MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

16.01.2026 / 07:30 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In den USA bleiben die Börsen wegen des Feiertages Martin Luther King Day geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Klöckner & Co wird für rund 2,1 Milliarden Euro von Worthington Steel übernommen. Eine entsprechende Zusammenschlussvereinbarung haben beide Seiten vereinbart. Das Stahlverarbeitungsunternehmen aus dem US-Bundesstaat Ohio wird dazu den Aktionären ein Übernahmeangebot von 11 Euro je Aktie unterbreiten, was einer Prämie von etwa 98 Prozent auf den unbeeinflussten volumengewichteten Drei-Monatsdurchschnittskurs der Aktie am 5. Dezember vergangenen Jahres entspricht. Worthington Steel unterstütze die Strategie von Klöckner & Co, sich auf höherwertige Produkte und Dienstleistungen zu konzentrieren. Vorstand und Aufsichtsrat der Klöckner & Co begrüßen das Angebot und wollen es den Aktionären empfehlen. Worthington Steel hat bereits die Beteiligung von Klöckner-Großaktionär Swoctem von gut 41,5 Prozent gesichert, darüber hinaus die Anteile, die der Vorstand hält.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

07:00 DE/Fraport AG, Verkehrszahlen Dezember

09:00 DE/Porsche AG, Absatzzahlen 4Q, 2025

10:00 DE/Daimler Truck Holding AG, Absatzzahlen 4Q, 2025

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- DE 
    08:00 Verbraucherpreise (endgültig) Dezember 
          PROGNOSE:  0,0% gg Vm/+1,8% gg Vj 
          vorläufig: 0,0% gg Vm/+1,8% gg Vj 
          zuvor:    -0,2% gg Vm/+2,3% gg Vj 
          HVPI 
          PROGNOSE:  +0,2% gg Vm/+2,0% gg Vj 
          vorläufig: +0,2% gg Vm/+2,0% gg Vj 
          zuvor:     -0,5% gg Vm/+2,6% gg Vj 
- US 
    15:15 Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung Dezember 
          Industrieproduktion 
          PROGNOSE:  +0,1% gg Vm 
          zuvor:     +0,2% gg Vm 
          Kapazitätsauslastung 
          PROGNOSE:  76,0% 
          zuvor:     76,0% 
 

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell: 
Index                       zuletzt  +/- % 
DAX Futures               25.426,00  +0,1% 
E-Mini-Future S&P-500      7.001,50  +0,3% 
E-Mini-Future Nasdaq-100  25.808,25  +0,4% 
Nikkei-225 (Tokio)        54.053,25  -0,1% 
Hang-Seng (Hongk.)        26.837,35  -0,3% 
Shanghai-Comp.             4.113,91  +0,0% 
 
Vortag: 
DAX               25.352,39  +0,3% 
DAX-Future        25.394,00  -0,2% 
XDAX              25.267,21  -0,3% 
MDAX              31.943,60  +0,5% 
TecDAX             3.771,79  +0,1% 
SDAX              18.336,93  +1,4% 
Euro-Stoxx-50      6.041,14  +0,6% 
Stoxx-50           5.129,72  +0,3% 
Dow-Jones         49.442,44  +0,6% 
S&P-500            6.944,47  +0,3% 
Nasdaq Composite  23.530,02  +0,2% 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Die Aktienmärkte werden zum Wochenausklang zunächst etwas leichter erwartet. Die Stimmung ist unverändert gut, mit einem Plus von gut drei Prozent in den ersten beiden Wochen des Jahres ist im DAX bereits einiges eingepreist. Vom kleinen Verfall am Terminmarkt werden am Mittag kaum Impulse erwartet. Das Umfeld ist ansonsten unverändert, die Themen lauten Venezuela, Iran und auch Grönland. Ölpreise, Gold und Anleihen signalisieren keine veränderte Risikowahrnehmung. Allgemein positiv wird der Zolldeal zwischen den USA und Taiwan gewertet. Von der Societe Generale heißt es, Taiwan scheine mit dem von 20 auf 15 Prozent gesenkten Zöllen im Gegensatz zu Südkorea und Japan durch das Abkommen mehr Flexibilität zu genießen, was wahrscheinlich auf seine dominante und nahezu monopolistische Stellung im Bereich fortschrittlicher Chips zurückzuführen sei.

Rückblick: Freundlich - Übergeordnet gestützt wurde die Stimmung zum einen von starken Geschäftszahlen und einem optimistischen Ausblick des taiwanischen Chipkonzerns TSMC. Zum anderen kamen die Preise für Erdöl deutlich zurück. Der Sektor der Ölwerte verlor 0,1 Prozent. Das stützte auf der anderen Seite die Fluggesellschaften: Lufthansa gewannen 2,7 Prozent oder Ryanair 2,8 Prozent. Der Technologie-Index stieg nach den TSMC-Aussagen um 2,7 Prozent. ASML gewannen 6 Prozent, ASM International 11,2 und BE Semiconductor 7,5 Prozent. Am deutschen Aktienmarkt legten Werte wie Suss Microtec (+10,7%) , Aixtron (+5,7%) oder PVA (+8,43%) zu. Jefferies sprach von einem schwachen Zwischenbericht von Repsol (-6,3%). Zudem hatte RBC die Aktie auf "Underperform" abgestuft. OMV gaben nach ihrem Zwischenbericht 1,4 Prozent ab - obgleich dieser von Analysten als neutral eingestuft wurde. Trotz guter Geschäftszahlen gaben Richemont um 2,4 Prozent nach. Wie der Luxusgüterkonzern einräumte, könnten steigende Materialkosten die Margen drücken.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Gut behauptet - Zu den Gewinnern im DAX gehörten Vonovia mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 25,45 Euro. Zwar senkte Bank of America das Kursziel auf 30 Euro, dies lag aber immer noch deutlich über dem aktuellen Niveau. Allgemein waren Immobilienwerte gesucht, im MDAX legten TAG und Deutsche Wohnen jeweils über 2,5 Prozent zu. Für Daimler Truck ging es um 2 Prozent nach oben, das Unternehmen legt zum Wochenschluss die Absatzzahlen für das Schlussquartal 2025 vor. Die Aktie von Dräger sprang nach Vorlage der überzeugenden 2025er-Geschäftszahlen 8,3 Prozent nach oben. Positiv wurde die Nachricht aufgenommen, dass SGL Carbon (+20%) den Reaktorentwickler X-Energy mit mittelkörnigem Graphit beliefern wird. An der Börse wird davon ausgegangen, dass dies nicht der letzte Auftrag für den Bereich sein dürfte.

XETRA-NACHBÖRSE

Die Kurse gaben ihre Gewinne wieder ab, nachdem sich die US-Börsen von ihren Tageshochs entfernt hatten. Potenziell kursbewegende Nachrichten waren erneut Mangelware. Das dürfte sich mit dem Anlaufen der Bilanzsaison jedoch schon bald ändern.

USA - AKTIEN

Etwas fester - Gestützt wurde die Stimmung von starken Wirtschaftsdaten und nachlassenden geopolitischen Spannungen sowie in der Folge deutlich gesunkenen Erdölpreisen. Sowohl der Philadelphia-Fed-Index als auch der Empire State Manufacturing Index waren deutlich besser als veranschlagt ausgefallen - allerdings sanken bei beiden Indizes die Beschäftigungskomponenten. Dies wurde aber durch besser als gedacht ausgefallene wöchentliche Arbeitsmarktdaten kompensiert. Derweil erteilten Fed-Vertreter Zinssenkungshoffnungen einen zusätzlichen Dämpfer, wodurch die Kurse ihre Gewinne deutlich verringerten. Die Präsidentin der Philadelpha Fed, Anna Paulson, und Fed-Präsident aus Kansas, Jeff Schmid, sprachen sich für stabile Zinsen aus. Der Technologiesektor und damit auch die technologielastige Nasdaq wurden durch Rekordumsätze der TSMC gestützt. Die Titel von Nvidia, deren Chips von TSMC gefertigt werden, gewannen 2,2 Prozent. Broadcom und AMD kletterten um 0,9 bzw. 1,9 Prozent. Die Aktien der TSMC-Zulieferer Applied Materials und Lam zogen um 5,7 und 4,2 Prozent an. Morgan Stanley (+5,8%) hatte im vierten Quartal die Markterwartungen übertroffen. Auch Goldman Sachs (+4,6%) und Blackrock (+6,1%) legten starke Geschäftszahlen vor.

USA - ANLEIHEN

Anleihen waren nicht gefragt. Sinkende Kurse ließen die Zehnjahresrendite um 3 Basispunkte auf 4,17 Prozent steigen - gestützt von starken Wirtschaftsdaten, die keine Argumentation für Zinssenkungen lieferten.

+++++ DEVISENMARKT +++++

Devisen                   zuletzt        +/- %  0:00 Vortag  Do, 17:20   % YTD 
EUR/USD                    1,1609        +0,0%       1,1608     1,1606   -0,9% 
EUR/JPY                    183,80        -0,2%       184,14     183,95   +0,2% 
EUR/CHF                    0,9317        -0,1%       0,9326     0,9321   +0,1% 
EUR/GBP                    0,8673        -0,0%       0,8676     0,8668   -0,6% 
USD/JPY                    158,33        -0,2%       158,63     158,50   +1,1% 
GBP/USD                    1,3384        +0,0%       1,3379     1,3389   -0,2% 
USD/CNY                    7,0042        +0,1%       7,0005     7,0007   -0,2% 
USD/CNH                    6,9649        +0,0%       6,9633     6,9620   -0,1% 
AUS/USD                    0,6704        +0,1%       0,6699     0,6708   +0,2% 
Bitcoin/USD             95.577,85        -0,0%    95.598,20  96.390,70  +10,1% 
 

Nachlassende Zinssenkungserwartungen stützten den Dollar. Der Dollarindex stieg um 0,2 Prozent.

Der Yen legt am Morgen im asiatisch geprägten Geschäft gegenüber anderen G10- und asiatischen Währungen zu. Die japanische Finanzministerin Katayama erklärte, die Regierung sei bereit, gegen übermäßige Yen-Bewegungen vorzugehen. Sie stellte eine Intervention am Devisenmarkt in Aussicht, sollte sich die Yen-Schwäche nicht beruhigen.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE                   zuletzt       Vortag        +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold                     4.612,88     4.616,95        -0,1%      -4,07   +7,1% 
Silber                      91,80        92,42        -0,7%      -0,62  +30,7% 
Platin                   2.036,11     2.079,07        -2,1%     -42,96  +17,2% 
Kupfer                       5,92         5,99        -1,2%      -0,07   +4,6% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Bei Edelmetallen kam es nach dem jüngsten Höhenflug zu kleineren Gewinnmitnahmen, auch bedingt durch das geringere Sicherheitsbedürfnis der Anleger und den etwas festeren Dollar. Die Feinunze Gold ermäßigte sich um 0,3 Prozent auf 4.614 Dollar. Der Silberpreis sank um 0,9 Prozent.

ÖL

ROHÖL                     zuletzt  VT-Settlem.        +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                   59,07        59,19        -0,2%      -0,12   +8,4% 
Brent/ICE                   63,56        63,76        -0,3%      -0,20   +4,4% 
 

Die Ölpreise fielen deutlich, nachdem US-Präsident Trump einen geplanten Militärschlag gegen den Iran vorerst verneint hatte. Eine Angebotsverknappung dürfte daher zunächst nicht zu erwarten sein. Der Preis für das Barrel WTI fiel um 4,6 Prozent auf 59,19 Dollar. Allerdings waren die Ölpreise in den vergangenen Tagen um rund 10 Prozent gestiegen. Die "Iran-Prämie" sei nun ausgepreist worden, hieß es.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

HANDEL USA - TAIWAN

Die USA und Taiwan haben ein Handelsabkommen unterzeichnet, das die amerikanische Halbleiterproduktion ankurbeln soll. Im Gegenzug werden Zölle gesenkt, was die Bemühungen der Trump-Regierung unterstützt, kritische Industrien zurück in die USA zu holen. Im Rahmen der Vereinbarung wird TSMC ihre Fertigung in Arizona um mehrere neue Fabriken erweitern. Dies sei Teil einer Gesamtinvestition von 250 Milliarden Dollar in den USA, teilte das Handelsministerium mit. Im Gegenzug senken die USA die Zölle auf Importe aus Taiwan von 20 auf 15 Prozent. Taiwanische Chipunternehmen, die wie TSMC verstärkt in Amerika investieren, werden von Zöllen ausgenommen.

US-GELDPOLITIK

Die Präsidentin der Philadelphia Fed, Anna Paulson, sieht keine Eile für weitere Zinssenkungen. Sie erwarte, dass die Inflation bis zum Jahresende deutliche Fortschritte beim Rückgang auf das 2-Prozent-Ziel der Zentralbank machen werde, fühle sich aber wohl dabei, die Zinsen bei der kommenden Fed-Sitzung am 27. und 28. Januar stabil zu halten, sagte sie in einem Interview. Paulson sagte jedoch, sie könnte eine leichte Zinssenkung im späteren Verlauf des Jahres befürworten - entweder nachdem Inflationsdaten ihre Erwartung bestätigen, dass der Preisdruck nachlässt, oder wenn sich Hinweise ergeben, dass sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt unerwartet verschlechtern.

Der Präsident der Federal Reserve von Kansas, Jeff Schmid, hat seine Ansicht bekräftigt, dass der Inflationsdruck in der Wirtschaft nach wie vor zu deutlich spürbar sei und die Zinsen daher unverändert bleiben sollten.

FRAPORT

hat im Dezember weiter Zuwächse beim Passagieraufkommen erzielt, was im Gesamtjahr insgesamt zu einem moderaten Anstieg führte. Allerdings liegt der deutsche Markt weiter "auf den hinteren Plätzen in Europa bei der Erholung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie", so Fraport-Chef Stefan Schulte. Frankfurt habe 2025 beim Passagieraufkommen noch 10 Prozent unter den Vorkrisenwerten gelegen.

BRITISH AMERICAN TOBACCO

wird seine einzige Fabrik in Südafrika zum Jahresende schließen. Die dortige Tochtergesellschaft des Tabakkonzerns verwies in ihrer Mitteilung auf den boomenden Schwarzmarkt in dem Land. Von der Schließung seien rund 230 Arbeitsplätze betroffen. Insgesamt beschäftigt BAT in Südafrika 970 Mitarbeiter.

EQUINOR

hat im Streit um ein Offshore-Windprojekt in den USA einen Sieg vor Gericht eingefahren. Ein Bundesrichter sagte am Donnerstag, er sei nicht überzeugt, dass der Bau des Projekts "Empire Wind" des norwegischen Energiekonzerns unmittelbar gestoppt werden musste.

HSBC

plant eine strategische Überprüfung ihres Versicherungsgeschäfts in Singapur. Untersucht werden alle Optionen für HSBC Life Singapore. Der Schritt sei Teil der "fortlaufenden globalen Vereinfachung" der Bank. HSBC konzentriere sich darauf, Marktanteile dort auszubauen, wo der Konzern über einen "klaren Wettbewerbsvorteil" mit Blick auf weiteres Wachstum verfügt.

FORD / BYD

wollen offenbar bei Batterien zusammenarbeiten. Die Autokonzerne sprechen derzeit über eine Partnerschaft, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Diese sehe vor, dass der US-Autobauer Batterien von dem chinesischen Autokonzern für einige der Hybrid-Modelle von Ford kaufen würde.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 16, 2026 01:30 ET (06:30 GMT)

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