungssystems.
Unternehmen können bei Verstößen gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act) mit Geldbußen von bis zu 6 Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes belegt werden. Das Gesetz verpflichtet große Plattformen wie Online-Shops und soziale Netzwerke dazu, mehr zu tun, um Nutzer vor illegalen oder schädlichen Inhalten zu schützen. Mit Zugeständnissen können sie Bedenken der Regulierungsbehörde zerstreuen und ein Bußgeld im konkreten Fall vermeiden. "Wir werden prüfen, ob Shein diese Regeln und seine Verantwortung respektiert", sagte EU-Kommissarin Virkkunen.
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