MÄRKTE EUROPA/Etwas leichter - Novo Nordisk brechen ein

04.02.2026 / 10:12 Uhr

DOW JONES--Europas Börsen sind am Mittwoch mit kleinen Abschlägen in den Handel gestartet. Von einer nicht leicht unter einen Hut zu bringenden Nachrichtenlage sprechen Händler. Die US-Vorgaben seien stark negativ, allerdings beschränkt auf den Software-Sektor. Dieser war extrem unter Druck geraten durch Sorgen, das profitable Mietmodell (SaaS) für Software könne von KI-Agenten abgelöst werden. Die Aktien im Sektor brachen um 4 bis 9 Prozent ein. Der Druck sollte aber isoliert auf die Tech-Werte bleiben.

Der DAX verliert 0,4 Prozent auf 24.674 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,2 Prozent nach. Am Devisenmarkt steht der Yen unter Druck. Umfragen deuten einen umfassenden Sieg der Liberal Democratic Party von Premierministerin Takaichi bei den anstehenden Parlamentswahlen an. Takaichi könnte dies als Zustimmung zu einer expansiven Fiskalpolitik werten, was die Staatsverschuldung weiter nach oben treiben und die japanische Währung schwächen würde.

Positive Nachrichten kommen dagegen von der US-Politik. Dort hat man den kurzen Shutdown schon wieder beenden können. Da der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für Januar dennoch nicht am Freitag veröffentlicht werden kann, sind alle Augen auf die US-Daten am Mittwochnachmittag gerichtet. Mit dem ISM-Service-Index und seiner Job-Komponente steht dann der wichtigste Indikator für den US-Arbeitsmarkt an. Daneben wird auch noch der ADP-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht.

Die bereits vorgelegten Einkaufsmanager-Daten (PMI) aus Asien sehen derweil gut aus: Der China-Service-PMI stieg auf ein Drei-Monats-Hoch. Dazu dehnte sich der Aufschwung in der Breite aus. In 16 von 18 der von S&P Global beobachteten Branchen ging es nach oben. Im Fokus stehen daher am Mittwochvormittag auch die PMI-Revisionen aus den Ländern der Eurozone.

Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag stehen besonders die neuen Inflationsdaten aus Europa im Blick, so die Verbraucher- und die Erzeugerpreise.

Novo Nordisk brechen an der Börse Kopenhagen um fast 17 Prozent ein. Bei dem Pharmakonzern zeigen sich die Spuren des Wettbewerbs um Abnehmspritzen immer deutlicher: Novo warnte vor geringeren Preisen für Ozempic und Wegovy in den USA. Dies könnte den Jahresumsatz um 5 bis 13 Prozent drücken. Dazu meldete auch Pfizer trotz eines guten Quartals eine stark rückläufige Nachfrage nach Covid-Produkten.

Für Infineon geht es nach Zahlen um 1,2 Prozent nach unten. Diese bewegen sich genauso wie der Ausblick im Rahmen der Erwartungen. Problematisch für die Aktie ist weiter die Verkaufsbereitschaft im Tech-Sektor. Wie von Anlegern gewünscht, soll das KI-Investment ausgebaut werden.

Weiter für Unruhe sorgt die neue KI-Anwendung von Anthropic. Mittels der Software können juristische Aufgaben automatisiert werden. Die Aktien von Datenanbietern bzw. Anbietern von Daten-Analysetools gerieten daraufhin an den US-Börsen massiv unter Druck - Händler sprachen von einer möglichen neuen Konkurrenz im Bereich der Datenanalyse. SAP verlieren 2,6 Prozent, Scout24 5 Prozent, Deutsche Börse 1,9 Prozent oder LSE 6,6 Prozent.

Autowerte zählen mit Aufschlägen von europaweit 1,6 zu den stärksten Gewinnern. Kurstreiber ist laut Händlern die Umschichtung aus den angeschlagenen Tech-Werten in klassische Industrien. Dazu kommen gute Nachrichten vom Ifo-Institut, das einen Stimmungsumschwung bei den Auto-Exporten festgestellt hat. VW gewinnen 1,6 Prozent und Mercedes 2,3 Prozent.

Die Aktien von Santander fallen dagegen um 2,9 Prozent. Hier kommt die Nachricht über den Kauf von Webster Financial in den USA schlecht an. "Der Markt hört im Moment nicht gerne, wenn jemand bei diesem politischen Rahmen sein US-Exposure sogar noch erhöht", sagt ein Händler. Für UBS geht es nach Zahlenvorlage um 1,2 Prozent nach unten, und das obgleich die Quartalszahlen besser als erwartet ausgefallen sind.

PVA Tepla brechen nach den Jahreszahlen des Unternehmens um 15 Prozent ein. "Nicht ganz nachvollziehbar, da sich der Auftragseingang fast verdoppelt hat gegenüber Vorjahr", sagt ein Händler. Grund sei der zu vorsichtige Ausblick, da PVA für 2026 nur ein moderates Wachstum erwarte und erst ab 2027 mit einer Beschleunigung rechne: "Wahrscheinlich haben zu viele Trader auf einen sofortigen Wachstumsschub gesetzt, weil PVA in der Lieferkette für KI-Produkte ist", vermutet der Händler.

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INDEX                     zuletzt        +/- %    absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50            5.983,19        -0,2%     -12,16          +3,5% 
Stoxx-50                 5.103,34        -0,6%     -30,09          +4,4% 
DAX                     24.673,87        -0,4%    -106,92          +1,2% 
MDAX                    31.447,77        -0,3%     -89,56          +3,0% 
TecDAX                   3.568,67        -1,0%     -37,05          -0,5% 
SDAX                    17.846,54        -0,9%    -157,58          +4,8% 
CAC                      8.218,79        +0,5%      39,29          +0,4% 
SMI                     13.344,09        -0,2%     -28,49          +0,8% 
ATX                      5.725,08        -0,1%      -7,85          +7,6% 
 
DEVISEN                   zuletzt        +/- %       0:00  Di, 17:59 Uhr   % YTD 
EUR/USD                    1,1826        +0,1%     1,1819         1,1818   +0,2% 
EUR/JPY                    185,01        +0,5%     184,08         184,01   -0,1% 
EUR/CHF                    0,9174        +0,1%     0,9163         0,9158   -1,5% 
EUR/GBP                    0,8617        -0,1%     0,8630         0,8627   -1,0% 
USD/JPY                    156,44        +0,4%     155,76         155,70   -0,7% 
GBP/USD                    1,3724        +0,2%     1,3695         1,3700   +1,7% 
USD/CNY                    6,9567        -0,0%     6,9586         6,9575   -1,0% 
USD/CNH                    6,9348        +0,0%     6,9344         6,9335   -0,6% 
AUS/USD                    0,7036        +0,3%     0,7018         0,7019   +5,3% 
Bitcoin/USD             76.240,05        +0,9%  75.589,85      76.511,45  -11,1% 
 
ROHOEL                    zuletzt  VT-Settlem.      +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                   63,05        63,21      -0,3%          -0,16  +10,3% 
Brent/ICE                   67,12        67,33      -0,3%          -0,21  +10,9% 
 
METALLE                   zuletzt       Vortag      +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold                     5.075,52     4.946,40      +2,6%         129,12   +7,9% 
Silber                      89,54        85,42      +4,8%           4,11  +12,3% 
Platin                   1.963,78     1.879,26      +4,5%          84,52   +2,8% 
Kupfer                       6,08         6,09      -0,2%          -0,01   +5,5% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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