PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

28.01.2026 / 06:44 Uhr

Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

KONJUNKTURPROGNOSE - Die Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft verschlechtern sich erneut. Das geht aus der aktuellen Konjunkturprognose der Bundesregierung hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will diese am Mittwoch im Rahmen des Jahreswirtschaftsberichts vorstellen. Für 2026 senkt die Regierung ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 1 Prozent, wie bereits am vergangenen Mittwoch berichtet. Im Herbst lag die Prognose noch bei 1,3 Prozent. Für 2027 rechnet die Bundesregierung nun mit einem Wachstum von 1,3 Prozent, nach zuvor 1,4 Prozent. Auch das Potenzialwachstum in den Folgejahren fällt etwas geringer aus, wie aus den Unterlagen hervorgeht. (Handelsblatt)

EUROPA - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) drängt nach den jüngsten geopolitischen Turbulenzen auf rasche Veränderungen in der Europäischen Union. "Jetzt ist Zeit für ein Europa der zwei Geschwindigkeiten", sagte er beim Welt-Wirtschaftsgipfel im Axel-Springer-Hochhaus. Es gelte, auf eigene Stärken zu setzen. "Deutschland wird gemeinsam mit Frankreich und anderen Partnern deshalb jetzt vorangehen, um Europa stärker und unabhängiger zu machen." Klingbeil kündigte an, zur Vorbereitung des für den 12. Februar geplanten EU-Sondergipfels an diesem Mittwoch in einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Frankreich, Italien, Spanien, Polen und den Niederlanden über die Stärkung der Wettbewerbs- und Verteidigungsfähigkeit zu beraten. "Als sechs große Volkswirtschaften in Europa können wir jetzt die Antreiber sein", sagte Klingbeil. Er habe der "Gruppe der E6" einen Vier-Punkte-Plan vorgeschlagen, wie die Kapitalmarktunion vorangetrieben, der Euro gestärkt, Investitionen in Verteidigung besser abgestimmt und Rohstoffe gesichert werden könnten. (Welt)

FEDERAL RESERVE/EZB - Die Notenbankchefs von Deutschland und Österreich, Joachim Nagel und Martin Kocher, sehen im drohenden Verlust der Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) derzeit erhebliche Risiken. "Die Attacken der US-Regierung auf die Notenbank sind wirklich besorgniserregend", sagte Nagel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Wenn man erlebt, wie die Unabhängigkeit der Fed torpediert wird, trifft einen das ins Mark." Er halte Fed-Chef Jerome Powell für einen "hervorragenden Notenbanker" und einen "grundanständigen Typ". Im Euroraum sehen beide Notenbankchefs die Leitzinsen derzeit auf einem angemessenen Niveau. "EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hat gesagt, er sehe gegenwärtig keine guten Argumente für eine Zinsänderung in die eine oder andere Richtung", sagte Nagel. "Dem kann ich nur zustimmen." (FAZ)

ENERGIEVERSORGUNG - Die Energieversorgung Europas hat zunehmend geopolitische Relevanz. "Die Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas werden entscheidend davon abhängen, welche energiepolitischen Entscheidungen wir in Europa treffen werden", sagte der Chef der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Fatih Birol, auf dem Handelsblatt Energie-Gipfel am Dienstag. Er sehe den "langen und dunklen Schatten der Geopolitik sehr deutlich." Energiesicherheit müsse zur Frage nationaler Sicherheit erhoben werden. Der IEA-Chef verglich Europa mit anderen Weltregionen und stellte die bisherige Energiestrategie der EU infrage. (Handelsblatt)

GENERIKA - Pharmamanager warnen vor unabsehbaren Folgen durch die Abhängigkeit von Arzneiwirkstoffen aus China. Günstige Importe bedrohten nicht nur die Grundversorgung, sondern auch die sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands, sagte Thomas Weigold, Deutschlandchef des Generikaherstellers Sandoz, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Etwa 80 Prozent der weltweit eingesetzten Medikamente sind Generika. Sandoz ist einer der führenden Hersteller weltweit. "Wir versuchen, bei der Münchner Sicherheitskonferenz auf der Tagesordnung zu stehen, denn es geht nicht nur um Verteidigung, Mikrochips und Energie", sagt der Pharmamanager. "Viel anfälliger sind wir bei Medikamenten." In der Bundesregierung sei angekommen, dass Generika in Krisen- und Kriegssituationen systemrelevant sind. (Handelsblatt)

KUPFER - Angesichts von rekordhohen Kupferpreisen von über 13.000 US-Dollar pro Tonne wenden sich die Bergbaukonzerne riesigen Müllbergen, neuartigen Fördertechnologien und sogar Bakterien zu, um ihre Produktion zu steigern. Unternehmen wie BHP, Rio Tinto, Freeport-McMoRan und Vale Base Metals erforschen und setzen neue Techniken ein, um Metall aus alten und stillgelegten Minen oder aus Material zu gewinnen, das zuvor als zu schwer verwertbar galt. Die Gewinnung des einst nicht förderbaren Kupfers aus riesigen Müllbergen sei der "heilige Gral" der Branche, sagte Vicky Peacey, Präsidentin der gigantischen Mine Resolution in Arizona, die von Rio Tinto und BHP erschlossen wird. Der Bergbaukonzern VBM sprach von der "nächsten Grenze". (Financial Times)

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